Die Impfmaschinerie rollt an: Alles startklar für den Goldenen Schuss

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Foto: Von Tatevosian Yana/Shutterstock

Der logistische und finanzielle Aufwand, den die Bundesregierung in enger Abstimmung mit den Ländern derzeit zur Einrichtung der Impfzentren betreibt, die ab 2021 die selbsterfüllende Prophezeiung (um nicht zu sagen: den Selbstzweck) dieser Pandemie erfüllen sollen, sprengt bald alle Dimensionen – obwohl nach wie vor weder klar ist, ob und wie der Wirkstoff wirkt, welche Nebenwirkungen er für die Risikogruppen hat – und wieviele sich tatsächlich impfen lassen werden.

Inzwischen stürzen sich auch die sich bislang in Zurückhaltung übenden weltgrößten Investoren auf das Dorado des Covid-Impfmarktes: Star-Investor Warren Buffet legt – laut „Handelsblatt“ – rund 6 Milliarden Euro in Pharma-Aktien an, darunter neben dem Biontec-Partner Pfizer auch in deutsche Papiere wie Merck. Man verspricht sich Großes. Denn sicher ist: Dieser Masterplan, auf den sich fast das gesamte staatliche Treiben seit Monaten hinorientiert, ist zum Erfolg verdammt, um seine eigene Monumentalität zu rechtfertigen. Wenn die Skepsis bei zu vielen Bürgern überwiegen sollte, die sich dem erlösenden „Schuss“ verweigern, wird der Staat – das lässt sich schon jetzt prophezeien – mit Zwang nachhelfen.

So geht die Bundesregierung bereits von einem regelrechten Fließbandbetrieb bei der Verabreichung der Vakzine aus – wer diese am Ende auch immer liefert (und einmal ganz dahingestellt, ob und wie binnen weniger verbleibender Monate die Logistik von Lagerkapazitäten bis Tiefkühlketten gewährleistet werden soll): Ein normaler Arzt soll nächstes Jahr dann täglich 96 mal impfen, wobei für jeden Patienten die Prozedur von der Ankunft an der Impfstelle bis zum Vollzug möglichst nicht länger als 15 Minuten dauern soll. Das geht aus den „Empfehlungen für die Organisation und Durchführung von Impfungen gegen Sars-Cov-2“ hervor, wie „dts Nachrichtenagentur“ diese Woche berichtete.

Die Frage, wie die Ärzte sich dann eigentlich noch ihren sonstigen Aufnahmen, der Betreuung des Regelbetriebs ohne Nachteile für die Patienten widmen sollen, scheint genauso in den Hintergrund zu treten wie beim normalen Klinikbetrieb, der wegen Corona gerade zum zweiten Mal heruntergefahren wird. Weil „…die Aufklärung ausschließlich durch ärztliches Personal erfolgen kann, im Gegensatz etwa zur Impfung an sich, die an geschultes medizinisches Assistenzpersonal delegiert werden kann„, so der Wortlaut der „Empfehlungen“, geht es nicht ohne die Praxisärzte.

Ärzte, die zu Impf-Bütteln gemacht werden

Auf 24 Seiten führt das Papier detailliert aus, wie die Impfungen bundesweit laufen sollen. Unterteilt wird in drei Phasen: In den ersten beiden Phasen (Phase 1A und 1B), wenn der Impfstoff noch begrenzt ist und sich wahrscheinlich hohe Anforderungen an die Lagerung wie zum Beispiel eine Kühlung bei minus 60 Grad stellen, sollen Impfzentren die Arbeit übernehmen. Anfangs wird der Impfstoff auch nur in Mehrdosenbehältnissen lieferbar sein. Für Arztpraxen, die in der dritten Phase die Impfungen übernehmen, sollen später Einzeldosen zur Verfügung stehen, die auch nicht mehr bei so großen Minus-Temperaturen gelagert werden müssen.

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„Mittelfristig“, so heißt es in dem Papier, würden mehrere Impfstoffe in der EU zur Verfügung stehen. Aufgelistet sind insgesamt sieben, darunter der des deutschen Entwicklers Biontech und des US-Pharmakonzerns Moderna, der an diesem Montag eine 94-prozentige Wirksamkeit seines Impfstoffes bekannt gegeben hatte. Logistisch wird das Einrichten der Impfzentren ein Kraftakt für Bund, Länder und Kommunen. Das Papier sieht eine lange Liste von Institutionen vor, die personell und organisatorisch helfen sollen. Dazu zählen unter anderem: Der Öffentliche Gesundheitsdienst, niedergelassene Ärzte und ihre Organisationen, Kliniken, Bundeswehr und Hilfsorganisationen wie DRK und THW. Für die Beherbergung der Zentren kommen den Plänen der Bundesregierung zufolge neben großen Hallen auch Kirchen, Zelte und Container in Frage.

Nationale Umstellung nicht auf „Kriegs-„, sondern Impfwirtschaft

Alleine für die großen Impfzentren werden riesige Summe ausgegeben: Mindestens 100 Millionen Euro plant alleine Nordrhein-Westfalen für die 53 Corona-Impfzentren ein für Betrieb und Organisation, berichtet die „Rheinische Post“ unter Berufung auf eine Vorlage für den Finanzausschuss des Landtags. Für das Material, also Spritzen und Kanülen, werden bereits 5,3 Millionen Euro veranschlagt. Die – beim Biontec-Impfstoff notwendige – Lagerung bei minus 70 Grad Celsius, aber auch die Lagerung bei zwei bis acht Grad im Fall des Moderna-Impfstoffs verschlingt demnach drei Millionen Euro plus sieben Millionen Euro für die Logistik (Transport und Einlagerung). Mit weiteren zehn Millionen Euro rechnet das Land für die Verarbeitung des Impfstoffs „zur gebrauchsfertigen Anwendung“ sowie das Aufziehen auf Spritzen durch steril herstellende Apotheken. Der Löwenanteil, 65 Millionen Euro, entfällt auf den Betrieb der 53 Impfzentren: Miete, Personal, Schutzausrüstung, Sicherheitsfirmen, Fahrservice für die mobilen Teams und Informationsmaterial. Außerdem kommen die Wissenschaftler und Gutachter nicht zu kurz: Der „Impfprozess“ soll durch eine wissenschaftliche Studie für eine Million Euro „begleitet“ werden.

Und all das nur für zunächst ein halbes Jahr – und nur in einem Bundesland. In der Vorlage heißt es weiter: „Da Erfahrungen für eine derartige Massenimpfung fehlen, ist davon auszugehen, dass zusätzliche Ausgaben entstehen, die noch nicht bekannt sind.“ Dafür soll ein Sicherheitspuffer von zehn Millionen Euro vorgehalten werden. Und auch ob das reicht, ist noch nicht klar – es könne sich „jederzeit Änderungs- und Aktualisierungsbedarf ergeben“.

Milliardensummen zwingen zum Erfolg

Doch dies sind nur die von den Ländern getragenen Kosten der Verabreichung. Richtig teuer ist die Beschaffung von Corona-Impfstoffen insgesamt: Im kommenden Jahr plant die Regierung dafür drei Milliarden Euro ein. Das teilte das Bundesfinanzministerium den Mitgliedern des Bundestags-Haushaltsausschusses mit, wie das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ berichtet. Danach soll die Summe aus einem speziellen Corona-Vorsorgetitel des Einzelplans 60 bezahlt werden. Dabei handelt es sich um einen Betrag in Höhe von insgesamt fünf Milliarden Euro, der für bisher nicht abschätzbare Corona-Kosten reserviert wird.

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Im „Einzelplan 60“ sind Einnahmen und Ausgaben des Bundes zusammengefasst, die nicht einem einzelnen Ressort zugeordnet werden können. Zudem plant der Bund eine Milliarde Euro für den Aufbau und den Betrieb der geplanten Impfzentren ein. Die Kosten dafür sollen zwischen Bund und Ländern aufgeteilt werden. Bei der Beteiligung des Bundes handelt es sich aber voraussichtlich nur um eine Anschubfinanzierung. Später ist geplant, dass die Kosten aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds bezahlt werden.

Bei diesem Kostenapparat wird schnell klar, dass die gesamten gegenwärtigen Maßnahmen – wie auch die sie begründenden allwöchentlichen Testorgien – unerlässlich sind: All das darf nicht umsonst gewesen sein. Je grandioser die aktuell installierte Impfmaschinerie zum Erfolg werden soll, desto umfassender muss zuvor die Katastrophe ausgemalt werden.

Impfkritiker am Pranger

Und zur Sicherstellung des Masterplans gehört natürlich auch die Desavouierung von Skeptikern und Kritikern, die absichtsvoll der pauschalen Verschwörungsschiene der „Impfgegner“ und „Faktenleugner“ zugeordnet werden. So hat in Anbetracht des nahenden „Durchbruchs“ bei der Corona-Impfstoffentwicklung hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ausgerechnet den Impfstoff-Gegnern  „Angstmache“ vorgeworfen: „Warnungen vor Erbgutschäden sind falsch und verursachen unbegründete Ängste„, sagte PEI-Präsident Klaus Cichutek der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ . Befürchtungen, die neuen mRNA-Impfstoffe könnten das Erbmaterial des Menschen verändern, „entsprechen nicht dem wissenschaftlichen Erkenntnisstand„, so Cichutek.

Wie hieb- und stichfest dieser „wissenschaftliche Erkenntnisstand“ in dieser Pandemie ist, davon konnte sich zwar jeder durch die immer wieder auf den Kopf gestellten, binnen Wochen völlig widersprüchlich ausfallenden Einschätzungen des Nutzens der Maske sowie der Infektiosität von Kindern überzeugen: Nichts von dem, was als gesichert galt, hatte kurz darauf noch Bestand. Aber beim Impfstoff soll das natürlich ganz anders sein, großes Ehrenwort…

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