Britische Experten erwarten mehr Selbstmorde- in Deutschland empfiehlt man „puzzeln“

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Foto:Von Srdjan Randjelovic/shutterstock

In Großbritannien warnen 42 Psychologen und Psychotherapeuten in einem offenen Brief an die Regierung vor den Folgen des erneut verhängten Lockdowns. Er werde vermehrt zu Depressionen, Alkoholismus, häuslicher Gewalt und Selbstmord führen. In Deutschland wird eine „Glücksforscherin“ zu Rate gezogen. Und die empfiehlt Zimmerrenovierung und Puzzeln, um der Verzweiflung zu entgehen. 

Vermehrt Selbstmord, Selbstverletzung, Alkoholismus und häusliche Gewalt befürchten die 42 führenden britischen Psychologen. Je länger die Sperrung dauert, desto schlimmer werde dieser „Kollateralschaden“ sein, warnen sie.

Die Sperrung solle Covid-Todesfälle verhindern. Aber es sei auch sicher, dass mehr Menschen durch andere körperliche Krankheiten wie Krebs, Alkoholismus, Sucht und Selbstmord sterben werden, wie man bereits zu Beginn des Jahres beobachten konnte.  “Dies wird auch zu intensiver Einsamkeit und Depression führen, und bei älteren Menschen führt genau das zusammen mit einer schlechten körperlichen Gesundheit zum Tod“, weiß die Psychologin Dr. Keri Nixon, eine Expertin für Trauma und häusliche Gewalt. „Ironischerweise werden sie dadurch umso anfälliger für Covid“, so Nixon.

Jedes sechste Kind in England werde jetzt wahrscheinlich Kriterien für ein psychisches Problem erfüllen, Berichte über eine Zunahme von Selbstverletzung und Missbrauch mehren sich und es gebe einen einem besorgniserregenden Hinweis auf eine erhöhte Selbstmordrate bei jungen Erwachsenen und Kindern, erklären die Experten laut MailOnline in ihrem Brief.

Die Berichterstattung habe sich „auf extreme Angst und Bedrohung konzentriert“. Wenn die Angst über einen langen Zeitraum anhält, kann sie schädlich werden und die Immunität des Körpers verringern. Die Folgen dieser Angst sind zunehmende Phobien und Zwangsstörungen. Während des ersten Lockdowns habe die Inzidenz von psychischen Erkrankungen um 60 Prozent zugenommen, zitieren die Wissenschaftler die medizinische Fachzeitschrift The Lancet.

„Einige Kinder werden die Überzeugung entwickeln, daß die Welt gefährlich, ansteckend und beängstigend ist“, was laut der Psychologen schwerwiegende negative psychologische Folgen haben wird.

„Soziale Kontakte und menschliche Berührung sind für die psychologische Stabilität von wesentlicher Bedeutung. Isolation kann zu Einsamkeit führen und ist ein Prädiktor für Selbstmordgedanken“ heißt es weiter.

Zu den am schlimmsten Betroffenen gehören junge Eltern und Hinterbliebene, wie der Brief hinzufügt: „Das Leiden, das durch die Einschränkung der Anwesenheit von Angehörigen während der Geburt und des Lebensendes verursacht wird, ist unvorstellbar und hat ein psychisches Trauma für den Einzelnen, seine Familie und das Personal zur Folge.“

„Wir fordern dringend eine Überprüfung der aktuellen Maßnahmen. Es ist Zeit, unseren Ansatz zu überdenken“, so das Fazit der 42 Unterzeichner.

In Deutschland weiß man es wieder einmal besser: „Die Annahme, psychische Erkrankungen hätten als Folge des Lockdowns zugenommen, kann ein Forscherteam am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim nicht bestätigen. Ausprägungen und Häufigkeiten psychischer Erkrankungszeichen zur Zeit des Covid-19-bedingten Lockdowns im April 2020 unterscheiden sich im Vergleich zu 2018 nicht“, berichtete im September Thieme über eine entsprechende Studie.

Hierzulande setzt man lieber auf den Rat sogenannter Glücksforscher wie Michaela Brohm-Badry von der Universität Trier, die genau weiß, wie man die nicht enden wollenden Freiheitsbeschränkungen in Corona-Zeiten seelisch gut übersteht: „Wir sollten etwas tun, bei dem wir uns frei fühlen und etwas, das wir gut können.“ Zum Beispiel ein Zimmer renovieren, puzzeln oder musizieren, so ihr Ratschlag gegen Depression und Selbstmordgedanken. Und Freunde könne man zur Not ja auch „digital“ treffen, empfiehlt die „Glücks-Expertin“. (MS)

 

 

 

 

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