Bundesregierung verherrlicht Lockdown – mit Werbespots auf „Wochenschau“-Niveau

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Szene aus dem Regierungs-"Werbespot" (Screenshot:Youtube)

Regierungspropaganda, die Goebbels mit Stolz erfüllt hätte: Im Zuge der von langer Hand vorbereiteten Neuauflage des fatalen Lockdowns vom Frühjahr setzt der Staat auf dasselbe Framing wie damals – und versucht die Perversion jeglicher Lebensnormalität und jedes gesunden Sozialverhaltens zur Heldentat umzudeuten. In steuergeldfinanzierten Werbespots wird das Nichtstun, das Zuhause-Herumsitzen zur Tugend erklärt.

In einem der Videos sitzt ein fiktiver älterer Mann namens „Anton Lehmann“ aus einer fernen Zukunft im Lehnsessel vor der Kamera und erzählt pathetisch, wie er 2020, „im Corona-Winter„, zum „Helden“ wurde – Mit „Nichtstun„. Was hier propagiert wird, erinnert ein wenig an den Gratismut von „wirsindmehr“ & Co.: Die Regierung bestimmt, was richtig ist, und „dafür“ zu sein an der Seite der Vielen, gilt heute wieder als selbstlos und preiswürdig. So züchten sich Regimes ihre überzeugten Untertanen.

Eine „unsichtbare Gefahr bedrohte alles, woran wir glaubten„, sinniert „Lehmann“ über die Corona-Situation in Deutschland rückblickend – wenigstens hier haben die Macher des inzwischen viral gegangene Videos unfreiwillig recht – denn Corona ist tatsächlich „unsichtbar“, jedenfalls ist das, was davon in Intensivstationen und auf Friedhöfen „sichtbar“ wird – bei aller noch so großen Tragik jedes Einzelfalls – keinesfalls schwerwiegender als die Grippewellen früherer Jahre, in denen weder Lockdowns noch „Corona-Winter“ ausgerufen wurden.

Das Schicksal des Landes hat plötzlich in unseren Händen gelegen… also taten wir,, was von uns erwartet wurde: Nichts. Absolut gar nichts„, schwurbelt „Anton Lehmann“ (in einem zweiten Spot kommt eine Frau mit ähnlichem Text zu Wort). Auf die Spitze getrieben wird die Aktion mit dem Spruch: „Geduld war unsere Waffe!“. Wahrlich, und was für eine „Waffe“: Geduldig schauen die Deutschen weiter in Angststarre zu, wie ihr Land vor die Hunde geht, wie ihre Zukunft zerstört wird und wie reale Todesopfer in weit höherer Zahl tagtäglich in Kauf genommen werden zur Vermeidung hypothetischer Todesopfer der „Pandemie“.

Zynisch und geschmacklos von A bis Z

Mit dieser Propaganda werden die Parolen vom März/April – „Zuhause bleiben, leben retten„, „Wir bleiben zuhause!“, „gemeinsam einsam“ und dergleichen noch weit übertroffen. Wurden diese damals mitgetragen und ernstgenommen – in Erwartung einer um Größenordnung gefährlicheren „Pandemie“, die diesen Namen auch verdient hätte -, so wirken die neuerlichen Durchhalteparolen, die Appelle für „aufopferungsvolles“ Cocooning und Stubenhockertum wie der verzweifelte Versuch, einer herbeigetesteten Notlage Dringlichkeit zu verleihen, nachdem seit Monaten gleichlautende alarmistische Prophezeiungen einer angeblich permanent kurz bevorstehenden Katastrophe zunehmend ihre Wirkung verfehlen. Motto: Wenn schon Fehlalarm, dann sollen wenigstens die Sirenen möglichst laut schrillen.

An Geschmacklosigkeit ist der Clip schon deswegen kaum zu überbieten, weil er stilistisch den Zeitzeugenberichten der Kriegsgeneration nachempfunden ist, die von ihren traumatischen Erfahrungen in ähnlicher Form berichtet hatten – allerdings dann emotionale Erinnerungen an eine echte existenzielle Krise. Heute verhöhnt ein zielgruppengerecht gecasteter Seniorendarsteller, der im Futur II das Zuhausegebliebensein als stolzes Volksopfer, als heroische Leistung preist, all jene, die in diesen Tagen ihre wirtschaftliche Existenz verlieren ebenso wie die, die zuhause eben keineswegs „gar nichts“ machen, sondern sich durch Home-Office über Wasser zu halten versuchen.

Denn für die wachsende Rentnergeneration, die sich von diesem unterirdischen Video-Testimonial der Bundesregierung wohl am ehesten angesprochen fühlen, ist der Lockdown bei weitem kein so großer Unterschied zum Alltag vor Corona wie für alle Jüngeren und noch Berufstätigen – just jene, für die das Virus mehrheitlich gar keine Gefahr darstellt, die aber dennoch zum Zuhausebleiben gezwungen werden.

Bezeichnend übrigens, dass auch Netz-Zumutung Sascha Lobo voll des Lobes für die irrsinnige Lockdown-PR war. Die Kritik, die der erste Spot mit „Anton Lehmann“ in den Netzwerken erntete, veranlasste Lobo, diese als „knalldackelig und deutsch“ zu schmähen:

Ungleich geistreicher und pointierter nahm hingegen Claudio Casula zum Jubel-Tweet von Regierungssprecher Steffen Seibert Stellung, der den Clip unter dem Hashtag „#besondere Helden“ geteilt hatte:

 

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