Der gechipte Bürger (nein, nicht der Gefährder): Abstand- und Kontaktüberwachung bald rund um die Uhr?

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In Deutschland laufen Schwerverbrecher, Gefährder und Terrorverdächtige wie wandelnde Zeitbomben frei herum, müssen teilweise von pro Kopf Dutzenden Beamten dauerüberwacht werden – doch weder elektronische Fussfesseln noch implantierte Sender dürfen ihnen verpasst werden, da dies gegen die Menschenwürde verstieße und eine unzulässige Überwachung und Freiheiteinschränkung bedeute. Doch bei deutschen Schülern in Corona-Zeiten soll hingegen genau dies fortan möglich sein.

Im Rahmen eines großangelegten Feldversuchs sollen im Saarland mal ebenso 3.000 Schüler zu Versuchskaninchen gemacht werden – und mit speziellen Computerchips ausgestattet werden, die aufzeichnen sollen, welche Schüler miteinander Kontakt hatten – und die, damit dem ganzen noch ein praktischer Nutzen zukommt, durch Warnsignalen „zum Abstandhalten animieren“ sollen. Wie die „Saarbrücker Zeitung“ berichtet, soll die von Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes durchgeführte Studie noch dieses Jahr starten.

Die dabei verwendeten Spezialchips erfassen die Daten anonymisiert und können, so die Zeitung die Positionen auf dem Gelände auf 15 Zentimeter genau bestimmen. Alle so erfassten Daten sind offiziell „für Computermodelle“ bestimmt, mit denen „die Ausbreitung des Virus vorhergesagt“ werden kann. Das ganze läuft im Rahmen einer Kooperation der Hochschule mit dem saarländischen Bildungsministerium, das „neue Schutzkonzepte für Schulen in der Corona-Pandemie entwickeln“ will. Zumindest ist dies der offizielle Vorwand. Ob die Schüler überhaupt gefragt werden oder über bewährten „sozialen Druck“ und Angst zur Teilnahme verleitet bzw. „gefügig“ gemacht werden sollen, ist unklar.

Im Prinzip ist das, was hier untersucht werden soll, nichts anderes als die logische Weiterentwicklung der Corona-App – nur als „eingebauter“ Chip für jedermann, der auch ohne jedes einzelne Zutun Daten erhebt und preisgibt. Es braucht jedenfalls nicht allzu viel Phantasie, um vorherzusagen, dass – wenn sich das Modell bewährt – dieses bald verpflichtend an deutschen Schulen kommen wird, in einem weiteren Schritt dann auch gleich bei allen Bürgern. Dies wäre dann die erste konkrete Verwirklichung der aus dystopischen Science-Fiction-Werken bekannten (bzw. berüchtigten) „gechipten“ Bürger unter staatlicher Totalüberwachung rund um die Uhr – ein Alptraum für Bürgerrechtler und Datenschützer, der jedoch gut in die Zeit passt. (DM)

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