Inzidenzwert-Lotto löst R-Zahl Debakel ab

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Foto: Von Alexey_Erofejchev/Shutterstock

Angesichts der anstehenden Husten- und Schnupfensaison dürfen wir sicherlich in vermehrtem Umfang mit Symptomen rechnen, die denen der schlimmen C-Erkrankung ähneln. Ob es der Politik in die Hände spielt oder eine reale Bedeutung für die vermeintlich anhaltende, weltweite Pandemie hat, mag dahingestellt bleiben. Zumindest argumentativ kann es die Regierungslinie stützen, solange man dazu nicht weiter ins Detail geht. Bestimmte lange Zeit der „R-Wert“ das mediale Seuchendesaster, ist diese Zahl inzwischen ein wenig aus der Mode gekommen.

Er passt nicht mehr so recht ins Bild und lässt sich vermutlich ebenso wenig über die „PCR-Test-Pandemie“ nachbilden, dass einzige was sich in letzter Zeit exponentiell entwickelt hat. Gibt es womöglich bessere und noch intransparentere Methoden, um einen schönen Informationsnebel rund um und über das Nichtgeschehen zu legen? Es wird in den Medien ohne Unterlass mit beängstigenden Zahlen umhergeworfen. Aber wofür genau taugt eine solche Informationspolitik, die mustergültig sowohl von den Regierungen als auch den Medien gepflegt wird? Im Ergebnis läuft es auf Angstmache hinaus, ob nun gewollt oder ungewollt. Das ist eine Frage, die sollten sich die Protagonisten einmal selbst und nach Möglichkeit unvoreingenommen beantworten.

Inzidenzwert ohne vertrauenswürdige Grundlage

Jetzt hat man bereits über Monate den sogenannten „Inzidenzwert“ überaus erfolgreich medial aufgebaut … 35 … 50 … und aus die Maus, Lockdown! Ok, man hat gelernt, jetzt nur noch lokal. Von diesem Wert sollte man wissen, das er relativ gut steuerbar ist und somit sehr viel besser zum gut durchdachten Regierungshandeln passt. Vorausgesetzt, man setzt den Wert nicht zu hoch an, sodass er mit den PCR-Testkapazitäten noch Schritt halten kann. Die Kunst besteht nun darin, so viel zu testen, dass der Inzidenzwert den gewünschten Wert erreicht.

Dies ist allein dadurch gewährleistet, dass man mit ein wenig Optimismus eine Falsch-Positiv Rate von mindestens einem Prozent erwarten darf, Menschen, die dann als infiziert oder erkrankt gelten dürfen. Hier mehr dazu: Übersicht zu Sensitivität und Spezifität des SARS-CoV-2-Nachweises mittels PCR[Nature Public Health Emergency Collection]. Da lohnt sich auch die Durchsicht der Kommentare. Mag sich jeder selbst die passende „Spezifität“ heraussuchen und in eine vernünftige Relation zu den massenhaft durchgeführten PCR-Tests setzen. Derzeit werden in Deutschland rund 1,2 Mio. Tests die Woche durchgeführt. Das RKI gibt an, dass man nach derzeitigem Stand noch bis auf 1,7 Mio. Tests, aus dem Stand, steigern kann.

Unter diesem Gesichtspunkt bekommt der jetzt durchs Dorf getriebene Inzidenzwert erst seine eigentliche Bedeutung … viel Test, viel Inzidenz. Mit diesem geglückten Inzidenz-Konstrukt hat sich die Politik quasi den offiziellen online casino bonus[Reklame] für das Inzidenzwert-Lotto nahezu exklusiv gesichert. Ein wunderbarer Coup, den man erst einmal durchschauen muss. Wer trotz des Grauens noch etwas genauer hinschauen mag, der wird schnell feststellen, dass der Inzidenzwert tatsächlich ein rein politisch und somit willkürlich festgelegter Wert ist.

Rückbezug zur Realität? Fehlanzeige!

Die genauere, besser theoretische Betrachtung dieses Wertes kann man bequem hier nachlesen: Inzidenz[Wikipedia]. Nur würde dieser Wert überhaupt erst etwas aussagen, soweit eine entsprechend hohe „Prävalenz“ vorläge, die ist aber derzeit nicht mal mehr ansatzweise in Sicht. Dieses Konstrukt, jetzt erkennbar politisch motiviert ersonnen, war dazu gedacht ein Frühwarnsystem zu implantieren, mit dem man vorgeblich das Gesundheitswesen vor Überlastung zu schützen gedachte. Guter Gedanke, nur leider sehr schlecht und zu durchsichtig ausgeführt und dazu reichlich an der Realität vorbei.

In der Realität beobachten wir gerade Krankenhäuser kurz vor der Pleite und Kurzarbeit innerhalb derselben Gesundheitseinrichtungen. Seit Monaten ist dort per Anordnung alles auf Pandemie umgestellt, die sich trotz der politischen Ansage bis heute nicht in dem geplanten Umfang einstellen will. Das führt zu weiterem Verdruss, wo selbst ausgewiesene Ökonomen dieses Phänomen nicht mehr verstehen, dass in Zeiten der größten gesundheitlichen Bedrohungslage der Nachkriegszeit ausgerechnet hier keine Konjunktur aufkommen will. Da muss ganz offensichtlich etwas schieflaufen, wenngleich die Politik bis heute darauf setzt, dass sich das zur Husten- und Schnupfensaison noch bessern soll.

Hätten die Verantwortlichen die Erkenntnisse der letzten sieben Monate des Pandemiegeschehens dahingehend korrekt ausgewertet, sollten die jetzt geltenden Inzidenz-Grenzwerte deutlich höher ausfallen. WHO veröffentlicht Studie • Covid-19 weniger tödlich als vermutet?[N-TV]. Umstände, die bei den lang gehegten Pandemie-Plänen hierzulande anscheinend nur störend wirken. Eine Korrektur der von Anfang an unterstellten Annahmen fand also bis dato nicht statt. Auch der Zusammenhang mit den PCR-Tests ist fragwürdig, wie bereits erwähnt. Bei massenhaften Tests und daraus gewonnener Positiv-Ergebnisse, in der Größenordnung zu erwartender Falsch-Positiv-Tests, spricht nicht gerade für die Qualität der abgelieferten Arbeit und die Krankenhäuser können an der reinen Test-Pandemie nicht in ausreichendem Maß partizipieren.

Querprüfungen unerwünscht

In einer rundum funktionierenden Gesellschaft wären derlei Missstände sicher schnell behoben, aufgeklärt und abgestellt. Nur leider haben wir es gerade mit einem kompletten Staatsversagen zu tun. Da haben sich in einer seltsamen Kernschmelze alle staatlichen Gewalten, einschließlich der „Vierten“, in einen Einheitsbrei verwandelt. Das macht es den verdutzten Menschen nahezu unmöglich, sich innerhalb eines solchen Tiegels noch selbst zu bestimmen. Aber vermutlich ist das auch gar nicht gewollt, denn die Regierung sieht ja nur noch die „große Herde“ und deren Nutzbarkeit. Freiheit und Selbstbestimmung passen nicht mehr ins Konzept. Und, Verzeihung, natürlich die unverzichtbare Herdenimmunität, die nicht gegenüber der Regierung entwickelt werden sollte, um keine Abstoßungsreaktionen zu provozieren.

Statt einmal explizit die Handlungsgrundlagen zu überprüfen und wissenschaftlich zu fundieren, setzt die Politik weiterhin ausschließlich auf Drangsal. Wer hätte je gedacht, dass sich einmal die Regierung selbst zur Plage biblischen Ausmaßes auswachsen könnte? Und wer macht einmal mehr den Vorreiter der Apokalypse? Richtig: Söder dreht immer mehr durch: Bayern führt weitere Corona-Warnstufe ein. Rot ist tot, jetzt braucht’s noch „Dunkelrot“, bei einem ebenso wenig aussagenden Inzidenzwert von 100. Immerhin hat Söder mit dieser neuen „Benchmark“ einen weiteren (sinnlosen) Akzent als Kanzlerkandidat in spe gesetzt.

Der banalen Mathematik unseres womöglich gar falsch-positiv getesteten Super-Geundheitskaufmanns folgend, ergibt sich demnach folgende Milchmädchenrechnung: Wird in einer Gemeinde mit 1.000 Einwohnern ein Mensch positiv getestet, färbt sich das Antlitz eines Herrn Söder sogleich dunkelrot, also zur Alarmstufe „Lockdown“. Mit nur einem Einwohner mehr hätte eine solche Gemeinde dieser ultimativen Katastrophe entgehen können. Zumindest der Papier-Logik folgend. Der gesunde Menschenverstand und erkenntnisbasierte Wissenschaft haben in dem aktuell aufgezogenen Pandemie-Geschäft selbst nach Monaten harter Erfahrung nichts mehr zu besorgen. Die „Inzidenzwerte“ sind so überholt wie die Politiker, die diese zum Maßstab ihres solitären Handelns machen.

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