Typisch: Regierung fährt Hybrid-Dienstwagen meistens nicht elektrisch

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Foto: E-Auto-Ladestation (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin – So sind sie nun mal, die Politiker: Abwasser predigen und Champagner schlürfen: Die Hybrid-Dienstwagen der Bundesregierung werden nur selten mit ihrem Elektromotor gefahren. Nur drei Ministerien nutzen ihre Hybridfahrzeuge überwiegend elektrisch – zu mehr als 50 Prozent, geht aus einer Antwort des Bundesverkehrsministerium auf eine Anfrage der Grünen hervor, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben) berichten. Am wenigsten werden demnach die Fahrzeuge des Wirtschaftsministeriums mit 25,37 Prozent im Alltag elektrisch gefahren, gefolgt vom Verkehrsministerium mit 33,6 Prozent.

Am häufigsten wird der E-Motor der Hybridfahrzeuge vom Ernährungsministerium mit 80 bis 85 Prozent genutzt sowie vom Umweltministerium mit 50 bis 70 Prozent. Im Bundesarbeitsministerium wird der durchschnittliche Anteil auf 75 Prozent geschätzt. Nur die Hälfte aller Bundesressorts kann überhaupt Angaben zum elektrischen Fahranteil ihrer Hybride machen, so das Verkehrsministerium.

Knapp die Hälfte des Fuhrparks des Kanzleramts und der Bundesministerien mit insgesamt 339 Fahrzeugen sind Elektrofahrzeuge. Von den insgesamt 171 E-Autos sind 122 Fahrzeuge (73 Prozent) Plug-in-Hybride. Doch weder das Kanzleramt noch das Gesundheits-, Finanz-, Familien-, Forschungs- oder Innenministerium erfassen den Anteil der elektrisch gefahrenen Kilometer.

Der Grünen-Verkehrspolitiker Cem Özdemir kritisiert vor allem das Verkehrs- und Wirtschaftsministerium, die eigentlich eine Vorbildfunktion einnehmen müssten: „Wie Vorbilder verhalten sie sich aber nicht, sondern liegen mit dem Anteil elektrisch gefahrener Kilometer auf den hinteren Plätzen.“ Ein Hybrid sei laut Özdemir nur dann klimafreundlich, wenn es für die Nutzer Anreize und Regeln gebe, damit er zum Großteil elektrisch gefahren werde. „Alles andere ist das Verbrennen von Steuergeld zulasten des Klimas.“ Özdemir fordert deshalb, diesem „staatlich subventionierten Klimabetrug“ ein Ende zu setzen.

„Förderung darf es nur dann geben, wenn nachgewiesen wird, dass ein Großteil der Fahrleistung tatsächlich elektrisch erbracht wird.“

Wahrscheinlich weiß die Regierung, dass man mit einem E-Auto nur selten die vier oder fünf Kilometer bis zur Wohnung ohne Probleme bewältigen kann. Obwohl – in Berlin müsste das eigentlich funktionieren, denn es gibt neue, interessante Zahlen zu diesem Thema:

Lange war München Deutschlands E-Auto-freundlichste Stadt. Doch in diesem Jahr hat die Hauptstadt München bei der Zahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte überholt, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Freitagausgabe) unter Berufung auf ein bundesweites Ladesäulenregister des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Demnach hat Berlin mit 1.355 dieser Ladepunkte die Führung im bundesweiten Städteranking vor München (1.286) übernommen.

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Gut schneidet auch Hamburg ab. Für die Hansestadt sind 1161 Ladepunkte gemeldet. Mit deutlichem Abstand folgen Stuttgart (498), Essen (366), Regensburg (263) und Düsseldorf (259).

Beim Bundesländervergleich liegt allerdings der Süden in Deutschland weiter deutlich vorne. Bayern baute seinen Vorsprung hier weiter aus und liegt aktuell bei 7.267 Ladepunkten. Baden-Württemberg hat deutlich aufgeholt und die Zahl der Ladesäulen binnen eines Jahres um mehr als 50 Prozent gesteigert.

Das Land belegt mit 6.186 Ladestellen bundesweit Platz zwei. Es folgen Nordrhein-Westfalen (5.487), Niedersachsen (2.854) und Hessen (2.369). Der Ländervergleich zeigt, wie die Versorgung für E-Auto-Fahrer in der Fläche ist.

Bundesweit gibt es inzwischen 33.100 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Ende des vergangenen Jahres waren es noch 9.000 weniger. Gut 4.200 der Ladestationen sind Schnellladesäulen.

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