Der Impfstoff als Heiland: Das Volk bettelt um die Nadel

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Die Impfung naht - um welchen Preis? (Foto:Imago/FutureImage)

Nachdem die kurz vor ihrer Verabschiedung stehende 3. Fassung des Infektionsschutzgesetzes – entgegen der politischen Zusagen, die Impfung (auch gegen Corona) bleibe in jedem Fall freiwillig – eben sehr wohl einen Anordungsvorbehalt für Schutzimpfungen enthält und damit die Impfdiktatur durch die Hintertür zumindest vorsorglich schon einmal legalisiert ist, verwundern auch all die anderen dubiosen Ereignisse rund um die für Anfang nächsten Jahres geplante Impf-Mania nicht mehr.

Das ganze Jahr über hat die Bundesregierung mit Steuermitteln geaast und praktisch keine Möglichkeit ausgelassen, sich – redundant, mehrgleisig und teilweise sogar bei konkurrierenden Anbietern – durch Vorbestellungen, Finanzierungszusagen oder Unternehmensbeteiligungen einen „Platz an der Sonne“ unter den privilegierten und ersten Impfstoff-Beziehern zu sichern. Teilweise verfolgten Spahn und Merkel dabei auch eigene Strategien.

Die Kanzlerin beteiligte sich im April großspurig an den von der EU-Kommission unter Ursula von der Leyen eingesammelten Geldern (6,5 Milliarden Euro) für Bill Gates‘ Gavi-Impfallianz; Jens Spahn setzte hingegen auf das „Oxford“-Bündnis, das gemeinsam mit dem Pharmariesen AstraZeneca forschte, und sicherte sich mit anderen EU-Staaten dort im Juni 400 Millionen Impfdosen. Zugleich stieg der Bund bei Konzernen wie dem ganz zu Beginn der Krise favorisierten Hopp-Unternehmen CureVac und weiteren Forschungsfirmen als Teilhaber ein.

Multilaterale Steuergeldverpulverung

Und jetzt, nachdem alles darauf hindeutet, als ob der Mainzer Hoffnungsträger Biontech das Rennen macht, langt die Bundesregierung gerne wieder in die Vollen – und sichert sich im Zuge der Kontingenzreservierung eine Großbestellung an Impfdosen: Von dem von der EU-Kommission mit Biontech ausgehandelten Kontingent von 300 Millionen Dosen stünden Deutschland – entsprechend seines Bevölkerungsanteils – 56 Millionen Dosen zu. Doch Spahn verplapperte sich – und redete von „bis zu 100 Millionen Impfdosen“. Nun steht der Verdacht im Raum, dass die überschüssige Extralieferung höchstwahrscheinlich im Gegenzug zu einer aus dem Bundesforschungsetat erfolgten Förderung von Biontech in Höhe von 375 Millionen Euro erfolgen sollte. Dies dementieren sowohl der Bund als auch das Unternehmen – doch die Frage stellt sich dann, wieso eigentlich die Regierung 375 Millionen Euro an eine Firma zahlt, die ihren Börsenwert binnen 24 Stunden um 20 Milliarden Euro steigerte und der an der Seite ihres US-Partners Pfizer goldene Zeiten bevorstehen.

Geliefert hat Biontech bislang wohlgemerkt noch nicht, und auch bisher –  bezeichnenderweise – noch kein einziges Präparat je auf den Markt gebracht. Dass dieses Quasi-Startup nun gemeinsam mit einem amerikanischen Pharmariesen, der vor allem durch das Potenzmittel Viagra groß wurde, für die Erlösung der Menschheit zuständig sein soll, stimmt doch etwas mulmig. Zumal auch die Frage nach der Unabhängigkeit von anderen „Playern“ und mutmaßlichen Hauptprofiteuren dieser Pandemie im Raum steht, die sich selbst mit üppigen Zuschüssen die Loyalität der Mainzer Biowissenschaftler frühzeitig gesichert haben:

(Screenshot:Twitter)

Die Verkündung des Durchbruchs beim Impfstoff unmittelbar nach der (womöglich verführen) Ausrufung Joe Bidens zum neuen US-Präsidenten – eine Bekanntgabe noch vor der Wahl hätte Trump ja nützen können – war nicht die einzige Unregelmäßigkeit rund um dieses Possenspiel, das einem perfekten strategischen Ablaufplan folgt. Denn was nun, schlagartig, binnen weniger Tage plötzlich verkündet und aus dem Hut gezaubert wurde, kann unmöglich in Reaktion auf die plötzlichen Durchbrüche beim Impfstoff ausgearbeitet worden sein, sondern muss bereits seit Monaten in der Schublade gelegen haben.

Ausgerechnet eine Regierung, die sonst nichts auf die Kette kriegt, rollt nun eine Corona-Impfstrategie zwischen Bund und Ländern aus, die bis ins kleinste Detail auf die nun eingetretene Situation – einschließlich der verfügbaren Dosen – eingeht. So sollen in exakt geplanten Impfzentren je nach Größe bis zu 4.000 Menschen am Tag den Wirkstoff verabreicht bekommen können, wie das Wirtschaftsmagazin „Business Insider“unter Berufung auf Kreise der Kassenärztlichen Vereinigungen berichtet, mit denen Spahn heute über die konkreten Details der Impfstrategie sprechen will. Pro Impfzentrum sind rund 100 Mediziner dafür notwendig, heißt es.

Erste Anlaufstelle für Menschen, die geimpft werden wollen, soll zudem der ärztliche Bereitschaftsdienst sein, der während der gesamten Pandemie nur telefonisch erreichbar ist: Nach dem Anruf soll man entweder in ein Callcenter zur Vereinbarung eines Termins in einem Impfzentrum gestellt werden oder wie gewohnt bei medizinischen Problemen, die kein lebenswichtiger Notfall sind, an einen Bereitschaftsarzt verwiesen werden. Wer sich einen Impftermin geben lassen will, muss zunächst einige Fragen beantworten, anhand derer ermittelt wird, ob die entsprechende Person überhaupt impfberechtigt ist.

Steigerung der „Impfmoral“

Erkennbarer Plan hinter all dem ist die offenkundige Absicht, das gesamte Volk durchzuimpfen. Und um die „Impfmoral“ zu steigern, wird nun – passend zum Endspurt – noch einmal ordentlich die Panikmache aufgedreht, indem uns trotz geltenden Lockdowns immer weiter steigende „Fallzahlen“ präsentiert werden. Die Maßnahmen Maskenzwang und Lockdown dienen der Angstmache, die Pandemie weiter todernst zu nehmen – sie dürfen paradoxerweise keine Erfolge zeitigen, weil es sonst ja keine Motivation zum Impfen mehr gäbe, wenn bei Eintreffen des Impfstoffs Corona ein weiteres Mal auf dem Rückzug wäre.

Und so wird uns die Biontech-Vakzine denn höchstwahrscheinlich als neuer Heiland oder als Christkind verkauft, als Allheilmittel, mit dem die finale Erlösung Einzug hält. Passend dazu verkündete gestern der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Lars Feld, schon einmal Zweckoptimismus – und zeigten sich zuversichtlich, dass sich ein Impfstoff gegen das Coronavirus positiv auf die Konjunktur auswirken wird: „Wenn der Impfstoff wirksam genug ist und die Leute sich impfen lassen, dann könnte das kommende Jahr schon besser ausfallen. Jedenfalls werden wir in den Folgejahren die Auswirkungen der Krise dann leichter bewältigen können“, so Feld laut „dts Nachrichtenagentur“.

Von langer Hand geplant

Bei soviel Vorab-Propaganda ist davon auszugehen, dass Roger Letsch Recht behalten dürfte, der diese Woche schrieb: „Dieser Corona-Impfstoff wird wohl ähnlich bedingungs- und teilweise auch grundlos angenommen werden wie die Ablassbriefe des Johann Tetzel. Wenn man nur genug Angst vor der Hölle hat, verkauft sich alles wie von selbst, was Erlösung verspricht. Egal ob vor Höllenqualen, ‚gut gemeinter‘ Regierungsfürsorge oder Pleite.“

Unbequeme und kritische Fragen stellt sich indes niemand – und vermutlich können oder wollen die Regierungen sie auch nicht beantworten; etwa, wieso die „Risikogruppen“ einen immer noch experimentellen Impfstoff als erste erhalten sollen, der ja wohl – schon aus ethischen Gründen – nicht an alten oder vorerkrankten Menschen getestet worden sein kann, ausgerechnet diesen jedoch zum Schutz prioritär verabreicht werden soll; was, wenn hier etwas schief geht? Oder, noch etwas naheliegender: Wofür es überhaupt diesen Impfstoff braucht, wenn bislang über 400.000 Menschen die Infektion ohne Medikamente oder Impfung überstanden haben? (DM)

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