Leitende Amtsärztin fordert komplette Ausgangssperre für einen Monat

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"Experten"-Anhörung im Plenarsaal (Bild: Schleswig-Holsteinischer Landtag - FOTO: MICHAEL AUGUST)

Schleswig-Holstein – Bei der Befragung des schleswig-holsteinischen Landtages von sogenannten „Experten“ stellt die leitende Amtsärztin des Gesundheitsamts Neumünster, Alexandra Barth, fest, dass Familienfeiern und religiöse Feste die Hotspots der Übertragung seien. Deshalb fordert die Expertin den totalen Lockdown für einen Monat. Dann läuft sich nämlich das Virus „tot“. Ach ja- auch im nächsten Sommer ist noch nicht alles gut. Ein möglicher Impfstoff könnte erst im Winter des kommenden Jahres seine Wirkung entfalten. Rechtliche Grundlagen müssten zudem dafür sorgen, dass die „irren Verschwörungstheorien aufhören“, fordert Uni-Prof. Philip Rosenstiel.

Am Mittwoch kam es – mit viel Tam-Tam – zu einer Zusammenkunft im schleswig-holsteinischen Landesparlament. Im Plenarsaal wurden eine sogenannte „Experten-Anhörung“ als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt. Zu Wort kamen im Laufe des Tages insgesamt zehn Experten, neben Medizinern und Juristen auch Wirtschaftsexperten und ein Krisenforscher. Kritische Stimmen, Experten, die nicht regierungskonform die Corona-Maßnahmen abnicken und befürworten, waren indes – Wunder über Wunder – nicht in der Anhörung vertreten.

Ein besonders eifriges Corona-Expemplar aus der sogenannten Expertenrunde: die leitende Amtsärztin des Gesundheitsamts Neumünster, Alexandra Barth. Eindringlich machte Barth den „Ernst der Lage“ deutlich: „Wenn die Einschränkungen so lasch bleiben, werden wir schnell nicht mehr handlungsfähig sein.“ So richtig in Schwung gekommen, fordert die Medizinerin im Lauterbach-Stil den totalen Lockdown für einen Monat mit kompletter Ausgangssperre an: „Dann läuft sich die Epidemie tot.“

„Rechtliche Grundlagen, damit die irren Verschwörungstheorien aufhören“

Nur einfache Appelle würden nicht ausreichen, schloss sich Uni-Professor Philip Rosenstiel an: „Auch in Schleswig-Holstein wird auf den Intensivstationen gestorben“, so die martialischen Worte des Herrn Professor, gefolgt von der Forderung, jegliche Kritik an den aktuellen Coronamaßnahmen im Keim zu ersticken:

Es müsse „klare rechtliche Grundlagen geben“, auf denen entschieden werde – „damit auch die irren Verschwörungstheorien aufhören“. Mit Blick auf mögliche erste Impfstoffe sagte Rosenstiel, es sei zu früh, Entwarnung zu geben nach dem Motto: „Nächsten Sommer ist alles gut“. Impfstoffe würden möglicherweise erst im Winter kommenden Jahres Wirkung entfalten.

Maskentragende Kinder fühlen sich erwachsen

Ob die Maskenpflicht an den Schulen gerechtfertigt sei, fragte der Abgeordnete Jörg Nobis (AfD). „Die Wirkung ist empirisch nicht gut untersucht“, so die Antwort eines Kinderarztes. Darum habe sich sein Verband noch im August gegen eine Maskenpflicht an Schulen ausgesprochen. Die Erfahrung zeige aber, dass die Masken inzwischen auch „an den Grundschulen gut akzeptiert“ würden. Auch die befürchteten Hautprobleme seien ausgeblieben, so der Kinderarzt weiter. Eine Kinderpsychologin setzte dem ganzen die Corona-Krone auf, indem sie einen „positiven Effekt“ heraushob: „Die Kinder fühlen sich erwachsener“.

Unter den angehörten Experten befand sich keine einzige kritische Stimme. (SB)

 

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