Allein im Profifußball massenweise falsche Positiv-Tests: Sind die steigenden Fallzahlen ein Fake?

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Ligafussball in Corona-Zeiten (Foto:Imago/Insidefoto)

Nach den spektakulären Fällen von Serge Gnabry bei Bayern München und Xherdan Shaqiri beim FC Liverpool, die beide zunächst positiv, dann negativ getestet worden waren, häufen sich im Profifußball ähnlich gelagerte Fälle „falsch positiver“ Testergebnisse. Die schiere Häufung der Fälle alleine in dieser exponierten Branche lässt ahnen, wie hoch die Fehlerquote insgesamt sein muss.

Während es bei der Mehrzahl der wöchentlich bereits über 1,2 Millionen Tests um 08/15-„Otto-Normalgetestete“ geht, eine anonyme Masse, bei der Pannen und Fehler nicht groß ins Gewicht fallen, handelt es sich bei den hier aufgetretenen Fällen um Leistungssportler, prominente Testkandidaten mithin – und hier hängen vom Ausgang der Laboruntersuchungen wirtschaftliche Millionensummen ab. Also ist davon auszugehen, dass hier ohnehin weitaus gewissenhafter getestet wird als bei den zahllosen sonstigen Massentests Tag für Tag im Land, die teilweise von Amateuren durchgeführt werden.

Wenn aber trotz dieser Gewissenhaftigkeit eine derartige Fehlerquote anliegt: Dann erlaubt bereits eine simple überschlägige Hochrechnung den Schluss, dass die gesamte Datenbasis, auf der die Politik das Land derzeit in Angst, Panik und den sicheren nächsten Lockdown treibt, jeder seriösen Grundlage entbehrt. Wo bleibt hier der überfällige Aufschrei von Medien und Öffentlichkeit, die ganzen Tests insgesamt zu hinterfragen?

Unabhängig von all den miesen Tricks bei der Zählmethodik (von Mehrfachwertungen der Tests ein und desselben Patienten über pauschale „Mitmeldungen“ ganzer Hausstände als ebenfalls Positive, wenn nur einer als „neuinfiziert“ gilt, bis zur Nichtlöschung nachträglich korrigierter Falschtestungen aus den Fallzahlen oder der verzögert-kumulierten „Nachmeldung“ durch einzelne Länder) kommen nun noch die labormedizinischen Pannen und Ungenauigkeiten hinzu; diese reichen von der generellen Fehlervarianz des PCR-Verfahrens (rund 2 Prozent) bis hin zum Anschlagen des Tests auf unbemerkte längst überstandene Infektionen oder gar frühere Grippe-Schutzimpfungen.

Türkgücü München als schon dritter bayerischer Verein von Fehlertests betroffen

Was immer es im Fall der betroffenen Fußballspieler auch war: Fakt ist, dass alleine in dieser „Vergleichsgruppe“ keine Testresultate mehr glaubwürdig sind – weshalb der Deutsche Fußballbund (DFB) nun Ermittlungen zur Praxis der Labortests einleiten will. Denn nach FC Bayern und den Würzburger Kickers steht seit Freitag mit dem Drittligisten Türkgücü München der beteits dritte bayerische Club,  bei dem Positivtests nachträglich als „falsch positiv“ eingestuft werden mussten. Die (gravierende) Folge war hier eine Absage des für Freitagabend angesetzten Spiels des Aufsteigers  beim FSV Zwickau durch den DFB; eine Entscheidung, die eigentlich völlig unnötig war, wie die nochmaligen Nachtests ergaben – weshalb auch alle Betroffenen durften die angeordnete Quarantäne nach Vereinsangaben nun sofort wieder verlassen durften.

Noch fataler schlugen falsche Testresultate letzte Woche beim Zweitligisten 1. FC Heidenheim durch, wo in der vergangenen Woche sechs Personen aus Mannschaft und Umfeld „positiv“ getestet worden waren – womit  das anstehende Ligaspiel gegen den VfL Osnabrück ernsthaft gefährdet schien. Die gesamte Mannschaft wurde deshalb am Uniklinikum Heidelberg nochmals nachgetestet – und diesmal waren die Ergebnisse negativ. In diesem Fall prüft der Verein übrigens juristische Schritte gegen das ursprüngliche Testlabor.

Entweder handelt es sich hierbei also um Schlampereien (was angesichts des gehäuften und sogar internationalen Auftretens des Phänomens rund um die PCR-Tests eher unwahrscheinlich ist) – oder der komplette Aussagegehalt der Tests ist wertlos. In letzterem Fall muss der Politik – die derzeit dabei ist, auf Grundlage solch fehlerhafter Zahlen der ohnehin ramponierten Wirtschaft den letzten Rest zu geben und die Bevölkerung in einen Zustand negativer Daueranspannung und Verunsicherung zu treiben – erst recht ein Riegel vorgeschoben werden.
Risikogebiete auf Basis von Mondzahlen?

Der Wahn, in den auf Basis solcher Mängeltests ausgerufenen „Risikogebieten“ selbst extrem eingeschränkte, zaghafte Re-Normalisierungsversuche der letzten Monate wieder zurückzudrehen, schlägt dann gerade im Bereich Fußball voll durch: Das NRW-Gesundheitsministerium wollte laut „dts Nachrichtenagentur“ gestern von der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg wissen, warum beim Fußball-Bundesligaspiel zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 am Samstag „300 Zuschauer zugelassen“ waren; dies vor allem, weil in Dortmund die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen doch angeblich bei über 100 liegt, wie die „Rheinische Post“ berichtet. Man werde in diesem Fall einen Sonderbericht anfordern, „um die Gründe für die Entscheidung zu erfahren“, teilte das Ministerium demnach mit.

Vielleicht sollte die Regierung über den Aussagegehalt der Tests Sonderberichte anfordern – und es je nach Ergebnis unterlassen, von „Sieben-Tage-Inzidenzen“ oder Neuinfektionen zu reden, wenn es womöglich kaum reale „Inzidenzen“ gibt… immerhin: Wenn schon Unklarheiten mit dem „Neuinfizieren“ herrschen, dann soll es wenigstens keine mit dem  „Desinfizieren“ im Fußball geben: Die höchste Vollendung des Corona-Irrsinns konnten verwunderte Fans diese Woche bei günstiger Kameraeinstellung bei manchen Ligaspielen mitverfolgen (etwa in der ARD-Tagesschau): Dort wurde live gezeigt, wie der Fußball „zwischen-desinfiziert“ wurde (siehe Screenshot unten)… Wir sind anscheinend wirklich nicht mehr zu retten. (DM)

(Screenshot:Facebook)
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