„Ihr müsst arbeiten, aber sollt nicht leben“

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Foto: Von Bannafarsai_Stock/Shutterstock

Die am Mittwoch abermals den Bundestag und damit die gewählten Vertreter des Volkes ignorierenden Beschlüsse zur Eindämmung der Virusgefahr sind mit zwei Botschaften an den missachteten Souverän verbunden. Erstens: „Ihr müsst ungeachtet dieser Gefahr weiter euren beruflichen Pflichten nachkommen“. Niemand wird sich also mit Erfolg darauf berufen können, wegen der gesundheitlichen Bedrohung sein Arbeitsverhältnis einstweilen ruhen zu lassen, noch nicht mal unter Inkaufnahme hoher finanzieller Einbußen.

Von Wolfgang Hübner

Niemand wird sich darauf berufen können, wegen der gesundheitlichen Bedrohung keine öffentlichen Verkehrsmittel für die Fahrt zur und von der beruflichen Tätigkeit zu benutzen und deshalb zu Hause zu bleiben. Folglich: Die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten schätzen die Erfüllung beruflicher Pflichten als nicht gesundheitsbedrohend ein, jedenfalls viel weniger bedrohlich als sportliche, kulturelle oder gesellschaftliche Aktivitäten.

Die zweite Botschaft lautet: „Ihr sollt euch einstweilen weitgehend isolieren, nach der Arbeit sofort heim und schließt die Tür ab, sonst kommt Dr. Lauterbach“. Wer das polemisch formuliert findet, ist aufgefordert, sehr genau die Mittwoch-Beschlüsse und den in ihnen waltenden Geist zu betrachten. Ohne jegliche auch nur annähernd ausreichende oder gar überzeugende medizinische Begründung werden elementare Menschenrechte von einem in der deutschen Demokratie nicht vorgesehenen und nicht legitimierten Entscheidungsgremium außer Kraft gesetzt.

Wie heißt es doch noch in Artikel 1 (1) des geltenden Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Dieser Artikel gilt in jeder Lage, auch jetzt. Ein Volk, das sich diese Verpflichtung des Staats stehlen lässt, begibt sich in die Unfreiheit.

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