Antisemitismus-Beauftragter prangert „Querdenker“ an – wieder kein Wort zu muslimischem Judenhass

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Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung fuer juedisches Leben in Deutschland (Foto:Imago/photothek)

Was Thomas Haldenwang als Präsident des Bundesverfassungsschutzes, das ist Felix Klein als Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung: Ein nützliches Werkzeug der Regierung, um gezielt im jeweiligen politischen Interesse Stimmung zu machen und „Framing“ gegen die gewünschten Staatsfeinde zu propagieren. Und so wie dann ein Haldenwang wunschgemäß auf dem linken Auge blind ist, so verschließt Klein den Blick vor islamistischen Judenhassern – und konzentriert sich ganz auf den „konstruierten“ Antisemitismus von „rechts“, der in diesen Tagen vom Corona-kritischen Ufer der „Querdenker“ aufscheint.

Mit Anlauf und zwei Füßen sprang Klein prompt dankbar-begierig auf den Zug auf, als die Bagatelle um eine junge Demonstrantin aus Hannover (Feind-Chiffre: „Jana,22 aus Kassel“) hochkochte, die sich am Wochenende in einem peinlich-verunglückten Bild mit der „Weiße Rose-„Widerstandskämpferin Sophie Scholl verglichen hatte: Eine wunderbare Gelegenheit, über drei Ecken wieder einmal die latent behauptete NS-Affinität aller Gegner der Corona-Maßnahmen und Grundrechtseinschränkungen zu untermauern – und damit wieder einmal neue (händeringend gesuchte) Belege für „Antisemitismus von Rechts“ anzuführen, den es abgesehen von rechtsextremen Einzeltätern als Breitenphänomen eben gerade NICHT gibt.

Bei Klein hört sich das dann so an: „Die zunehmenden Vergleiche von Protestierenden gegen die Corona-Maßnahmen mit Opfern des Nationalsozialismus verhöhnen die tatsächlichen Opfer und relativieren die Shoah„, so der Beauftragte gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland„. Klein attackiert auch Gleichsetzungen aus der „Querdenken“-Bewegung von aktuellen Corona-Beschränkungen mit der Verfolgung von Juden während des Nationalsozialismus scharf – obwohl solche nur von einer winzigen Minderheit der Protestbewegung geäußert wurden. „Der Holocaust ist kein Abziehbild für jedwede Opfergefühle.“ Die jüngsten Vorgänge in Hannover und Karlsruhe zeigten vielmehr, wie wichtig Bildung sei. „Wer über Anne Frank und Sophie Scholl gut Bescheid weiß, wird kaum solch krude Verharmlosungen äußern.“ Dass die Kritik an solchen Vergleichen nun hohe Wellen schlägt, begrüßt Klein; sie zeigten „von einem funktionierenden Wertesystem der demokratischen Mehrheit„. Deshalb müssten, so der Beauftragte, „Gegennarrative gesetzt werden.“

Täter müssen ins Bild passen

Anscheinend gehört dazu auch, reale antisemitische Attacken von Tätern, die nicht ins politisch gewünschte Bild passen, einfach totzuschweigen: So wie etwa im Fall des Steinewerfers von der Essener Synagoge, der am Freitag eine Steinplatte in ein Fenster ins Gebetshaus der jüdischen Kultusgemeinde geworfen hatte: Wie „Bild“ unter Berufung auf die Polizei vorgestern mitteilte, handelte sich um einen 37-jährigen Iraner, der – was wohl sonst – bereits polizeilich bekannt ist. Mehr noch: Derselbe Täter hatte bereits am Samstag davor ein weiteres Fenster der Synagoge eingeschmissen.

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Weil es sich in diesem Fall offenbar um einen sakrosankten Muslim und mutmaßlichen Merkel-Gast handelte, war vom „Antisemitismusbeauftragten“ des Bundesregierung auch keine wohlfeil-betroffene Stellungnahme zu hören wie im Fall der kartoffeldeutschen, blonden „Querdenkerin“ Jana. Mit diesem perversen Doppelstandard wird dann die Antisemitismuskeule des Staates immer stumpfer. Der Schutz jüdischen Lebens steht unter dem Vorbehalt, dass die Täter ins staatliche Raster passen – und falls nicht, werden sie politisch-korrekt ausgeblendet. (DM)

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