Strom- und Erdgaspreise massiv gestiegen: Lockdown-Stubenhocken als Preistreiber

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Strompreis (Bild: shutterstock.com/Von vchal)

Corona als Fass ohne Boden: Nur tröpfchenweise spüren die Bürger bisher den sich anbahnenden Wolkenbruch des wirtschaftlichen Desasters, der verzögert, aber so sicher wie das Amen in der Kirche über Deutschland hereinbrechen wird. Nachdem gerade erst die Volksbeglückung durch gestiegene Krankenkassenbeiträge durchgesickert war, kommt jetzt die nächste Preiskeule: Die Strom- und Erdgaspreise sind im ersten Halbjahr massiv hochgegangen – und die Tendenz ist weiter stark steigend.

Eigentlich ist es ziemlich simpel. Wer viel zu Hause bleiben muss, verbraucht auch mehr. Und so wird im Bereich des privaten Energiekonsums der Bürger in der Pandemie zusätzlich geschröpft. „Gemeinsam einsam“, so das romantisierende Motto des Lockdown-Wahnsinns, sorgte für kräftige Nachfrage- und damit Preiszuwächse. Im Durchschnitt zahlten die Haushalte in der ersten Jahreshälfte 2020 satte 31,94 Cent je Kilowattstunde Strom, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) aktuell mitteilt. Erdgas kostete die Verbraucher durchschnittlich 5,99 Cent je Kilowattstunde.

Ein beträchtlicher Anstieg von rund 7 Prozent: Konkret stiegen die Strompreise gegenüber dem zweiten Halbjahr 2019 um 6,8 Prozent, die Erdgaspreise um 2,7 Prozent. Abhängig von ihrem Jahresverbrauch zahlten die privaten Haushalte dabei recht unterschiedliche Strompreise: Bei einem Jahresverbrauch von weniger als 1.000 Kilowattstunden kostete die Kilowattstunde Strom im ersten Halbjahr 2020 durchschnittlich 47,52 Cent, ab einem Verbrauch von 15.000 Kilowattstunden nur 25,79 Cent. Auch die Erdgaspreise für Privathaushalte unterschieden sich je nach Jahresverbrauch deutlich: Ein Haushalt mit weniger als 20 Gigajoule Jahresverbrauch zahlte im Durchschnitt 8,29 Cent je Kilowattstunde, ab 200 Gigajoule waren es lediglich 5,37 Cent.

Preisanstiege in praktisch allen Verbrauchsgruppen

Wie „dts Nachrichtenagentur“ berichtet, können die Energieversorgungsunternehmen aufgrund einer Sonderregelung den zum ersten Juli 2020 als Maßnahme des Konjunkturpakets der Bundesregierung gesenkten Mehrwertsteuersatz bereits auf die Preise für das erste Halbjahr 2020 anwenden. Doch das brachte nicht wirklich viel: Höhere Netzentgelte und höhere Kosten für Energie und Vertrieb sorgten trotzdem für höhere Preise gegenüber dem zweiten Halbjahr 2019. Nicht-Haushaltskunden zahlten im ersten Halbjahr für Strom ohne Mehrwertsteuer und andere abzugsfähige Steuern durchschnittlich 14,88 Cent je Kilowattstunde, so die Statistiker weiter. Das waren 8,5 Prozent mehr als im zweiten Halbjahr 2019. Dabei stiegen die Preise für fast alle Verbrauchsgruppen, nur bei einem Jahresverbrauch von 150 Gigawattstunden (GWh) und mehr fielen die Preise deutlich um 16,2 Prozent.

Für Erdgas zahlten Nicht-Haushaltskunden durchschnittlich 2,75 Cent je Kilowattstunde ohne Mehrwertsteuer und andere abzugsfähige Steuern. Damit war Erdgas für sie 12,7 Prozent günstiger als im 2. Halbjahr 2019. Die Preise fielen für fast alle Verbrauchsgruppen. Für Nicht-Haushaltskunden mit einem Jahresverbrauch von weniger als 1 000 Gigajoule stiegen die Preise allerdings um 6,5 Prozent. Der Trend wird mehr als deutlich: Corona macht die Energie also nicht billiger – im Gegenteil. (DM)

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