Systemkomiker und Staatskünstler flehen Politik um Gegenleistungen für ihre Linientreue an

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Florian Schröder bei "AlarmstufeRot"-Demo vorgestern (Foto:Imago/Zeitz)
Corona macht sie alle zu Bettlern: Deutschlands Haltungs-„Comedians“, regierungsergebene Kabarettisten und Kleinkünstler, die aus jeder Pore das Bekenntnis zum divers-bunten, weltoffenen Linksstaat predigten – sie verstehen die Welt nicht mehr: Da trommeln sie für Flüchtlinge und gegen Rechts, treten bei „wirsindmehr“ auf, taggen sich selbst mit allen Parolen des Zeitgeists von „unteilbar“ bis „BLM“ und rufen zu Spenden für „Seenotrettung“ auf – und plötzlich, dank Corona, fühlen sie sich von der Regierung im Stich gelassen, der sie seit Jahren bis zum Anschlag ins Rektum kriechen.
Weil, mit einiger Verzögerung, die Auftrittsverbote und Auftrittsflaute (erst recht infolge neuerlicher Komplettabwürgung des gesamten Unterhaltungssektors) ihren finanziellen Tribut fordern und selbst das im einen oder anderen Fall fette Polster aus öffentlich-rechtlichen Engagements der Vergangenheit wohl bald aufgezehrt ist, mucken nun sogar die loyalsten Salonlöwen des Mainstreams auf und fordern von der Politik endlich Unterstützung.
Zur Fundamentalopposition reicht es freilich noch lange nicht, dazu ist entweder die Not nicht groß genug oder die unverbrüchliche Staatstreue noch zu stark – weswegen keiner der Kleinkunst-Prominenten auf den Gedanken zu kommen scheint, die Maßnahmen insgesamt oder gar die Gesamtbewertung von Corona als wirklich so tragischer „Pandemie“ zu hinterfragen. Stattdessen setzt man auf geduldiges Mitmachen und „Verständnis“ – will nun aber, bitteschön, dafür einen angemessenen Honorarausgleich.
In einem von Hugo Egon Balder („genial daneben“) auf Facebook geteilten Aufruf einer ganzen Auswahl nationaler Bühnenkünstler, an die Kultur- und Medienbeauftragte Monika Grütters, Arbeitsminister Hubertus Heil, Wirtschaftsminister Peter Altmaier,
Finanzminister Olaf Scholz und Gesundheitsminister Jens Spahn heißt es wörtlich, bislang „…war der Kulturbetrieb ein konstruktiver Teil der Lösung und nicht des Problems. Der politische Dank für diese Arbeit bleibt – mit Ausnahme folgenloser Lippenbekenntnisse – weitgehend aus.“ Schöner kann man den Frust für ausgebliebenen Propagandalohn nicht ausdrücken.
Jammern auf hohem Niveau

Und das Geflenne geht weiter: „In den letzten Monaten gaben Sie uns das Gefühl, weniger wert zu sein als Autos, Flugzeuge und Fußballspieler. Dabei gehören wir in der derzeitigen Pandemie zu den Wirtschaftszweigen, die ohnehin schon finanziell wesentlich schlechter gestellt sind als andere. Schließlich bekommen viele der (Solo-)Selbstständigen in unserer Branche aktuell kein Kurzarbeitergeld und die meisten auch kein Arbeitslosengeld I. Selbst die Grundsicherung bleibt vielen, trotz vereinfachtem Zugang, verwehrt.“ Es kommen einem die Tränen.

Soweit solche Appelle im Namen der namenlosen Vertreter ihrer Zunft ergehen, mögen sie ja in Ordnung gehen. Soweit sie jedoch die Unterzeichner selbst betreffen, fällt dies doch schwer zu glauben – oder wieso sollten plötzlich Witzfiguren wie Carolin Kebekus, Atze Schröder, der neuerdings zum Tagesschau-Begleitbandopi mutierte Ex-Punk Bela B, Florian Schroeder, Luke Mockridge, Mario Barth, oder Tobias Künzel von den „Prinzen“ oder Micky Beisenherz – aber auch Millionäre wie Wolfgang Niedecken oder Peter Maffay – so am Hungertuch nagen, dass sie sich über verwehrten Zugang zu Hartz IV beklagen müssen?
Viel wahrscheinlich ist da doch die Kränkung der Vernachlässigung einer Politik, als deren Herold sich diese Freigeister und Kreativen seit Jahren unentgeltlich und hochmoralisch betätigt haben. Unter Balders Post fanden sich hierzu denn auch prompt entsprechende Kommentare, etwa dieser:
(Screenshot:Facebook)

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