Viele Briten haben die Schnauze voll vom Lockdown: Droht bald ein Aufstand?

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Symbolfoto:Von AjayThomas/shutterstock

Bei den Briten sinkt die Bereitschaft, die vielfältigen Corona-Beschränkungen weiter mitzumachen. Trotz steigender Positiv-Zahlen wollen sie nur noch eins: Zurück zur Normalität. Alle Maßnahmen hätten nichts gebracht, denken scheinbar immer mehr Bürger. Ein zweiter Lockdown scheint dort nicht mehr machbar.

Zu Beginn der von der WHO ausgerufenen Corona-Pandemie war die Unterstützung laut Umfragen noch groß, doch jetzt scheinen die Briten das Vertrauen in die vielfältigen Freiheitsbeschränkungen zu verlieren. Die Sorge um wirtschaftlichen Schäden, Arbeitsplätze und die vielen menschlichen „Kollateralschaden“ – wie z.B. Krebskranke, die nicht mehr behandelt werden – wächst .

In den vergangenen Nächten konnte man auf den Straßen Londons eine wachsende „Revolte“ beobachten, berichtet MailOnline. Fotos zeigen dicht an dicht besetzte Straßencafés und Restaurants und junge feiernde Menschen, die ihr Leben in vollen Zügen genießen. Normalität also.

Die gestern 20.530 weiteren gemeldeten „Coronavirus-Fälle“ und der Tod von 224 Menschen verliert im Königreich offenbar seinen Schrecken.

Und auch die von der Gesundheitsbehörde NHS verhängte 14-tägige Quarantäne bei Corona-Kontakt-Personen wird von der Mehrheit der Betroffenen nicht eingehalten. Nur 10,9 Prozent hätten sich an die Selbstisolation gehalten, kam nun heraus. Da die meisten von ihnen keine Symptome hatten, sahen sie auch nicht ein, sich von anderen Menschen fernzuhalten und auf Lebensmitteleinkäufe zu verzichten.

Die Zeiten, in der die Regierung die Mehrheit hinter sich wusste, scheinen vorbei. Viele Briten denken mittlerweile, dass die Regeln nicht funktionieren. Sie sind bereit, verhängte Gesetze zu brechen, um ihre Angehörigen zu sehen und glauben, dass es Zeit ist, „Großbritannien wieder normal zu machen“.

Laut Daily Mail zeigen nun in ausgewählten Fokus-Gruppen durchgeführte Umfragen in London, Birmingham und Liverpool aufkeimenden Unwillen: Die Wähler seien durch die vielen verschiedenen Maßnahmen verwirrt und haben das Vertrauen in die Beschränkungen verloren. Im Gegensatz zur ersten Welle sind sie nicht mehr bereit, alle Regeln einzuhalten und glauben, daß die „zweite Virus-Welle“ weniger gefährlich sein wird. Bei ihnen wächst die Angst um Arbeitsplätze und Wirtschaft. Viele lehnen eine Coronavirus-Impfung aus Angst vor Nebenwirkungen ab. Außerdem herrscht Wut über Regelverstöße seitens der Politiker.

„Wir retten Menschen mit Coronavirus, aber der Rest der Bevölkerung stirbt an Krankheiten, die wir kontrollieren können. Menschen mit Krebs, Herzerkrankungen und Schlaganfällen sterben“, ärgert sich der Rentner Brian aus Liverpool.

Angela, 59, aus Birmingham, erklärte, sie habe zu Beginn des Jahres Monate lang darauf verzichtet, ihre Eltern zu sehen: „Ich mache das nicht noch einmal“, erklärt sie. Die Regeln seien verwirrend, bevormundend, ungerecht, würden nichts bringen und machten keinen Sinn, finden andere Befragte.

In der Öffentlichkeit hält die Regierung an ihrer strengen Haltung gegenüber Sperren fest und besteht darauf, dass die Regeln von entscheidender Bedeutung sind, um zu verhindern, dass das Virus außer Kontrolle gerät.

In Wales wurde ein weiterer Lockdown verhängt. Bisher 35.000 Menschen unterzeichneten dort eine Petition, die sich gegen die erneuten Freiheitsbeschränkungen und Corona-Maßnahmen richtet.

Auf großes Unverständnis stößt vor allem der Regierungsbefehl, „unnötige Waren“ nicht mehr kaufen zu dürfen. Kleidung, Bücher, Haushaltswaren, Elektroartikel, all das ist unter dicken Plastikplanen und hinter Absperrband verborgen. „Es wird Winter und wir dürfen keine Kinderkleidung kaufen, das ist unmoralisch“, so eine verärgerte Kundin.

Kreativen Protest zeigte ein Mann, der nur mit Maske und Unterhose in einen Tesco- Supermarkt marschierte und erklärte, Kleidung gehöre ja nun offiziell nicht mehr zu den lebensnotwendigen Dingen und weil er keine kaufen darf, müsse er jetzt so rumlaufen. Das Sicherheitspersonal zeigte sich „not amused“ und erklärte ihm, er sei nicht angemessen gekleidet und er solle sich gefälligst an die Regierung wenden. Kleidung kaufen konnte der junge Mann nicht, ihm wurde der Zutritt versagt. (MS)

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