Lagerkoller greift um sich: Landkreis zäunt Wohnblock nach 16 Corona-Fällen ein und sperrt rund 100 Menschen weg

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Zaun (Symbolbild: shutterstock.com/Von Fahroni)

Niedersachsen/Helmstedt – Nach einer Riesen-Hochzeitsfeier kam es in einem Wohnblock im Helmstedter Wohnviertel Dammgarten zu einem sogenannten „Corona-Ausbruch“. Weil sage und schreibe 16 Personen (?) nun positiv auf den Erreger getestet wurden, hat der Landkreis kurzerhand zwei Wohnblocks eingezäumt und rund 100 Menschen unter strenge Zwangsquarantäne gestellt. „Die Maßnahme sei angemessen und nötig“, teilt der Landkreis mit.

In Helmstedt sind nach einem Corona-Ausbruch aufgrund einer „Riesen-Hochzeitfeier“ – so die Bezeichnung des Portals news38 – zwei Wohnblocks eingezäunt und unter strenge Quarantäne gestellt werden. Die Maßnahme sei angemessen und nötig, weil Bewohner die Quarantäne-Anordnungen mehrfach missachtet hätten, teilte der Landkreis mit. Auch aufklärende Gespräche hätten keine Wirkung gezeigt. Bislang sei die Situation angespannt, aber friedlich. Nun hatte der Landkreis kurzerhand die Wohnblöcke eingezäunt. Ein Sicherheitsdienst „achtet“ darauf, dass die Zwangsquarantäne eingehalten wird und keiner der „Corona-Gefangenen“ das Gebäude die nächsten zwei Wochen verlassen noch andere dieses betreten können.

Insgesamt sind laut dem MDR rund 100 Menschen von der behördlich angeordneten Maßnahme betroffen. Sie werden medizinisch versorgt und von Mitarbeitern der Diakonie, des Deutschen Roten Kreuzes und Einkaufshilfen der Jungsozialisten (Jusos) unterstützt. Weil sage und schreibe 16 Personen positiv auf den Virus getestet wurden, hält der Landkreis es für „angemessen und nötig“, 100 Menschen in den Corona-Knast zu schicken. Die mutmaßlichen „Verursacher“, sprich die Teilnehmer der „Corona-Riesen-Hochzeitsfeier“ haben indes keine Konsequenzen zu befürchten. Wie die Behörde auf Anfrage der Helmstedter Nachrichten mitteilt, gäbe es zwar „Indizien, die die Annahme rechtfertigen, dass die Hochzeit ursächlich für den Corona-Ausbruch war“. Beweisen lasse sich dies indes nicht.

Nicht das erste, behördlich angeordnete „Corona-Gefängnis“ in schwarz-rot regierten Niedersachsen. Im Juni wurden in einem Göttinger Wohnhauskomplex 600 Menschen unter Corona-Quarantäne gestellt. Ganz anders als bei den lammfrommen, obrigkeitshörigen Deutschen eskalierte die Wut angesichts der Maßnahmen in dem mehrheitlich von Migranten bewohnte „Corona-Wohnsilo“. Bei einer Auseinandersetzung wurden elf Polizisten unter anderem mit Pflastersteinen und Metallstangen verletzt. Bei nachfolgenden Ermittlungsverfahren wurde den Beschuldigten laut dem NDR schwerer Landfriedensbruch, versuchte schwere Brandstiftung, tätlicher Angriff auf Polizeibeamte, gefährliche Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung sowie Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz vorgeworfen. (SB)

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