Das Leben bahnt sich seinen Weg – auch Corona. Und wir müssen damit leben lernen

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Die Last auf unseren Schultern: Corona (Symbolbild:Imago/Chromorange)

von Daniel Matissek

Der Versuch von Regierungen, sich einem Virus entgegenzustellen, das längst Teil unseres Alltags ist und mit dem die meisten Menschen – zumindest in den Industriestaaten – vermutlich bereits irgendwann in Kontakt gekommen sind, ohne davon zu wissen, stellt eine neue Stufe des politischen Größenwahns dar. In Millionen von Jahren der Evolution, auch und gerade während der gesamten Menschheitsgeschichte, hat sich jede Art immer schon neuen Umweltbedingungen angepasst – und zu diesen gehören eben auch Viren. Und wir sind biologisch darauf auch vorbereitet – ganz ohne Maske und ohne Kontaktphobie.

Zu allen Zeiten wird jeder Organismus, auch der von Homo sapiens praktisch jedes Jahr wieder, neuen Erregern ausgesetzt – insbesondere Influenza- und Coronaviren, von denen inzwischen zahllose Stämme bekannt sind. Unser hochadaptives Immunsystem kam bislang damit immer zurecht. Und schon immer galt auch, dass für anfällige, geschwächte, ältere Menschen dieselben Keime und Viren zum potentiell lebensbedrohlichen Risiko werden können, die für Gesunde und Jüngere harmlos sind und praktisch keine Bedrohung darstellen. Einen Vorerkrankten oder Immunsupprimierten bringt im ungünstigsten Fall auch ein banaler Schnupfen um; für den Rest jedoch ist jede neue virologische Herausforderung, jeder Kontakt mit neuen Erregern nicht nur natürlich, sondern im Regelfall eine permanente Herausforderung und Stimulation der eigenen Immunabwehr. All dies hat seinen biologischen Nutzen und Sinn.

Narzisstisches Heilsbringersymptom 

Welch eine Hybris, Verblendung und wahnhafte Anmaßung ist es da, wenn die Welteliten nun im Jahr 2020, wie auf geisterhaftes Kommando hin, plötzlich bei einem einzelnen bestimmten Erreger (der in Gefährlichkeit und Mortalität gegenüber bisherigen saisonalen Infektionen eben gerade NICHT heraussticht) glauben, sie könnten archaische, bewährte und urnatürliche Mechanismen durch politische Zwangsmaßnahmen ersetzen – und in diesem Wahn die gesamte Zivilisation herunterfahren, die Wirtschaft und das soziales Gefüge von Gesellschaften im planetaren Maßstab gefährden, um dadurch ein Virus auf künstlichem Weg zu besiegen, das sich niemals besiegen lassen kann? Alleine dieser Machbarkeitsglaube kommt einem Gotteskomplex gleich; zu ihm gesellt sich bei zahlreichen Staatenlenkern noch ein narzisstisches Heilsbringer- und Rettersyndrom. 

Das komplette Sammelsurium an politischen Pandemiebestimmungen, die irgendwo zwischen Totalitarismus und Aberglaube verortet sind, muss letztlich untauglich bleiben – weil es nur einen Weg gibt, mit Corona fertigzuwerden: nämlich mit diesem Virus zu leben – und endlich wieder unser Immunsystem seinen Job machen zu lassen, statt es durch Masken, unnatürliche Kontaktbeschränkungen und Volksisolation von seiner natürlich vorgesehenen Beanspruchung abzuhalten. Dergleichen kann nie gesund sein. Die Corona-Hysteriker in Politik, Medien und Volkskörper müssen es endlich kapieren: Sars-CoV2 ist kein Weltuntergang, es sei denn, wir machen einen daraus. Sondern es ist schlicht eine neue Zivilisationskrankheit, mit der wir endlich leben lernen müssen – und dazu gehört, zu einer Alltagsroutine und gesunden Normalität zurückzufinden, in der wir vor allem wieder andere Dinge auf dem Schirm haben als Abstand, Desinfektion, Maske, Hygiene und Kontaktnachverfolgung.

Anders wäre es, wenn dies ein Virus wie Ebola oder die Tollwut wäre. Dann müssten wir wohl, nolens volens und den ansonsten sicheren Tod vor Augen, den Kampf aufnehmen. Aber nicht bei einem Virus, das erstens schon viel zu weit und jenseits jeder Eindämmungschance verbreitet ist, und zweitens – glücklicherweise – eben keine außerordentliche Sterblichkeit aufweist (und nur diese darf zählen, will man das Infektionsschutzgesetz zum neuen Grundgesetz ausrufen). Anfangs haben wir Corona für viel gefährlicher gehalten. Und wir glaubten daran, es ließe sich austrocknen durch „Regelbefolgung“. Beides erwies sich, zum Glück eigentlich, als Illusion. Das scheint jeder verstanden zu haben – nur nicht die Regierenden.

Die Hybris der Herrschenden

Zu schützen sind, wie es immer schon war, ausschließlich jene, die tatsächlich gefährdet sind und mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht alleine mit Corona fertigwerden. Um ihnen den bestmöglichen Schutz gewähren zu können, braucht es einen leistungsfähigen Sozialstaat mit einem robusten Pflege- und Gesundheitswesen; ein Gesundheitswesen im Übrigen, das zu allererst mit zahllosen anderen schweren Krankheiten und Belastungen zurechtkommen muss – von der Unfallversorgung über Krebs bis hin zu Herz-Kreislauf-Fällen und sonstigen Erkrankungen, die täglich hundertfach mehr Opfer fordern als ein einziges Virus – die jedoch plötzlich, dank Corona, keine Rolle mehr spielen sollen.

Dieser Sozialstaat und sein vielbeschworenes Gesundheitssystem kann nur durch eine stabile Wirtschaft am Leben gehalten werden – und genau die wird durch die aktuelle Wahnsinnspolitik nachhaltig ruiniert; durch eine Politik, die sich einbildet, sie könne besser mit einem Virus fertigwerden als jahrmillionenalte Mechanismen und natürliche Immunisierungs- und Anpassungsmaßnahmen. Für diese Verblendung werden die Verantwortlichen am Ende den höchsten Preis bezahlen – spätestens wenn der durch ihre Entscheidungen angerichtete Schaden größer ist als alles, was Corona je vermocht hätte.

Ob durch noch so scharfe Lockdowns, durch noch so ausgefeilte Impfstoffe und noch so rücksichtslose Verhaltenskonditionierung: Corona wird nicht mehr verschwinden; es ist wie in jener Schlüsselszene von „Jurassic Park“, wo es heißt: „Das Leben findet einen Weg“. Die Frage ist nur, ob wir noch einmal zurück ins Leben finden.

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