Antichristlich: CDU missbraucht Sankt Martin für ihre Corona-Diktatur

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Laterne, Laterne, Sonne Mond und Maske (Foto:Imago/Symbolbild)

Eigentlich findet St. Martin als christliches Fest hierzulande ja kaum noch statt – als von völkischen, rechtsextremen und alten weißen Kultursuprematisten begangene Chauvi-Tradition, die weltoffene, tolerante Muslime diskriminiert – weshalb immer öfter „Sonne-, Mond- und Lichter“- oder „Herbst-Feste“ an seine Stelle treten. Wenn es allerdings gilt, idiotische Rechtfertigungen für eine ebenso rechts- wie vernunftwidrige Politik zu finden, dann kommt das Martinsfest den Altparteien wiederum plötzlich sehr gelegen: Die CDU setzt in diesem Jahr mal eben so die Maske mit St. Martins Mantel gleich.

Sankt Martin hätte Maske getragen„, schreibt die CDU Deutschlands auf Facebook, und setzt hinzu: „Barmherzigkeit mit den Schwächsten„. Eine Aussage, so spekulativ und ähnlich wenig falsifizierbar wie die These „Jesus Christus hätte Angela Merkel mit Anlauf in den Arsch getreten“ oder „Noah hätte keine Mittelmeerflüchtlinge an Bord genommen“. Wie sieht es eigentlich mit der „Barmherzigkeit“ gegenüber Menschen aus, die von der Maskenpflicht aus gesundheitlichen Gründen befreit sind und dafür unfassbare Anfeindungen erleben?

(Screenshot:Facebook)

Was die CDU hier betreibt, ist die ultimative Resteverwertung ihrer einstmals christlichen Substanz: Nur noch dafür kommt ihr der Glaube gelegen: Das Corona-Regime ihrer Kanzlerin promoten – ansonsten stehen alle Zeichen stramm auf Islamisierung. Eine derart schamlose und dreiste Vereinnahmung christlicher Traditionen und Glaubensinhalte für eine freiheitsfeindliche und anmaßende Bevormundungspolitik hat man in Deutschland jedenfalls seit Tagen der „Deutschen Christen“ nicht mehr gesehen. Die Alltagsmaske als Symbol des geteilten Schutzes und der Nächstenliebe aufzubieten – darauf muss man erst einmal kommen.

Wenigstens verstehen wir jetzt, wieso wohl so viele Muslime – vor allem Jugendliche der Party- und Eventszene – die Corona-Auflagen und insbesondere auch den Maskenzwang ignorieren: Vermutlich haben sie die christliche Botschaft dieses Stofffetzens noch vor der CDU erkannt – und wollen damit folglich nichts am Hut haben. Übrigens: Geteilte Maske ist halbe Maske – und schützt dann immer noch genauso gut oder schlecht wie eine ganze Maske gegen Viren. Und wetten, dass in der Adventszeit der Bart des Weihnachtsmannes kurzerhand ebenfalls zur Maske umfunktioniert wird – zu Social-Distancing-Chören „Ihr Kinderlein bleibet, bleibet wo ihr seid„?

Übrigens feiert der Schwachsinn anlässlich des diesjährigen Martinsfestes nicht nur in den Durchhalteparolen von Maskenfetischisten einer einst wertkonservativen und christlichen Partei fröhliche Urständ, sondern auch in gänzlich sinnfreien, Schilda-würdigen Prohibitionserlassen in Nordrhein-Westfalen: Aufgrund des heutigen Starts der Karnevalssaison – ein traditionell vor allem im Rheinland willkommener Anlass zum Feiern – gilt heute ein NRW-weites Verkaufsverbot von Alkohol in Supermärkten. Mit dem vorhersagbaren Effekt natürlich, dass bereits gestern alle Regale leergehamstert waren und heute trotzdem jeder besoffen ist; eine weitere treffliche Anekdote darüber, von welchen Intelligenzbestien wir in diesem Staate regiert werden. (DM)

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