Deutsche Islamversteher und Verharmloser: Seit 9/11 immer dasselbe Elend

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Symbolfoto: Von Prostock-studio/Shutterstock

Schweigen, Gleichgültigkeit, Pflicht-Betroffenheitsbekundungen – und ansonsten eine unerträgliche Mischung aus Phrasen und Beschwichtigungen bis hin zu einer bizarren Opfer-Täter-Verdrehung: Das sind wieder einmal die klassischen Reaktionen aus Deutschland auf den Folgeterror in Frankreich, der sich zuletzt im Kirchenmassaker von Nizza und gestern erst wieder Lyon manifestierte (und wohl erst an seinem Anfang steht).

Der Umgang hat sich seit fast zwanzig Jahren, seit 9/11, nicht ansatzweise geändert. Sogar die Phrasen sind gleichgeblieben – obwohl nichts gelernt und nichts unternommen wurde. Wenn etwa Grünen-Chef Robert Habeck nach Nizza nun eine „konsequente Haltung im Kampf gegen militante Islamisten“ fordert, so ist dies ebenso ernstzunehmen, als würde er morgen die Atomenergie verteidigen: „Nach wie vor zählt der Islamismus zu den gravierendsten Bedrohungen für die innere Sicherheit aller freien Gesellschaften„, so Habeck gegenüber der „Süddeutschen Zeitung„, und weiter: Wir müssen diesen Terror, die Gewalt in Deutschland wie in Europa mit allen Mitteln des Rechtsstaates bekämpfen.„. Die Töne sind übrigens auch in der Union nicht anders; Friedrich Merz twittert etwa:

„Nulltoleranz“, davon ist in diesen Tagen oft zu hören. Doch weder für die Groko-Parteien noch für die Grünen und erstrecht nicht die Linken steht diese Forderung allerdings in Widerspruch zu einer weiterhin unbegrenzten und naiv-fahrlässigen Aufnahme von Flüchtlingen aus den Ländern, in denen der IS-Terror seine schlimmsten Ausprägungen zeigte. Habecks Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckart war eine der Ersten, die als „Moria-Roadie“ nach dem dortigen taktisch gelegten Großbrand die kompromisslose Aufnahme aller jungen Racker von den Insellagern forderte, nachdem sie sich auch für die „Seenotrettung“ munter weiter starkmacht.

Und so buchstabieren wir linksgrüne Doppelmoral: Fliegt sie alle ein – und wenn es aus deren Reihen dann zu Terror und Gewalt kommt, dann hat eben nichts mit nichts irgendwas zu tun. Unbeirrt trötet Habeck weiter: Schönfärberei sei fehl am Platz; weil der Terror darauf abziele, „uns durch Angst und Misstrauen zu spalten„, so der Grünen-Chef, „fordert uns das als offene, vielfältige Gesellschaft in besonderer Weise heraus.“ Deshalb müsse Islamismus „mit der ganzen Härte des Gesetzes“ verfolgt werden. Selten so gelacht: Nicht einmal gerichtlich angeordnete Abschiebungen können mehr in diesem Land durchgeführt werden – und am wenigsten in den Ländern, wo Habecks grüne Staatszersetzer mitregieren.

Heuchelei und Projektionen

Wie glaubwürdig nicht nur die von den Grünen, sondern in der politischen Linken generell erhobenen Forderungen nach konsequenter Bekämpfung von Islamismus sind, zeigt sich dann daran, dass Islam-Aufklärer wie etwa Michael Stürzenberger juristisch verfolgt, vom Staatsschutz beobachtet und permanent in die rechte Ecke gedrängt werden; oder dass Kritiker wie Hamed Abdel-Samad öffentlich kaum Anerkennung und Präsenz erfahren, weil man wohl den Zorn der verhätschelten Mohammedaner nicht auf sich ziehen und keine Wählerstimmen riskieren will. Geht es noch heuchlerischer?

Ja, geht es. Quasi die Königsdisziplin der Gegenpropaganda ist die Umlenkung der Ereiferung über islamistischen Terror auf den Dauerpopanz „Rechtsextremismus“ – in all seinen behaupteten Erscheinungsformen. Die Projektionsleistung ist hierbei mindestens ebenso enorm wie der Grad der Schizophrenie, doch manchen gelingt dieser geistige Quantensprung ganz mühelos. Zum Beispiel dem wohl, freundlich ausgedrückt, „verhaltensauffälligsten“ Abgeordneten im Deutschen Bundestag, Helge Lindh (SPD), der in einer nur noch wahnsinnig zu nennenden Rede ernsthaft die AfD zu Komplizen des islamistischen Terrors rückte:

Aber auch Lindhs Parteichefin Saskia Esken ist inzwischen von allen guten Geistern verlassen – und erweckt immer mehr den Eindruck, sie sei in Wahrheit womöglich ein eingeschleustes U-Boot mit dem Ziel der endgültigen Zerstörung der Sozialdemokratie von innen heraus: Nicht nur ging es auch bei ihr gleich wieder gegen den „Hass auf den Islam“ (als den Muslime seit jeher jede Kritik an allen im Namen ihres Propheten verübten Anschlägen diskreditieren); sie nahm auch gleich Multikulti und Migranten gegen Anfeindungen in Schutz. Zu Recht wies Don Alphonso darauf hin, dass im Grundgesetz vom „deutschen Volk“, nicht aber von der „migrantischen Gesellschaft“ die Rede ist.

(Screenshot:Twitter)

Und für die Union war es der Mann fürs Grobe auf Twitter, Ruprecht Polenz, der wieder einer seiner einfältigen und grundverkehrten Analogien brachte, hier zur Scheindifferenzierung zwischen Islam und Islamismus – was natürlich wiederum, bei ihm zwanghaft, auf eine Stufe mit „Rechtsextremismus“ gehievt werden muss:

(Screenshot:Twitter)

Und sogar noch perfider:

(Screenshot:Twitter)

Eine endperverse Relativierung unternahm, passend dazu, das linksradikale Portal der Amadeu-Antonio-Stiftung, „Belltower News„. Dort wurde – eine Art umgekehrte Hufeisentheorie – die Mär vom funktionalen Zusammenwirken von Islamisten und Rechtsextremen weitergesponnen: „Tatsächlich inspirieren sich terroristisch planende Täter des Islamismus und Rechtsextremismus gegenseitig„, heißt es da, die Rede ist von „Akzelerationismus“ – und der in Avignon fast zeitgleich mit Nizza verübte Pistolenangriff eines schwarzen Taxifahrers, der eine Jacke mit Symbolen der „Identitären“ trug, wird als rechtsradikale Gegenreaktion angedeutet. Subtext: Identitäre sind also ein  zumindest ebenso großes Problem wie Taliban, IS-Gefährder, Salafisten und Dschihadisten!

Auch Publizisten wie Jürgen Todenhöfer setzen mit ihrer Islam-Submission und ihrem Anbiederungskurs genau die falschen Zeichen („ist es klug, dass der französische Präsident Macron die Beleidigung des Islam zu seinem persönlichen Hobby gemacht hat?“). Solange diese Art von „Journalismus“, im Fall von Belltower sogar massiv steuergeldgefördert, in Deutschland ungestraft möglich ist und weiter von den Problemen abgelenkt wird, braucht sich niemand über eine immer weitere Eskalation dschihadistischer Gewalt wundern.

Aber auch die Mainstreammedien tragen mit einem aufdringlichen Framing Mitschuld an einer völlig verniedlichten Wahrnehmung des Problems. Dass der „Spiegel“ auf den Versuch des französischen Rechtsstaats hin, dem Treiben radikaler Muslimen endlich Einhalt zu gebieten, nicht etwa die unfassbaren Reaktionen der muslimischen Welt verurteilte, sondern stattdessen Präsident Emmanuel Macron attackierte, war geradezu typisch:

(Screenshot:Spiegel)

Und die gebührenfinanzierte „Deutsche Welle“ beeilte sich nach Nizza als allererstes in einem pathetischen Rührstück, die Betroffenheit französischer Muslime auf das Attentat hin zu rapportieren, die nun Anfeindungen ausgesetzt seien: „In Nizza verurteilen Muslime das Attentat auf die Basilika Notre-Dame“, erfährt man da. „Gleichzeitig ist der Frust groß, dass manche den Täter mit gläubigen Menschen gleichsetzen, die genauso trauern wie alle Franzosen.“ Als sei dies die typische muslimische Reaktion gewesen auf die Enthauptung des Lehrers Samuel Paty und die sich anschließende Gräueltat von Nizza – und nicht die hunderttausendfachen wütenden Allahu-Akbar-Proteste von Muslimen in Frankreich, in Großbritannien und vor allem in der gesamten islamischen Welt. Auch hier bestimmt wieder das Bewusstsein das Sein: Das eigene Weltbild muss aufrechterhalten bleiben, koste es was es wolle.

Der Hauptgrund dafür, dass der Islamismus in Deutschland eine Dauerschonfrist genießt und unter dem Radar jeglicher sicherheitsbehördlichen Wachsamkeit ungestört immer weiter an Boden gewinnt, ist die Vernarrtheit der politikbestimmenden Linken in speziell die eine große Weltreligion, die seit ihrer Existenz der große Gegenspieler des christlichen Abendlands war. Die Verbündung derer, die den kulturmarxistischen Traum der Zerstörung aller westlichen Werte und Traditionen träumen, mit jenen, die von der Zerstörung des Westens seit letztlich 1400 Jahren träumen, hat ermöglicht, dass binnen weniger Jahrzehnte ein Islamisierungsgrad in Westeuropa erreicht wurde, der selbst im Fall der Eroberung Wiens und einem Erfolg der Osmanischen Expansion vor 300 Jahren nicht eingetreten wäre.

Doch nicht nur sichtbare Arabisierung, Orientalisierung und Levantisierung der Alten Welt (wo in vielen Innenstädten heute weniger Europäischstämmige anzutreffen sind als selbst in Tunis, Istanbul oder Dubai) ist dabei das Problem. Sondern die Blindheit gegenüber dem „politischen Islam“, ein in Abgrenzung zu einem angeblich rein religiösen, mystisch-fromm verstandenen Islam, den es eigentlich nur in der Phantasie seiner Apologeten gibt. Dieser Islam verfolgt eine machtpolitische, realfaschistische Agenda – und er verdankt sein Erstarken den Appeasement-Politikern, die ihn als zu Deutschland gehörig, als diskurs- und konsensfähig und in der Moderne angekommen fehlbepreisen. Schlimmer hat die Aufklärung noch nie vor dem Mittelalter kapituliert als in diesen Tagen. (DM)

 

 

 

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