Pannen und falsche Testergebnisse: Müssen wir wegen Phantasiezahlen in den Lockdown?

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Coronatests im Labor (Foto:Imago/ZUMAWire)

Sich häufende Fälle von Falsch-Positiv-Ergebnissen, Übermittlungspannen, Verlust jeder Verhältnismäßigkeit: Es ist schlichtweg nicht mehr zu begreifen und nicht mehr zu ertragen, auf welcher unseriösen, wachsweichen, fehlerbehafteten und wissenschaftlich hochumstrittenen Datengrundlage extrem einschneidende Entscheidungen getroffen werden, die die Zukunft von Gesellschaft, Wirtschaft und Grundordnung eines hochentwickelten Industriestaates wie Deutschland nachhaltig gefährden.

Ein völlig diffuses Infektionsgeschehen, ein gänzlicher informatorischer Blindflug bei der Frage, wo sich eigentlich die derzeitigen Ausbrüche ereignet haben sollen, wo sich die Mehrheit der Bevölkerung doch brav und getreu seit Monaten an die Auflagen ebenso wie an die AHA-Regeln hält – und dann sogar noch das Ignorieren von Erkenntnissen, woran die aktuelle globale Welle eben mehrheitlich gerade NICHT gelegen hat, zum Beispiel an Kontakten in der Gastronomie und auch nur zu einem Bruchteil im Privatbereich: All dies müsste normalerweise schon ein dickes Fragezeichen bereits hinter die bestehenden Vorschriften zum Maskenzwang oder zur Praxis der Kontaktnachverfolgung setzen.

Stattdessen wird nun in hilflosem (oder gar planmäßigem?) Aktionismus auf Verschärfung gesetzt – und werden erneut riesige Kollateralschäden in Kauf genommen und vergrößert, von drohender neuerlicher Isolation der Alten über erneute Vernachlässigung aller sonstigen medizinischen Behandlungen über zu soziale Verwerfungen ungeahnten Ausmaßes – bis hin zum wirtschaftlichen Overkill, der so sicher wie das Amen in der Kirche ein Vielfaches an Toten dessen verursacht, was selbst bei pessimistischsten Corona-Szenarien als Opfer zu erwarten wäre. Inzwischen gehen deshalb nicht nur zunehmend Ärzte und Virologen auf Distanz (nach Hendrik Streeck zuletzt auch Jonas Schmidt-Chanasit). Auch „Faktencheckern“ der Systemmedien dämmert, welch ein Schindluder hier mit Daten und deren Interpretationen betrieben wird:

(Screenshot:Twitter)

Diese statistischen Unzulänglichkeiten wären dann schon gravierend, wenn die Datengrundlage seriös wäre. Dass sie dies jedoch nicht ist (und zwar wohl in einem beängstigend Ausmaß), das legen nicht nur die aus der Bundesliga bekanntgewordenen Fälle falsch-positiver PCR-Tests nahe; inzwischen häufen sich auch im Labor-„Alltagsbetrieb“ die Pannen und fehlerhaften Tests; gerade erst heute wurde wieder, wie „n-tv“ berichtet, ein unfasslicher Fall aus Bayern bekannt, in dem dort eine „Vielzahl falscher Resultate“ gemeldet wurde. Es ist folglich gar nicht auszuschließen, dass schlicht ein womöglich riesiger Anteil der positiven Infektionszahlen gar nicht existiert; dies ganz unabhängig davon, dass der Test auch auf längst auskurierte oder nie bemerkte frühere Infektionen anschlägt).

Von Boris Reitschuster in der Bundespressekonferenz auf all diese Ungereimtheiten angesprochen, antwortete das Bundesgesundheitsministerium mit der geballten „Kompetenz“ seiner Sprecherin Parissa Hajebi (einer Art Sawsan-Chebli-Klon im BMG):

 

Auf der hier offenbarten „Faktenbasis“ und Sachkompetenz also wird in Deutschland der nächste Lockdown, mit absehbarem Totalschaden, ausgerufen? Man muss sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen, von welchen Stümpern und Ahnungslosen hier weitreichendste Entscheidungen gefällt werden, die für Deutschland so existenziell sind wie keine vergleichbare Situation seit dem Zweiten Weltkrieg.

Eine wirklich verantwortungsbewusste, vorausschauende Politik hätte, bevor auf Basis solcher fragwürdiger Testergebnisse weitreichende Lockdown-Entscheidungen ergehen, längst die noch immer nicht betriebene repräsentative Testung von Stichproben der Bevölkerung veranlasst, die dann auch entsprechend nachgetestet werden, um Fehler auszuschließen – und sich so endlich ein zumindest leidlich VERLÄSSLICHES Lagebild verschafft, wieviele Menschen tatsächlich akut infiziert sind, wie groß die Dunkelziffer ist und vor allem: Wie hoch der Anteil von falschen Tests ist, die dann natürlich aus den täglichen Fallzahlenbulletins herauszurechnen sind. Denn es ist mehr als wahrscheinlich, dass selbst dann, wenn Corona längst verschwunden ist, bei der durchgeführten Menge an wöchentlichen Tests (1,195 Millionen derzeit) eine große Zahl „positiver“ Resultate aufträte – und damit halb Deutschland weiterhin „Risikogebiet“ wäre. (DM)

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