Die Quotzenrepublik: GroKo beschließt Frauenquote für Unternehmensvorstände

0
Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) - Foto: Imago

Die GroKo hat eine Grundsatzeinigung erzielt. Möglichst bald soll eine gesetzliche Frauenquote für Unternehmensvorstände gelten. Die Gründe dafür sind rein ideologischer Natur.

von Max Erdinger

Um es vorweg zu nehmen: Wer der Ansicht ist, das Geschlecht von Vorstandsmitgliedern in Unternehmen sei gleichgültig, weswegen es auch egal sei, ob man einen rein männlichen oder einen rein weiblichen Vorstand hat, solange die unternehmerische Eignung für den Posten vorhanden ist, und daß die Ernennung von Vorstandsmitgliedern ausschließlich Sache der betreffenden Unternehmen sei, der hat die Rechnung ohne die feministisch verpeilten Ideologen in Politik und Medien gemacht. In einer Arbeitsgruppe hat sich die GroKo grundsätzlich auf die Einführung einer verbindlichen Frauenquote für die Vorstände von Unternehmen geeinigt. Wenn die Koalition diese Einigung auf breiter Linie übernimmt, muß in börsennotierten Unternehmen künftig und zwingend eine Frau im Vorstand sein. Einmal mehr wird das Geschlecht zum qualifizierenden Merkmal erklärt. Das ist ideologischer Irrsinn und regierungsamtliche Anmaßung zugleich.

Präzisierung

Die Quotzenregelung soll für börsennotierte und für paritätisch mitbestimmte Unternehmen gelten, wie „n-tv“ berichtet. Bei mehr als drei Vorstandsmitgliedern muß dort künftig mindestens eine Frau vertreten sein. Bei Kranken-, Renten- und Unfallversicherungen gilt das bereits ab zwei Vorstandsmitgliedern. Die Arbeitsgruppe der GroKo legte sich weiters darauf fest, daß außerdem für Unternehmen mit einer Mehrheitsbeteiligung des Bundes eine Frauenquote von mindestens 30 Prozent für Aufsichtsräte gelten soll, sowie eine Mindestbeteiligung in den Vorständen. Von der beabsichtigten Regelung betroffen sind auch Körperschaften des öffentlichen Rechts wie z.B. Krankenkassen, Renten- und Unfallversicherungsträger oder auch die Bundesagentur für Arbeit. Der Beschluß der Arbeitsgruppe geht zurück auf einen Gesetzentwurf, den „die Richtigen“ sozusagen „in eigener Geschlechtersache“ zu Jahresbeginn vorgelegt hatten: Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) und die Bundesfrauenministerin, Frau Dr. plag. Franziska Giffey (SPD).

Kommentar:

Gerade Letztere hat nach ihrem Verzicht auf den plagiatorisch erworbenen Doktortitel ihre tief sitzende Überzeugung dokumentiert, die Welt drehe sich um ihre weibliche Nasenspitze, als sie schrieb: „Wer ich bin und was ich kann, ist nicht abhängig von diesem Titel. Was mich als Mensch ausmacht, liegt nicht in diesem akademischen Grad begründet.“ – Ist es nicht bemerkenswert, daß Frau Dr. Giffey außerstande gewesen zu sein scheint, einfach zu schreiben, daß sie ihren Doktortitel genauso betrügerisch erworben hat wie jeder männliche Plagiator, was wiederum zeige, daß Geschlecht kein Ausweis von Befähigung ist? – Nein, hätte sie nicht schreiben können. Weil sonst nachgefragt worden wäre, wie sich Frau Dr. Giffey erklärt, daß der ehemalige Minister für Wirtschaft und Energie, Karl-Theodor von Guttenberg (CSU), das Auffliegen seiner plagiatsreichen Doktorarbeit zum Anlaß für einen Rücktritt von seinem Ministeramt genommen hat, sie selbst hingegen nicht. Mit der Fähigkeit zur Selbstreflexion ist Frau Dr. Giffey jedenfalls nicht überreichlich gesegnet. Sonst hätte sie nicht so „großzügig“ jenen Titel in die Bedeutungslosigkeit hineingeredet, den sie selbst einst so dringend haben wollte. Auf betrügerischem Wege. Ehrlicherweise hätte sie schreiben müssen: „Wer ich bin und was ich kann, sieht man an der Art, wie ich mir den Doktortitel ergaunert habe, weswegen ich mich auch selbst nicht mehr als Ministerin betrachten kann.“

Um nun aber nicht ungerecht zu werden mit der armen Frau (Frauen sind immer arm dran, beschützenswert, benachteiligt und Opfer von irgendwas): Wahrscheinlich wurde sie zum Opfer des schlechten Beispiels, das ihr eigener Ehemann geliefert hatte. Der verlor seinen Job als Beamter, weil er bei der Reisekostenabrechnung schwer geschummelt hatte. Und so wird es dann wohl auch gewesen sein: Der böse Mann hat die arme Frau ganz einfach verdorben. Allerdings gäbe es auch eine sehr beunruhigende, weil generalisierende Ursache, die für ihren Betrug und die folgende Selbstreinwaschung in Betracht zu ziehen sein könnte. Deshalb will ich das folgende auch nur als Frage formulieren. Könnte es sein, daß Weibspersonen zwar gans gern an den Schnatterstellen der Macht sitzen, aber ungern die Verantwortung tragen für das, was sie tun und sagen? Ließe sich ein solcher Verdacht etwa durch weitere, ähnlich gelagerte Vorkommnisse erhärten? Was findet sich denn da spontan in meiner Erinnerung? – Ah ja, Frau Heide Simonis (SPD). Als die im Jahre 2005 wegen eines Querulanten in der eigenen Fraktion selbst im dritten Wahlgang nicht erneut zur Ministerpräsidentin von Schleswig Holstein gewählt worden war, ist sie völlig konsterniert gewesen und fragte öffentlich, was denn nun aus ihr selbst werden soll. Viel Mitleid hat die arme Frau damals nicht bekommen für diese Frage, hatte sie doch viel über ihr Verständnis eines öffentlichen Amtes offenbart. Und das ging ungefähr so: Nicht ich diene im Amte der Allgemeinheit, sondern das Amt dient mir. Noch jemand? – Andrea Ypsilanti (SPD). Als sie im Jahre 2008 nicht hessische Ministerpräsidentin geworden war, obwohl sie das doch so dringend wollte und so sehr damit gerechnet hatte, verblüffte sie ihre Umgebung mit dem trotzigen Ausruf, sie wolle trotzdem hessische Ministerpräsidentin sein. Vielleicht hat sie ja inzwischen einmal darüber nachgedacht, wie sich das verhält mit dem Willen, dem Menschen und dessen Himmelreich.

Noch jemand? – Gerade dieser Tage: Die notorische Claudia Roth von den Grünen. Ganz aufgeregt erzählte sie von der Dringlichkeit, mit welcher die gewählten Reichstagsinsassen davor geschützt werden müssten, daß dort einfach irgendwelche Leute mit Smartphone-Kameras durch die Gänge laufen, die da gar nicht hingehören. Die vom ZDF ansonsten hochgepriesene Menschenrechtsaktivistin Rebecca Sommer hatte Zugang zum Gebäude gefunden, Wirtschaftsminister Peter Altmaier vor einem Aufzug angetroffen, ihn gefilmt und Fragen gestellt. Dem Herrn Wirtschaftsminister ist es sichtlich unangenehm gewesen, daß eine Bürgerin einfach so im Reichstagsgebäude umherspazierte. Die grüne Frau Claudia Roth wäre dann, wenn man nicht wüßte, daß sie es im Zusammenhang mit diesem Vorfall erzählt hat, glatt als Rechtspopulistin durchgegangen, als sie empört etwas von Grenzen sagte und dem Schutz, den diese böten, etwa dann, wenn man die Eingangstüren zum Reichstagsgebäude als eine solche Grenze begriffe, die respektiert zu werden hat. Sinngemäß lief das bittere Gemaule der grünen Bundestagsvizepräsidentin darauf hinaus, daß man sich als Parlamentarier oder Bundestagsmitarbeiter nicht mehr sicher fühlen könne, wenn einfach irgendwelche Leute im Gebäude seien, die da gar nicht hingehören. Wenn Frau Claudia Roth allerdings etwas von Landesgrenzen erzählt und dem Schutz, den diese der „Zivilgesellschaft“ bieten, dann hört sich ihr Schnack vom Anspruch auf Sicherheit ganz anders an. Da fehlt es einfach an der argumentativen Stringenz. Wäre die aber für die grüne Frau Roth wenigstens ein moralisches Kriterium, müsste sie eigentlich jeden Pförtner im Reichstagsgebäude, der Unbefugten den Zutritt verwehrt, als ewiggestrigen Nationalisten bezeichnen.

Daß Frauenspersonen dazu neigen, sachlich vergleichbar gelagerte Sachverhalte je nach Situation einmal so und dann wieder ganz anders zu beurteilen, je nachdem, wie es ihnen gerade am besten gefällt, hat sich im Zuge ihrer politmedialen Ermächtigung während des vergangenen halben Jahrhunderts zigtrillionenfach gezeigt. Es könnte auch sein, daß die Bundeskanzlerin den australischen Philosophen Peter Singer und dessen Theorie zum Präferenzutilitarismus deswegen so schätzt, weil sie in seinen Schriften zum Thema eine Art Entschuldigungsschreiben für sich selbst erkennt. Verkürzt ausgedrückt, geht es beim Singerschen Präferenzutilitarismus um die philophische Behauptung, alles Denken diene lediglich der Rechtfertigung des Willens. Daß Frauen alle naselang irgendetwas wollen – mal dieses, mal jenes – läßt sich schwerlich bestreiten. Meinereiner hat sich schon öfter überlegt, womit Angela Merkel ihr Tun rechtfertigen würde, säße sie dereinst auf einer Anklagebank. Für möglich halte ich, daß sie sich auf Peter Singer berufen würde, um zu behaupten, Singer sei ein Mann, auf dessen Aussagen sie sich verlassen habe und daß man nun sehen könne, wie Frau immer wieder in der Bredouille sitzt, wenn sie sich auf einen Mann verlassen hat. Weswegen eigentlich nicht sie selbst, sondern Singer, dieser üble Versager, auf der Anklagebank sitzen sollte. Und daß die Richter das nur deswegen nicht begreifen könnten, weil sie Männer sind. Weswegen „wir“ eine Frauenquote für das Richteramt bräuchten. Überhaupt sei die Tatsache, daß sie das bei dieser Gelegenheit erst noch erläutern muß, für sich genommen schon ein Ausweis dafür, daß die logisch-rationale Männerwelt mit ihrem fatalen Hang zur argumentativen Stringenz aus lauter Hinterwäldlern besteht, denen nichts besseres einfällt, als arme Frauen mitsamt deren emotionaler Intelligenz permanent zu unterdrücken.

Um es noch einmal gesagt zu haben

Daß es feministisch tickenden Zeitgenossinnen im Leben nicht um eine der in ihren Hirnen zahlreich vorhandenen Gruppengerechtigkeiten geht, sondern ausschließlich um die Macht, läßt sich einwandfrei belegen mit den Branchen, in denen ihnen jegliche „Geschlechtergerechtigkeit“ an ihren ach-so-benachteiligten Hinterteilen vorbeigeht. Gerüstbauer, Industrietaucher, Müllkutscher, Straßenbauer und Trucker hätten nichts gegen deutlich mehr Quotzen in ihren Berufen. Nur sind die Quotzen halt nicht scharf auf diese Berufe. Parlamentarier, Vorständin, Aufsichtsrätin – das sind die Sahnejöbchens, bei denen den subjektivistischen Chauvinas gänzlich zu Unrecht das Wasser der Begehrlichkeit im Munde zusammenläuft. Da sind sie richtig heiß drauf. Und dieses virtuose Hin- und Herspringen zwischen differenz- und gleichheitsfeministischen Argumentationsmustern macht ihnen so schnell kein Aufrichtiger nach. Die feministisch „inspirierte“ Rosinenpickerei: Dieses können Frauen nicht – weil sie anders als Männer sind. Jenes können sie aber schon – weil sie den Männern gleich sind. Krasser: Eure lebensgefährlichen und unterbezahlten Drecksjobs könnt ihr für euch behalten, ihr Männer. Von euren Sahnejobs tretet ihr allerdings welche an uns ab, weil wir …äh … ja … weil wir eine „Mumu“ haben. Das ist schließlich ein Grund.

Ein weiser Mann merkte einst an, als das noch ächtungsfrei möglich gewesen ist, das Weib, das an die Macht komme, entwickle sich unvermeidlich zum Tyrannen, weil es kein Mann sein kann. Wie er das wohl so lange vor einer Angela Merkel, einer Claudia Roth, einer Mutherem Aras, einer Ursula von der Leyen und dem ganzen restlichen, naseweisen Schnattergeschwader in den feministisch korrekten Talgshows des deutschen Fernsehens bereits wissen konnte? Oder die Lutherbibel von 1912, 1. Korinther 14:34: „Wie in allen Gemeinden der Heiligen lasset eure Weiber schweigen in der Gemeinde; denn es soll ihnen nicht zugelassen werden, daß sie reden, sondern sie sollen untertan sein, wie auch das Gesetz sagt.“ So viel steht fest: Daß der weise Mann und die Korinther gottverdammte Chauvis gewesen seien, Machos, die nichts Gutes im Sinn hatten und Frauen bloß unterdrücken wollten, ist eine Behauptung, welche hauptsächlich von denen aufgestellt wird, die wahrscheinlich Waschweiber hätten bleiben müssen, anstatt Quotze zu werden, wenn nicht irgendwelche progressistischen Männer eines Tages im Suff leichtsinnig ausgerufen hätten, die selbstreferentiellen Weibspersonen hätten ebenfalls Bedenkenswertes zum Wohle des Ganzen beizutragen. Zum Wohle des Ganzen hätten sie schon viel beizutragen, das stimmt. Nur eben in Politik und Medien nicht. Und das Wohl des Ganzen muß man immer im Auge behalten.

Man überlege: Ist es wirklich nur ein dummer Zufall, daß eine einzige Frau als Bundeskanzlerin völlig ausgereicht hat, um das Land derartig zu spalten, daß sowohl Männer als auch Frauen an der Frage verzweifeln, wie es jemals wieder geeint werden kann? – Nein, das Geschlecht als Kriterium für irgendetwas herzunehmen, das mit der Fortpflanzung nichts zu tun hat, ist der Einstieg in den kulturellen Untergang gewesen. Meine ganze Lebenserfahrung sagt mir, daß ich damit recht habe. Und ich habe verdammt gern recht, auch um den Preis, daß ich dadurch zum Dissidenten werde. Was der institutionalisierte Staatsfeminismus mit seiner Beschlagnahmung der Legislative als Ersatzpatriarchat zum Schutze der Gebenedeiten an kulturellen Verheerungen bewirkt, das geht auf keine Kuhhaut mehr. Die psychischen Lasten von Scheidungskindern und alleinerziehenden, zur Erwerbsarbeit verdonnerten und dennoch ach-so-befreiten Müttern legen trauriges Zeugnis davon ab. Es tut mir leid, daß ich hier keinen anderen Bescheid abliefern kann.

In Norwegen hat man übrigens bereits Erfahrungen mit dem, was Frau Lambrecht und Frau Dr. Giffey in Deutschland erst noch durchgesetzt haben wollen. Dort schuf der Volksmund für die Quotzen in den Vorständen und den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen den Begriff „Goldröckchen“. Ein anderer Effekt ist gewesen, daß sich etliche börsennotierte Unternehmen lieber von der Börse zurückzogen, als sich von der Regierung irgendwelche Geschlechtsvorstände aufs Auge drücken zu lassen. Die Norweger sind uns eben voraus. Den Obskurantinnen von der universitären Gender-Mainstreaming-Rotfront wurde vor Jahren schon jegliche staatliche Förderung entzogen. Zu verdanken haben die Norweger diese löbliche Entwicklung natürlich einem Mann. Sein Name ist Harald Eia. Mit seiner Fernsehserie „Hjernevask“ hatte er eindrücklich nachgewiesen, daß es sich beim Gender-Mainstreaming um eine Pseudowissenschaft handelt, die im Politischen nichts verloren hat. Anstatt aber von den Norwegern zu lernen, ziehen es deutsche Politikerinnen vor, den Wahnsinn immer noch weiter zu steigern. Als ob das Land nicht entweder wegen oder trotz der ubiquitären Vergötzung weiblicher Klugheit kurz vor seinem endgültigen Ruin stünde. Verdächtig ist ja schon, daß kaum irgendwo die Forderung erhoben wird, nach einem halben Jahrhundert forcierter Frauenermächtigung wenigstens einmal eine (Zwischen)bilanz zu ziehen, um zu überprüfen, welche hoffnungsvoll-feministischen Prophezeiungen von vor fünfzig Jahren eigentlich Realität geworden sind. Gerade die Frauen, die von dieser fast euphorisch vorangetriebenen Ermächtigung profitiert haben, sind bezeichnenderweise die letzten, die einer solchen Bilanzierung offen gegenüberstehen. Allein der Vorschlag, eine solche Bilanz endlich einmal zu erstellen, ist für sie schon „Sexismus“. Sexist ist übrigens auch immer nur der Mann, Feministinnen hingegen nie. Dieser ganze Linksstaat ist eine einzige degenerative Erscheinung. So gesehen passt ein Gesetz über Frauenquoten in den Vorständen von Unternehmen wie die Faust aufs Auge.

Zugegebenermaßen ist „Quotze“ ein Wort, das nicht auf viel Gegenliebe stoßen wird. Es wird Leute geben, die mich dieser Wortkreation wegen vulgär nennen. Aber es ändert ja nichts. Oder fällt irgendwem ein anderes Wort ein, das den Sachverhalt derartig treffend, kurz & bündig auf den Punkt bringt? – Eben. Was nicht schön ist, muß auch nicht schön klingen.

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram