Mehr als jeder fünfte Querdenker wählt grün: Sind die Grünen jetzt ein Fall für Verfassungsschutz?

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Querdenken Berlin (Bild: shutterstock.com/Von Berit Kessler)

Die Logik der „Kontaktschuld“, die der schweigenden Mehrheit der Corona-Protestler eingeredet wird, weil sich in ihren Reihen übermäßig viele Rechtsextreme, Antisemiten, Reichsbürger oder (was vom linken Mainstream qualitativ auf dieselbe Stufe gehoben wird) „AfD-Sympathisanten“ befänden, könnte nun für die linksgrünen Antidemokraten zum Bumerang werden: Laut einer neuen Studie wählen 21 Prozent der Querdenker grün.

Wie die Untersuchung, über die „Focus“ berichtet, ergab, sei damit unter den Anhängern der „Querdenker“-Bewegung der Anteil von Wählern der Grünen besonders hoch. Die AfD hat zwar ebenfalls ein Reservoir von rund 30 Prozent, doch auch die Linkspartei ist mit 17 Prozent satt vertreten. Damit bildet Rot-rot-grün die relative Mehrheit der angeblich so rechten Umstürzler, Verschwörungstheoretiker und „Covidioten“ ab. Betreut, durchgeführt und vorgestellt wurde die Studie von dem renommierten Soziologen Oliver Nachtwey.

Dieser sieht eine Entfremdung von den Institutionen des politischen Systems, den etablierten Medien und den alten Volksparteien als wesens- und stilbildend für die neue Protestbewegung. Sie sei eine Form des Widerstands, „die mehr von links kommt, aber stärker nach rechts geht, sie ist jedoch enorm widersprüchlich.“ Sozialstrukturell handele es sich um eine relativ alte und relativ akademische Bewegung. Das Durchschnittsalter betrage 47 Jahre, 31 Prozent hätten Abitur, 34 Prozent einen Studienabschluss, der Anteil Selbstständiger sei deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung, zitiert „Focus“ den Wissenschaftler.

Klatsche für das Framing der etablierten Medien

Natürlich darf – sonst wäre die Studie wahrscheinlich in den etablierten Medien gänzlich ignoriert worden – auch bei Nachtwey die Behauptung  nicht fehlen, für die Bewegung seien ferner auch antisemitische Vorurteile typisch, die zu einigen Verschwörungstheorien gehörten. Tatsächlich handelt es sich dabei allerdings nur um eine absolute Randerscheinung – wenn sie auch von Mainstream-Journalisten als praktisch mehrheitsrelevant und ausschlaggebend dargestellt wird, um die gesamten Corona-Proteste zu diskreditieren. Dass autoritäres Denken, Fremdenfeindlichkeit oder die Verharmlosung des Nationalsozialismus unter den Anhängern der Bewegung weniger verbreitet ist (anders als in der öffentlichen Diskussion behauptet) räumt auch Nachtwey ein.

Nun muss sich also der Verfassungsschutz unter Thomas Haldenwang ganz fix umorientieren – und müsste eigentlich mit derselben Konsequenz die Anhänger Habecks und Baerbocks ins Visier nehmen, mit der bisher die AfD unter einen gehässigen und rein altpartei-strategischen Generalverdacht gestellt wird. Die alten Narrative funktionieren nicht mehr, wenn die Medienlügen entzaubert werden. Und die Grünen? Müssen sich bei ihren Hasskampagnen gegen Querdenker schwer zurückhalten – wenn sie nicht ihre eigene Wählerklientel beleidigen und verprellen wollen… (DM)

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