Wirrer Wieler: Grippe harmloser als Corona, aber plötzlich gefährlicher als Mers?

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Wieler in Action (Foto:Imago/IPON)

Dass die Grippe 2020 so gut wie verschwunden ist, wurde vor kritischen Rückfragern von Robert-Koch-Institut und Gesundheitspolitikern bislang mit der neunmalklugen Behauptung begründet, dies sei Folge der strikten Einhaltung der AHA-Regeln gewesen (weswegen es auch sinnvoll sei, diese künftig – womöglich ja für alle Zeiten –  beizubehalten). Da diese allerdings zur Eindämmung von Corona ja offenbar nicht ausreichten (bzw. die Superspreader-Events dann ja auch hätten zu Grippeausbrüchen führen müssen), versagt diese Erklärung. Jetzt plötzlich warnt RKI-Chef Lothar Wieler vor der Grippe.

Wie bitte? Vor der Grippe?, mag sich so mancheiner jetzt denken – eine laut den Statistiken von WHO und RKI fast an den Rand der Bedeutungslosigkeit verdrängte saisonale Normalerscheinung, die hinter Corona gänzlich zurücktrat, soll nun doch wieder von Relevanz für das Gesundheitswesen sein? Rätselhaft vor allem, in welchem Kontext Wieler seine Grippewarnung aussprach: Nämlich auf die Frage nach von Charité-Virologen Christian Drosten vergangene Woche als Sars-CoV2-„Nachfolger“ ins Gespräch gebrachten Mers-Viren hin.

Erinnern wir uns: Geradezu erregt hatte Drosten diese kürzlich in „Capital“ als „nächsten Pandemie-Kandidaten“ bezeichnet – und damit gleich mal die Marschroute abgesteckt, was uns die nächsten Jahre erwarten dürfte: Dass nämlich die Virologen diese Gesellschaft auch weiterhin im ewigen Würgegriff halten und ein pandemischer Ausnahmezustand den nächsten ablösen wird. Goldene Zeiten für Infektiologen, Epidemiologen und profilierungssüchtige Politiker also.

Grippe ist 2020 an Corona gestorben – dennoch steht sie bevor?

Erinnern wir uns: Das Mers-Coronavirus, eng verwandt mit Sars, hatte sich bei seinen Ausbrüchen 2012-2014 als ungleich tödlicher erwiesen als alle anderen verwandten Erreger (bis zu 30 Prozent Mortalität). Dass Drosten mit diesem furchteinflößenden Erreger nun gleich schonmal das nächste Fass aufmacht, ehe die aktuelle „Pandemie“ überhaupt ausgestanden ist, missfällt auch Wieler: Er erklärte laut“ dts Nachrichtenagentur“, sich Drosten Mers-Warnungen „nicht uneingeschränkt“ anschließen zu können: „Ich vermag nicht zu sagen, was das nächste pandemische Virus sein wird“, so Wieler am Donnerstag. Und dann prophezeite er enigmatisch-vielsagend: „Was sicher kommt, das ist die Grippe„.

Die Grippe? Diese harmlose, schon immer dagewesene Influenza-Last, die dennoch nie das Zeug zur Pandemie hatte? Man höre und staune! Das Grippegeschehen zu reduzieren sei „zunächst einmal deutlich wichtiger„, sagt der RKI-Boss. Wie das nun? Wo sind den Grippefälle – und vor allem: sollte dies etwa bedeuten, dass die Grippe jetzt sogar gefährlicher ist als Mers… obwohl sie uns doch seit März als viel harmloser verkauft wird als das zur Weltbedrohung stilisierte Corona-Virus, und obwohl sie schon immer ein Vielfaches an Toten forderte (ohne dass dies irgendeinen söderesken Panikpolitiker je interessiert hätte)? Nur eines steht fest: Mit Sinn, Logik und Erhellung haben die Verlautbarungen des RKI als nationaler Gesundheitsbehörde rein gar nichts zu tun.

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