Angst vor Corona-Kontaktschuld: Willi Herren hat die Hosen voll

0
Willi Herren (Foto:Imago/Eibner)

Die größte Angst, die gerade in Pandemiezeiten mit ungewisser Zukunft ein deutscher Schauspieler haben kann, ist, auf die Schwarze Liste zu geraten und keine Aufträge von ÖRR- oder mainstreamkonformen Sendern mehr zu bekommen, weil er wegen gewisser toxischer Ansichten als „verbrannt“ gilt. So versucht sich derzeit Willi Herren präventiv vom Verdacht reinzuwaschen, er gehöre zum Dunstkreis der Covidioten, Verharmlosern oder Leugnern.

Hintergrund ist wohl Herrens Sorge, jemand könne vermuten, dass er zu jenen „weiteren Prominenten“ gehört, von denen Verschwörungspapst Attila Hildmann orakelt hatte. Nach dem „Outing“ von Michael Wendler behauptete Hildmann, in Kürze würden sich noch mehr Show- und Unterhaltungsgrößen zum Lager der „Corona-Leugner“ bekennen. Weil er, so die „Bild„, „gut ins Profil der Verschwörungstheoretiker“ passt, mit Michael Wendler jahrelang enger Kumpel war und wie er ebenfalls auf Mallorca sang, setzt Herren jetzt auf Distanzeritis. Dazu gehört auch geheucheltes Mitleid mit dem einstigen Weggefährten: „Das Thema Wendler geht mir sehr nahe. Egal was zwischen uns war: Er tut mir jetzt echt leid. Jetzt schmeißt er seine ganze Karriere weg.“

Herrens zusätzliche Erfolge als Schlagersänger schüren bei ihm erkennbar die Angst, die Öffentlichkeit könne denken, das seit Wendler und Andreas Gabalier scheinbar verschwörungs-affige Milieu hätte auf ihn abgefärbt. Der einst mit Kultfilmen („Der bewegte Mann“) sowie der „Lindenstraße“ bekanntgewordene, in den letzten Jahren vor allem durch seine Teilnahme an RTL-Trashformaten wie „Promi-Big-Brother“,  „Sommerhaus der Stars“ und aktuell „Temptation Island“ präsente B-Star hat anscheinend inzwischen eine Heidenangst, von den Fleischtöpfen abgeschnitten und den Mächtigen der Medienszene suspekt werden zu können.

Deshalb darf Herren der „Bild“ dann heute eine abenteuerliche Geschichte auftischen, wonach ihn daheim zwei Corona-Leugner aus dem Bekanntenkreis seiner Frau Jasmin besucht hätten und ihn anhand von Videos sozusagen hätten „umdrehen“ und überzeugen wollen, Corona existiere überhaupt nicht. Es habe sich bei den beiden um „Querdenker“ gehandelt, die unter anderem Videos von Dr. Sucharit Bhakdi und Eva Hermann gezeigt hätten. „Von ihnen zeigt auch Wendler Videos auf seinem Telegram-Account„, klärt  „Bild“ auf, und bezeichnet Bakhdi in diesem Zusammenhang wieder einmal, mit klar pejorativem Zungenschlag, als „umstritten“.

Ein Dunstkreis – von Hildmann und Wendler bis Bakhdi? 

Dass Herren die Unterschiede zwischen hoffnungslosen Verschwörungstheoretikern jenseits von Gut und Böse, zumindest teilweise diskussionswürdigen Querdenkern und realen Experten nicht kennt, mag man noch verzeihen. „Bild“ hingegen kennt sie sehr wohl. Welch eine üble, vorsätzlich undifferenzierte Berichterstattung, die in Pauschalverleumdung aller Gegner von Corona ohne Ansehen von deren Argumenten einfach alle über einen Kamm schert – und einen international renommierten Top-Mediziner wie Professor Bakhdi, dessen Kritik an der politischen Pandemiebewertung wohlbegründet ist, auf eine Stufe stellt mit verirrten Figuren, die von einem Umsturzplan der NWO faseln.

Und dass sich „Covidioten“ nun schon im Stil von Zeugen Jehovas, Sieben-Tages-Adventisten oder Abo-Drückerkolonnen auf Haustürgeschäfte verlagert hätten, passt zwar zum Klischee, erscheint eher unwahrscheinlich. Doch diese Geschichte eignet sich – zumal am am Vorabend des nächsten Lockdowns – allemal gut als Aufhänger zur weiteren Dämonisierung jeglicher Zweifler und Skeptiker an der Sinnhaftigkeit einer überschießenden Panikpolitik.  „Verlassen Sie mein Haus!„, sei Herrens Reaktion gewesen. Gut gebrüllt, Löwe!

Inzwischen geht es in Deutschland wieder zu wie in autoritären Spitzelstaaten, wo jeder fürchten muss hat, das Misstrauen der anderen zu erregen und ins gesellschaftliche Abseits zu geraten, wenn er mit den „Falschen“ zu tun hat – und das sind inzwischen nicht mehr nur Rechten oder „Klimaleugner“, sondern ist in Corona-Zeiten faktisch jeder, der sich gegen die alleinseligmachende Regierungslinie der „harten Maßnahmen“ stellt – und nicht in der Herde der Angstschafe mitblökt. Hoffen wir, dass sich zumindest für Willi Herren seine Ergebenheitsadresse ans Corona-Regime und sein Bekenntnis zur Unfehlbarkeit der vernünftigen Mehrheit auszahlen werden. (DM)
Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram