Nikolaus „A.“ Blome im SPIEGEL: „Impfpflicht! Was denn sonst?“

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Sehr freundlich: Nikolaus Blome - Foto: Imago

Nikolaus Blome, bis Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur der „BILD“-Zeitung und Politikchef dortselbst, hat im „SPIEGEL“ eine Kolumne rausgehauen, die es in sich hat. Er plädiert für eine unbedingte Impfpflicht. Die Medienkritik.

von Max Erdinger

Mit seiner jüngsten Kolumne im „SPIEGEL„, einem inbrünstigen Plädoyer für die allgemeine Zwangsimpfung, beweist Nikolaus Blome, daß er vermutlich auch gut das Drehbuch für die beliebte Fernsehserie „Der Doktor und das liebe Vieh“ hätte schreiben können. Mit einem Dr. Wheeler statt einem Dr. Farnon. Ein Menschenbild liegt seinem flammenden Appell nämlich nicht zugrunde. Es handelt sich mehr um ein Menschenmassenbild. Das paßt gut in eine Zeit, in der ständig von den „die Menschen“ die Rede ist, eher selten aber von „der Mensch“.

Ausgerechnet bei der Corona-Rettung will der Staat die Bürger nicht zu richtigem Verhalten anhalten. Aber der Markt wird es richten.„, meint Blome. „Corona-Rettung“ und „richtiges Verhalten“ also. Nirgendwo läßt sich ablesen, daß irgendwer Rettung bräuchte vor etwas, das, wie Corona, die Grippe besiegt zu haben scheint. Nie gab es weniger Grippetote, als allerweil. Die Mortalitätsraten liegen allüberall im langjährigen Mittel, die statistische Lebenserwartung ist nirgendwo gesunken, die Intensivstationen sind noch nicht einmal nach dem seit Juli erfolgten Abbau an vorgehaltenen Intensivbetten auch nur annähernd ausgelastet, der PCR-Test ist eine einzige Farce, – Rettung wovor also genau?

In Philadelphia soll der katholische Priester John Fields nach der freiwilligen Testimpfung mit einem RNA-Impfstoff plötzlich zuhause verstorben sein, obwohl er gesund und erst siebzig Jahre alt gewesen ist. Wenn das keine Zeitungsente ist, dann wäre es alarmierend hinsichtlich dessen, was Nikolaus Blome als „richtiges Verhalten“ bezeichnet. Der Priester käme nämlich genmanipuliert an der Himmelspforte an, der Herrgott würde feststellen, daß er ihn so nie geschaffen hat, und dann … – „access denied“ wegen Verstoß gegen die Herstellerbedingungen und Befreiung von der Rücknahmepflicht. In Deutschland wird man für gewöhnlich älter als der Bevölkerungsdurchschnitt, ehe man an Covid verstirbt. Sogar 101-Jährige hat es schon gegeben, die an Covid verstorben sind. Traueranzeige: „Allzu früh dahingerafft im einhundertzweiten Lebensjahre, ging mitten in der Blüte ihres sittsamen Lebens und völlig überraschend unsere fast pumperlgesunde Walburga von uns. Wir sind fassungslos. Der ruchlose Covid 19 ist der Mörder.“

Blome setzt also voraus, daß es eine Virenseuche gibt, vor der sich die „die Menschen“ per „richtigem Verhalten“ zwangsretten zu lassen hätten. Dabei ist das eine rein zivilreligiöse Glaubenssache. Die moderne Dreifaltigkeit besteht nicht mehr aus Vater, Sohn und Heiligem Geist, sondern aus Drosten, Wieler und Spahn. Und Blome scheint sich einen zivilklerikalen Talar übergestreift zu haben. Selbst erforscht hat er gar nichts. Inbrünstig glauben muß er halt, daß er das „richtige Verhalten“ kennt, um behaupten zu können, daß es eines gebe. Und verdrängen muß er dazu eine ganze Menge. Zum Beispiel muß er verdrängen, daß es die lebensgefährliche „Pandemie“ aus Sicht der Regierung(en) ganz unbedingt zu geben hat, weil jeder diesbezügliche Irrtum das Ende aller Macht bedeuten würde. Ob es die „Pandemie“ gibt, ist längst eine Frage danach, ob sich diejenigen, die behaupten, daß es sie gibt, leisten könnten, daß es keine gibt. Die Inexistenz von „Pandemie“ wäre noch nicht einmal dann mehr eine Option, wenn das der Realität entspräche. Diese Feststellung ist zweifellos richtig. Aber unerschütterlich im zivilreligiösen Glauben fest ist der Nikolaus Blome. Das wiederum bringt es mit sich, daß für den Gläubigen Blome, Nikolaus, alle diejenigen, die sich den Bären vom „richtigen Verhalten“ und der „Corona-Rettung“ nicht so ohne weiteres aufbinden lassen, Häretiker sind, Leugner, Ungläubige, störende Figuren. Der Markt wird sie beseitigen, meint er, weil die Ungläubigen bald nicht mehr werden verreisen dürfen, da sie ohne einen Impfnachweis weder in ein Flugzeug noch über die Landesgrenze kommen. Daß allerdings massenhaft Ungeimpfte über die Grenzen hereinkommen, wäre eine Tatsachenfeststellung, welche die Glaubensinbrunst schwer beeinträchtigen könnte, weshalb sie der gläubige Nikolaus wohl lieber nicht berücksichtigt hat in seinem Richtigkeits-Gebet.

Das Blomsche Glaubensbekenntnis im „SPIEGEL“ kommt natürlich nicht ohne den Versuch aus, sich durch das Vorzeigen von Differenzierungsfähigkeit noch einen Rest an persönlicher Glaubwürdigkeit zu sichern. Der gläubige Nikolaus redet vom Nudging, das es überall gibt, und behauptet, erst kürzlich sei ihm der Sinn jener hartnäckigen Fliege mitten auf dem Porzellan des Pissoirs am Flughafen bewußt geworden, auf welche der Pisser unwillkürlich seinen Strahl hinlenkt. Damit solle erreicht werden, daß niemand neben das Becken pinkelt, schreibt er. Das diene also der Hygiene. Fein bemerkt – und ein schöner Ausweis der Tatsache, daß auch der Blome, Nikolaus die Dinge prinzipiell zu durchschauen in der Lage ist. Diese Fähigkeit hat er aber nur ausgestellt, um hernach umso enthemmter seinem gläubigen Subjektivismus zu frönen. Blome: „Ich hingegen möchte an dieser Stelle ausdrücklich um gesellschaftliche Nachteile für all jene ersuchen, die freiwillig auf eine Impfung verzichten. Möge die gesamte Republik mit dem Finger auf sie zeigen.“ – Wer früher plem-plem gewesen ist, ist heute wahrscheinlich blom-blom. Er wird doch wohl nicht unterstellt haben wollen, daß die Fingerzeiger fein säuberlich unterscheiden können zwischen solchen, die „freiwillig“ auf eine Impfung verzichtet haben – und solchen, die sich aus einer Reihe verschiedenster Gründe nicht impfen lassen konnten, obwohl sie nichts sehnlicher wollten. Er nimmt also in Kauf, daß Leute, die sich nicht impfen lassen können und daher bereits auf der Schippe des Virentodes sitzen, auch noch fingerzeigerisch als Asoziale denunziert werden. Obwohl gerade diese „Benachteiligten“ – wie man in anderen Zusammenhängen recht teutonisch-blomisch zu formulieren pflegt – ganz besonders „unserer“ Empathie, „unserer“ Fürsorge und „unserer“ uneingeschränkten Solidarität bedürften. Das ist schon ein bißchen arg gewissenlos für einen solchen Gläubigen wie den Herrn Blome, Nikolaus. Deshalb darf ich jetzt auch mal gewissenlos sein. Ich möchte dringend um gesellschaftliche Nachteile für den Herrn Blome ersuchen. Mögen die Klugen mit den Fingern auf ihn zeigen. Meinetwegen auch mit einem Super-Soaker.

Der Mensch ist ein Angsthase

Da gibt es also aus globalpolitischen Gründen eine „Pandemie“ in den Medien, die frißt sich durch in die Köpfe der Medienkonsumenten, nistet sich dort und sonst nirgends ein – und das Resultat ist die bodenlose Angst derjenigen, die, statt an Vater, Sohn und Heiligen Geist, an Drosten, Wieler und Spahn glauben. Blome ist offensichtlich einer davon. Früher, als man das noch straflos durfte, hätte man diese riesige Blase von Zivilreligiösen kurz und schmerzlos als „die Blöden“ bezeichnet. Das darf man aber heute nicht mehr. Allenfalls darf man heute noch von „zerebral Benachteiligten“ oder „intellektuell Herausgeforderten“ reden, damit die „soziale Ungerechtigkeit“ hinter dem menschheitsalten Sachverhalt mit den Blöden auch sofort ins Auge sticht. Wegen des korrekten Bewußtseins, das niemals wichtiger gewesen ist, als heute. Spott & Hohn im Quadrat.

Weil sich nun die pandemiekorrekten Hosenvolls mitsamt ihrem infantilen Gefühls-Subjektivismus in der Mehrheit befinden, kommt die teutonisch-blomische „Demokratie“ ins Spiel. Die Minderheit derjenigen, die bei klarem Verstand geblieben sind, hätte sich gefälligst grundgesetzwidriger Freiheitsbeschränkungen zu fügen und brav mit der Mehrheit zusammen in die Hosen zu scheißen. Was zählt da schon das Recht auf körperliche Unversehrtheit und körperliche Selbstbestimmung? – Nix! Rein mit der Spritze ins Angstfleisch und die Gene verändert! Der Infektionsschutz ist mit der Weisheit von Drosten, Wieler und Spahn zusammen schließlich größer als Gott. Der Impfnachweis also als Ausweis politkorrekter, teutonisch-blomischer Angst vor jenem Tode, der retrosepektiv jeden Bausparvertrag überflüssig macht. Überflüssige Bausparverträge sind schon ein arges Übel, weil sie Geld gefressen haben, das man vor dem gräßlichen Virentod hätte für lustigere Sachen ausgeben können, als ausgerechnet für einen Bausparvertrag. Für tausend PCR-Tests von Drosti dem Virologen zum Beispiel. Der mit dem Gates & Merkel-Gütesiegel. Oder für eine Lebensversicherung mit Auszahlung im Erlebensfall. Was ist ein arges Schicksal, mindestens so schlimm wie der Coronatod? – Vor Freude über einen Kontoauszug mit der ausgezahlten Lebensversicherung einen Herzkasper bekommen und tot umfallen. Richtig ärgerlich ist sowas in der letzten Sekunde des Lebens auf Erden. Schwer verstimmt verstorben, sozusagen. Dabei hätte es etwas viel besseres gegeben: Das Leben ansich. Und das ist beileibe kein reines Überleben. Es ist so: Erwachsene, die nicht ausgerechnet Blome heißen, leben im größten Seelenfrieden mit den Gefahren, die das Leben so bereithält. Viren sind eine davon. Wahrscheinlich noch nicht einmal die größte. Nur Infantilisten akzeptieren gern Verantwortliche für die Abwendung eines Schicksals, das im Leben ansich begründet liegt und keineswegs als ungewöhnlich zu betrachten ist. Außerdem kann man einem solchen Schicksal durchaus selbst und freiwillig etwas entgegensetzen. Ich z.B. verlasse kaum noch das Haus, außer, wenn ich mit dem Hund draußen in der Natur spazieren gehe. Das ist aber nicht wegen des Virus so, sondern wegen der Blödheit derjenigen, die wegen ihrer Angst vor diesem Virus zu einer einzigen Zumutung geworden sind. Diese Angsthasen sind es, die ich nicht mehr ertragen kann, nicht die Existenz eines Virus. Ehe meinereiner aber nicht in der Fußgängerzone alle naselang über einen Covidtoten hinwegsteigen muß, erkennt er einfach keine Epidemie, geschweige denn eine Pandemie. Und wegen der Möglichkeit, daß irgendwann einmal eine ausbrechen könnte, macht er sich heute noch keinen Kopf. Es könnten schließlich auch Atombomben vom Himmel fallen. Wie wäre es eigentlich mit einer verpflichtenden Strahlenschutzimpfung? Könnte mal jemand eine erfinden, bitte?

Daß ich über den Niedergang von Demokratie und Grundrechten irgendwann einmal schreiben würde, die Ursache dafür sei unbegründete, teutonisch-blomische Hosenscheißerei gewesen, hätte ich mir vor einem Jahr noch nicht vorstellen können, obwohl ich ein phantasievoller Mensch bin. Alle wahnsinnig geworden, oder was? Der Blome scheint jedenfalls ganz unbedingt noch zum Oberwahnsinnsführer werden zu wollen. Dem Ausmaß seiner eitlen Selbstgerechtigkeit in der Verzagtheit nach hätte er sogar das Zeug dazu. Das ist alles überhaupt nicht mehr zu fassen. Wer will aus welchen Gründen dieses Land noch für wen wovor genau retten? – Es ist mysteriös.

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