Unser Luxus-Entwicklungsminister lässt Schwarzbrot nach Afrika zum Frühstück einfliegen

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Gerd Müller (Bild: shutterstock.com/Von Alexandros Michailidis)

Gerd Müller (CSU) inszeniert sich auf seinem Bundesentwicklungsministerposten als bescheidener Asket, stets um das Wohl der Armen dieser Welt bemüht. Tatsächlich jedoch möchte er auf seinen Afrikareisen nicht auf das geliebte Schwarzbrot zum Frühstück verzichten. Das lässt er sich in Großherrenart einfliegen. Die Frau Gemahlin begleitet den Schamlos-Minister auf Steuerzahlerkosten regelmäßig auf seinen Dienstreisen und übernachtet in Luxushotels. 

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) soll seine Ehefrau, eine gelernte Rechtsanwaltsfachfrau, regelmäßig auf Steuerzahlerkosten im Regierungsflieger mit auf Dienstreisen mitgenommen haben, anstatt den Platz anderen Politikern zu geben. „In der gesamten Legislaturperiode gab es nicht eine Einladung. Mehrfach habe ich das angesprochen. Die Reaktion war: Das sei so, er als Minister könne nun mal bestimmen, wer mitreist. Müller tut der Entwicklungspolitik keinen Dienst, wenn er Parlamentarier systematisch von Informationen vor Ort ausschließt“, so Christoph Hoffmann, entwicklungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion gegenüber der Bild-Zeitung. Die Begleitung durch die Ehefrau führt ebenfalls dazu, dass bei mancher Reise auch für den Koalitionspartner SPD kein Sitz mehr im Regierungsflieger frei war.

Nach Informationen der Zeitung ist Müller der einzige Minister aus dem Kabinett, der die „Möglichkeit“ nutzt, seine Frau in der Regierungsmaschine mitzunehmen. Im Oktober 2017 ging es für die Frau Gemahlin – vom Steuerzahler bezahlt – nach Uganda und Ägypten, im August 2018 nach Eritrea, Äthiopien, Mosambik, Botswana, Simbabwe, Tschad und Ghana, im Oktober 2018 nach Tunesien, im Januar 2019 nach Malawi und Sambia, im August 2019 nach Kenia, Ruanda und Kongo, im Februar 2020 erst nach Nigeria, Sudan, Ägypten, dann im selben Monat noch nach Indien und China.

Wenn der studierte Pädagoge und Politikwissenschaftler Müller entscheidet, dass seine Frau im Interesse der Bundesrepublik Deutschland mitfliegt, muss sie lediglich 30 Prozent eines Economy-Lufthansa-Tickets für den First-Class-Flug im Luxusregierungsjet an die Bundeswehr bezahlen. Nimmt Müller seine Gattin als „sonstige Begleitung“ mit, wird der Tarif eines normalen Lufthansa-Economy-Tickets fällig, so die Zeitung weiter. Der Minister entscheide selbst über die jeweilige Zuordnung, so ein Sprecher des Verteidigungsministeriums gegenüber der Bild. (Ein Lufthansa-Economy-Flug Berlin-Nairobi kostet ca. 500 Euro, 30 Prozent davon sind 150 Euro. Ein First-Class-Ticket kostet übrigens 4.500 Euro).

Kaum ein Minister scheint so viele Sonderwünsche zu haben, wie der Bundesentwicklungsminsiter Gerd Müller. So habe der Luxus-Bursche mehrfach Vier-Sterne-Hotels in Afrika abgelehnt und auf ein Upgrade in ein Luxus-Hotel mit fünf Sternen bestanden.

Richtig abgehoben, richtig pervers wird es, wenn es um das Frühstück des Herrn Entwicklungsminister geht. Denn Herr Müller frühstückt gern Schwarzbrot. Und das auch in Afrika. Und weil selbiges im Entwicklungsland nicht vorhanden war, ließ Müller sich das Brot aus Deutschland einfliegen. Auch bei Kaffee hat der Edelgeist Müller so seine eigenen Vorstellungen. Im Global-Regierungsflieger nach Addis Abeba (Äthiopien) Ende 2019 bekam Müller einen Wutanfall, weil der Kaffee nicht ökologisch nachhaltig war. Vor allem die Stewardess traf sein Ärger, er soll „Sauerei“ gebrüllt haben.

Wie verlogen das Umweltgetue des CSUlers ist, zeigte Müller dann bei der Weiterreise von Addis Abeba nach Gamela. Weil dort der Global-Learjet nicht landen konnte, wurde laut Frachtunterlagen der Militärtransporter A400M leer aus Deutschland eingeflogen. Im April 2019 beschwerte sich Müller, nachdem es für ihn kein eigenes Regierungsflugzeug gab und er die Reise nach Washington mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD) im Airbus 321 der Luftwaffe absolvieren musste. Bei der Landung soll er sich – zum Erstaunen von Mitpassagieren – echauffiert haben, dass es eine Zumutung sei, so reisen zu müssen.

Wie die Bild-Zeitung berichtet, will Müller mit dem Abrackerjob im nächsten Jahr aufhören. Für seine Nach-Minister-Zeit soll er sich aktuell einen luxuriösen Versorgungsposten organisieren: als Generaldirektor bei der Unido, der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung. Jahreseinkommen: 250 000 Euro, steuerfrei plus Dienstvilla in Wien und Dienstwagen. Am Mittwoch kürte ihn das Kabinett zum deutschen Kandidaten für den Traum-Job. Im November 2021 könnte es dann für Müller soweit sein: Da wählen die Unido-Mitgliedsländer den neuen Generaldirektor für vier Jahre.

Müller bestreitet aktuell alle Vorwürfe und twittert kurz und bündig den Steuerzahlern zu:

Im Kommentarbereich zeigt man sich fassungslos:

 

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