Wieso die „Seenotrettung“ am Nizza-Attentat Mitschuld trägt

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Flüchtlinge bei der sogenannten Seenotrettung (Archivbild:Imago/Xinhua)

Der Messermörder von Nizza, der in Nizzas größter Kirche vorgestern drei Menschen tötete – darunter eine 70jährige Frau, der unter „Allahu Akbar“-Rufen der Kopf abgeschnitten wurde – kam in einem ganzen Pulk von Flüchtlingen am selben Tag nach Lampedusa, an dem auch deutsche „Seenotretter“ dort eine Schiffsladung Migranten abluden.

Der britische „Guardian“ berichtete gestern unter Berufung auf italienische Behörden, dass der Attentäter, der 21-jährige Tunesier Brahim Aouissaoui, am 20. September in die EU gelangte – und zwar „über die italienische Insel Lampedusa„. Für diesen Tag ist dort die Ankunft von 26 Schiffen dokumentiert, auf denen mehrheitlich tunesische Flüchtlinge illegal die EU-Gestade erreichten. Unter den großen Rettungsorganisationen war auch die  Anlandung der von der „Sea-Eye“ betriebenen „Alan Kurdi“, verzeichnet; die „Hilfsorganisation“ entließ an diesem Tag 133 bei drei vorherigen Einsätzen an Bord genommene Flüchtlinge (auch überwiegend Schwarz- und Nordafrikaner) in die EU-Sozialsysteme.

Ursprünglich wurde daher spekuliert – und auch JouWatch hatte dies in einer älteren Version dieses Artikels zunächst als höchstwahrscheinlich bezeichnet -, dass die „Alan Kurdi“ den Killer von Nizza nach Italien gebracht hatte. Dies traf jedoch nicht zu. Denn inzwischen steht – wie auch die „Tagesschau“ berichtet – fest, dass Aouissaoui nicht zu den Migranten gehörte, die von der Küstenwache oder einer Nicht-Regierungsorganisation aufgefischt wurden, sondern offenbar  gemeinsam mit rund 20 Landsleuten auf einem kleinen Boot kam, das in der tunesischen Hafenstadt Sfax gestartet war. Auf Lampedusa kam er zunächst in den Aufnahme-Hotspot, um von dort vier Tage später – gemeinsam mit rund 800 anderen Migranten – zur Corona-Quarantäne auf dem Fährschiff „Rhapsody“ untergebracht zu werden.

Das Wochenende, an dem Aouissaoui fünf Wochen ankam, hatte europaweit für Schlagzeilen gesorgt, weil sich die Inselbevölkerung von Lampedusa, mitten in der wiedererstarkenden Corona-Krise und aufgrund der bereits bestehenden Notsituation durch die „Flüchtlinge“, vehement gegen die erneut insbesondere von den NGO’s ständig herbeigeschipperten Migranten sträubte. Unbeirrt davon setzten die NGO’s, auch die „Alan Kurdi“, anschließend jedoch ihr Werk fort – und brachte fünf Tage später gleich die nächste Fracht nach Italien; diesmal 125 „Schiffbrüchige“, die in Sardinien abgesetzt wurden – wo sie ebenfalls von Protesten der wütenden Inselbevölkerung empfangen wurden. In beiden Fällen war das Innenministerium in Rom nach tagelangem Ringen eingeknickt, und hatte der Anlandung der deutschen Menschenfischer zugestimmt.

Auch wenn die „Alan Kurdi“ in diesem Fall also nicht als „Terror-Shuttle“ fungiert hat – als gesichert kann dennoch gelten: Ohne das ungehinderte Treiben dieser Organisationen, deren immer wieder vom Erfolg gekrönte humanitäre Erpressung von Regierungen zur Aufnahme und Duldung der Migranten führt, würden sich auch keine oder zumindest deutlich weniger „wilde“ Flüchtlinge auf eigene Faust Richtung italienische Mittelmeerinseln, Kanaren oder griechische Inseln aufmachen. Und vielleicht auch der Dschihadist Aouissaoui nicht, der keine fünf Wochen nach seiner Ankunft dann drei unschuldige Christen in Nizza wie Vieh abschlachtete.

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Wie der französische Anti-Terror-Staatsanwalt Jean-François Ricard mittlerweile bestätigte, weiter Richtung Mitteleuropa – und reiste illegal nach Frankreich weiter, wo er am 9. Oktober in Paris eintraf. Dort wurde der junge Islamist dann offenbar von der Enthauptung des Lehrers Samuel Paty zu seiner islamistischen Gewalttat „inspiriert“.

Wie sagte „Sea Eye“-Einsatzleiter auf der „Alan Kurdi“ Gordon Isler, als die Migranten am 20. September von Bord seines Schiffes gingen (zur selben Zeit wie der Mörder):  „Die Geretteten brauchen Schutz und müssen sofort das Schiff verlassen. Sie dürfen nicht Gegenstand von Verhandlungen unter EU-Staaten werden“. Genau genau dieser „Schutz“ war in diesem Fall das Todesurteil für die drei Menschen in Nizza; darunter war, neben der geköpften Rentnerin, auch die 30jährige- Brasilianerin Simone Barreto Silva, Mutter dreier Kinder, deren Bild gestern durchs Netz ging:

(Screenshot:Youtube)

Was Gutmenschen wie Carola Rackete (die sich für ihr „Engagement“, ihre „Courage“ hierzulande feiern und mit Preisen überschütten lässt), oder besagtem Gordon Isler wohl dazu einfällt, die als Hauptaktivisten der „Seenotrettung“ die Maschinerie mit ihrer Sogwirkung am Laufen halten, die uns eben auch jede Menge neue Gefährder nach Europa pumpt?

Und bevor wieder die Schubladendenker Schnappatmung bekommen: Nein, es wird hier NICHT behauptet, dass jeder der Mittelmeer-„Flüchtling“ ein Islamist, Terrorist oder Krimineller ist. Doch ganz abgesehen davon, dass es sich um illegale Migration handelt: Wir wissen schlicht nicht, wer sich nach Europa aufmacht – und die „Retter“ selbst wissen es auch nicht. Es handelt sich daher um ein lebensgefährliches Gutmenschen-Lotto oder eher: um Russisches Roulette. Der einstige Kampfspruch der 1980er-Friedensbewegung „Deutsche Waffen, deutsches Geld / morden mit in aller Welt“ bedarf dringend einer zeitgemäßen Neufassung: „Deutsche Retter, deutsches Spendengeld / morden mit in ganz Europa“ wäre heute treffender. (DM)

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