„Brutalster Vorfall in diesem Jahr“: 110 Menschen von islamischer Terrorgruppe getötet

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Afrikanische Bauern (Bild: shutterstock.com/Von RudiErnst)

Im Nordosten Nigerias sind laut der UN bei einem „brutalen“ Angriff mindestens 110 Menschen getötet worden. Bewaffnete Männer auf Motorrädern griffen Männer und Frauen in Koshobe und umliegenden Orten im Bundesstaat Borno bei der Feldarbeit an, fesselten sie und schnitten ihnen die Kehle durch.

Es sei der „brutalste direkte Angriff auf unschuldige Zivilisten in diesem Jahr“, so der humanitäre Koordinator der UN in Nigeria. Die Opfer, Männer und Frauen, seien bei der Feldarbeit von ihren bewaffneten Mördern auf Motorrädern angegriffen und gefesselt  worden. Anschließend sei ihnen die Kehle durchgeschnitten worden. Wer hinter der Gräueltat steckte, war zunächst unklar, berichtet unter anderem n-tv. Die Attacke sei „ohne Zweifel“ von Kämpfern der Boko-Haram-Miliz verübt worden“, so ein Milizenführer, der gegen die islamische Boko Haram kämpft. Darüber hinaus gibt es Berichte, dass mehrere Frauen entführt worden seien.

Die Tat ereignete sich am Tag der ersten Regionalwahlen in dem Bundesstaat seit 2009; damals war es zu Aufständen durch die islamische Terrorgruppe Boko Haram –  zu Deutsch in etwa: „westliche Bildung ist verboten“ – gekommen. Wegen der anhaltenden Gewalt durch muslimische Milizen war die Wahl immer wieder verschoben worden. Boko Haram ist bekannt für die Ermordung von Christen und von Muslimen, die sie nicht unterstützen. Durch die Angriffe der Milizen und ihre Kämpfe mit der Armee wurden in den vergangenen Jahren rund 36.000 Menschen getötet. Zwei Millionen Nigerianer sollen die Flucht ergriffen haben, eine beachtliche Gruppe machte sich als Asylsuchende auf den Weg nach Europa- sprich Deutschland.

Nigeria ist inzwischen das drittwichtigste Herkunftsland von Asylbewerbern in Deutschland. Der Großteil – fast 90 Prozent – aller Nigerianer kommt ohne Pass oder vergleichbaren Identitätsdokumenten in der Bundesrepublik an.

Nigeria – Bevölkerungsexplosion und Gewalt

Nigeria, flächenmäßig so groß wie Frankreich und Deutschland zusammen, zählt aktuell zu den gefährlichsten Ländern der Welt. Seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1960 hat sich Nigerias Bevölkerung mehr als vervierfacht. Der afrikanische Staat ist mit zirka 190 Millionen Menschen das mit Abstand bevölkerungsreichste Land Afrikas. Das rasante Bevölkerungswachstum geht seither nahezu ungebremst weiter, da die Fruchtbarkeitsrate in Nigeria in den letzten 50 Jahren nur geringfügig gesunken ist und aktuell bei 5,7 Kinder pro Frau liegt. 2050 dürfte Nigeria zum Land mit der drittgrößten Bevölkerung der Welt nach Indien und China aufgestiegen sein. 2100 – so die Schätzungen der Vereinten Nationen – wird es in Nigeria dann 640 Millionen Menschen geben. Schon heute ist unter den 15- bis 24-Jährigen im mit 51 Prozent zunehmend muslimisch geprägten Nigeria ein Drittel ohne Arbeit. Dieser sogenannte Youth Bulge – ein Überhang an jungen Menschen, der keine adäquate Rolle in der Gesellschaft finden kann – gilt als Garantie für gewaltsame soziale Konflikte sowie als Motor für eine immer massiver werdende Migrationsbewegung nach Europa.

Der Bundesnachrichtendienst warnte im vergangenen Jahr in einem Geheimpapier vor den „äußerst brutal agierenden nigerianischen Strukturen der organisierten Kriminalität“ – sprich der nigerianischen Mafia – die auch hierzulande zu einem „Aufwuchs“ führen werde. (SB)

 

 

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