Sexismus-Anfall bei Masken-Macho Söder im bayerischen Landtag

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Söder bei seinem "Polit-Sexting" im Landtag (Foto:ScreenshotYoutube)

Bei einer Rede von AfD-Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner heute im bayerischen Landtag leistete sich Markus Söder eine unterirdische Respektlosigkeit der Extraklasse: Mit einer als eindeutig zu interpretierenden sexistischen Geste – geballte Faust, phallische“ Armbewegung (die landläufig sinngemäß für „hartes Rannehmen“ steht)  und entsprechendem Gesichtsausdruck – beleidigte Söder nicht nur die Rednerin, sondern damit gleich alle anwesenden Frauen im Landtag. Der Skandal reiht sich ein in eine ganze Reihe von politischen Ausfällen des CSU-Chefs in den vergangenen Tagen.

Söders nicht nur mimisch zur Schau gestelltes Desinteresse auf Ebner-Steiners Rede zum Thema Föderalismus, das von der bayerischen AfD-Fraktion auf Facebook online gestellt wurde und schnell viral ging, offenbarte sich nicht nur in dem genannten expliziten Chauvinismus-Tiefpunkt, sondern außerdem in Söders peinlichem Herumgealbere, seinem spöttischem Gelächter und einer Körpersprache unter Kindergartenniveau. Wer diesen Auftritt des bayerischen „Landesvaters“ sieht, der muss zwangsläufig den Eindruck gewinnen, als sei Söder nicht mit der Eisenbahn, sondern der Mondrakete durch die Kinderstube gerauscht. Mehr Fremdschämen geht nicht.

Schon vor seinem neuen Minusrekord im politischen Niveau-Limo hatte sich Söder in den vergangenen Tagen hervorgetan – durch Breitseiten gegen die Gegner seiner fundamentalistischen Corona-Maßnahmenpolitik: Die FDP stellte er mit der AfD gleich, im Sinne quasi einer rechtspopulistischen Volksfront, als er gestern sagte: „Ich rufe nochmal ausdrücklich die FDP auf, zu überlegen, ob ihr Kurs, den sie sich gemeinsam mit der AfD auferlegt haben, wirklich der richtige ist“. Die Stichelei war offenbar als Reaktion auf Wolfgang Kubickis Kritik an Söder gemeint, der ihn-  mit Blick auf den Widerspruch zwischen den enorm hohen bayerischen Infektionszahlen und Söders Restriktionspolitik – als „traurige Figur“ bezeichnet hatte.

Nicht nur, dass für diesen weiß-blauen Rüpel anscheinend „AfD“ als Schimpfwort gilt: Für ihn sind Positionen schon alleine dadurch nicht mehr diskussionswürdig und werden zum Tabu erklärt, wenn sie auch von der AfD vertreten werden. Dies muss natürlich vor allem für jegliche Kritik an „harten Maßnahmen“ und insbesondere am Maskenwahn gelten, den Söder wie kein Zweiter im Land auf die Spitze treibt und den er täglich vor TV-Kameras, in den Sozialen Medien und am Rednerpult bis zum Erbrechen propagiert.

Weiß-blauer Rüpel im Maskenwahn

Sein Verhalten im Landtag bei Reden der Opposition ist deshalb nur die neueste Manifestation der fragwürdigen demokratischen Grundgesinnung, die der CSU-Chef schon im Zwist mit den Liberalen bereits zum Ausdruck brachte. Sie passt ganz und gar zum in der Bundesrepublik in der Corona-Krise zu verzeichnenden Trend einer ungenierteren Oppositionsverachtung inklusive Beschneidung der Parlamentsvollmacht, zur Arroganz der Herrschenden – und zu den zunehmend autoritären Strukturen, an denen die Politik hierzulande allmählich Gefallen findet.

Und wenn Selbstherrlichkeit und -vergessenheit dann so fulminant zusammenfinden wie in der Person Markus Söder, dann kommt es eben auch zu einer randprimitiven, „#metoo“-reifen Macho-Szene wie heute. Anscheinend hat dieser Ministerpräsident hinter der von ihm propagierten Maske die letzten Anstandsregeln und den Respekt vor demokratischen Grundregeln verloren. (DM)

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