Zahlenspielereien: R-Wert sinkt 8. Tag – Höchste Zahl an Corona-Toten seit April

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Foto: Shutterstock

Von Anfang an haben die Regierenden und ihre unterstehenden Behörden mit allerlei verwirrenden Zahlenspielen und völlig aussagelosen Berechnungsgrundlagen dafür gesorgt, dass die ohnehin schon verängstigte Bevölkerung (Rettet mich, ich habe einen Schnupfen) immer mehr verunsichert wurde.

Heute mal wieder ein paar neue Zahlen aus dem Corona-Zauberkasten:

Die Corona-Statistik hat am zweiten Tag des Lockdowns in Deutschland gute und schlechte Zahlen zu bieten. Die Zahl der Menschen, die innerhalb eines Tages mit einer nachgewiesenen Corona-Infektion starben, lag am Abend bei 166, dem höchsten Wert seit 29. April. Die Daten basieren auf direkten Abfragen bei den 401 kreisfreien Städten und Landkreisen und weichen stets etwas von den Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ab, der Trend ist aber stets derselbe. Ob die Patienten allerdings mit oder an Corona starben, wird nicht gesagt. Genauso wie weiterhin verschwiegen wird, wie alt die Patienten waren und ob sie unter Vorerkrankungen litten. Ebenfalls wird vermieden, Vergleiche zu den vergangenen Jahren zu machen.

Der auf dieser Basis berechnete 7-Tage-R-Wert sank allerdings den achten Tag in Folge und liegt nun bei 1,19. Die Zahl der Neuinfektionen schnellt zwar weiter in die Höhe, das Tempo nimmt aber ab. So meldeten die Gesundheitsämter am Dienstag bis 20 Uhr 16.966 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages, und damit 24 Prozent mehr als am Dienstag der letzten Woche. Auch diese relative Steigerung nimmt seit letzter Woche fast kontinuierlich ab, zwischenzeitlich hatten sich die täglichen Neuinfektionszahlen innerhalb einer Woche mehr als verdoppelt.

Und das alles, bevor der Lockdown überhaupt Wirkung zeigen kann.

Die Situation auf deutschen Intensivstationen ist derzeit ebenfalls unterschiedlich. „Einige der Intensivstationen sind schon sehr belastet, bei anderen gibt es noch größere Kapazitäten“, sagte Christel Bienstein, Präsidentin des Deutsche Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), der „Rheinischen Post“ (Mittwochausgabe). Es sei aber bereits absehbar, dass sich die Situation zuspitzen werde.

„Die Covid-Patienten benötigen meist recht lange die Intensivversorgung, sodass man nicht auf eine schnelle Fluktuation auf den Stationen bauen kann“, sagte Bienstein weiter. Pflegekräfte könnten nicht einfach auf Intensivstationen versetzt werden. „Die Fachpflegepersonen auf den Intensivstationen haben überwiegend eine Zusatzausbildung absolviert, beziehungsweise Berufserfahrung im Bereich und sie arbeiten in einem hochkomplexen Gebiet. Das kann man nicht auf die Schnelle lernen“, sagte Bienstein. Für eine gute pflegerische Versorgung sei diese Qualifikation notwendig und bei Personalmangel sollte man zuerst versuchen, Personal mit der Zusatzausbildung beispielsweise über Zeitarbeitsfirmen oder den Freiwilligen-Pool zu bekommen. Die Idee des Robert-Koch-Instituts (RKI), dass – in absoluten Ausnahmefällen – auch infizierte Pflegefachpersonen für die Versorgung von Covid-Patienten eingesetzt werden, wenn sie selbst symptomlos sind und in Schutzausrüstung arbeiten, sei „leider“ noch nicht vom Tisch, kritisierte Bienstein.

Für die Langzeitpflege sei es wichtig, dass die Einrichtungen bei der Umsetzung der Teststrategie unterstützt würden, damit man einerseits den Infektionsschutz möglichst gut durchführen könne und keine Situation schaffe, in der die Menschen mit Pflegebedarf völlig isoliert würden. In der Nacht zu Mittwoch wurden in deutschen Intensivstationen 2.397 Covid-19-Patienten behandelt, 19.175 mit anderen Leiden.

 

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