Wer bezahlt eigentlich den „Lockdown“?

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Foto: Durch zimmytws/Shutterstock

Wie alles im Leben haben auch die November-Maßnahmen zur versuchten Eindämmung der Virusgefahr ihren Preis. Wie hoch der ist, weiß niemand genau. Die Bundesregierung rechnet jedenfalls mit deutlich weniger Milliarden Euro als die besonders betroffenen Branchen, will aber notfalls noch mehr helfen, als sie derzeit beabsichtigt.

Von Wolfgang Hübner

Woher sie das Geld nimmt? Aus ihrem Sparschwein wohl nicht, denn das ist schon lange geschlachtet und restlos verzehrt. Also beschafft sie die Milliarden mit Schuldenaufnahmen in immer schwindelerregenderer Höhe. Da Schulden verzinst und getilgt werden müssen, falls keine Staatspleite riskiert werden soll, muss jemand diese Lasten der Zukunft auf sich nehmen. Und wer ist das? Richtig: Es sind die arbeitenden, wertschöpfenden, steuerzahlenden Bürgerinnen und Bürger.

Unsere allwissenden Spitzenpolitiker haben bei ihren Maßnahmen schon gut bedacht, wer vom „Lockdown“ deshalb, zumindest in der großen Mehrheit, nicht betroffen sein soll: Die arbeitenden, wertschöpfenden, steuerzahlenden Bürgerinnen und Bürger. In Deutschland ist das eine Minderheit, die aber alle finanziellen Lasten trägt.

Diese darf zwar nun einstweilen nicht in Restaurants, Kneipen, Cafés, Kinos, Theater, Opern oder Fitneßstudio gehen, sie muss Masken tragen und soll auch im Ehebett besser 1,50 Meter Abstand halten. Doch werktags von 8 bis 17 Uhr ist die Arbeit für den fürsorglichen Staat und auch noch ein bisschen für die eigene Existenz Bürgerpflicht für die Minderheit der wertschöpfenden und steuerzahlenden Deutschen.

Da diese Minderheit erstaunlicherweise an dieser Situation keinen vernehmbaren Anstoß nimmt, klappt die Kalkulation von Merkel und den Ministerpräsidenten der Bundesländer bestens. Gewiss: Nur arbeiten, aber nicht mehr feiern und leben, nur ARD/ZDF, Netflix und Sky statt Hollywood, Schillers „Räuber“ und Wagners „Lohengrin“ – das ist für viele schon unschön. Doch dafür haben all die arbeitenden, wertschöpfenden, steuerzahlenden Bürgerinnen und Bürger unseres Volkes die befriedigende Gewissheit, im Kampf der neuen Volksgemeinschaft gegen das Virus ihren wichtigen Beitrag zu leisten – insbesondere die Jahrgänge ab 1970.

Und sollte der Beitrag dieser nach der segensreichen Anti-Baby-Pille geborenen Landsleute demnächst nicht reichen, um die Schuldenlast zu schultern: Merkel resp. ihrem Nachfolger und den Ministerpräsidenten wird garantiert die rettende Idee kommen. Damit „wir“ auch das schaffen!

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