Faule Tests, „geframtes“ Infektionsgeschehen: Was können wir eigentlich noch glauben?

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Massentests allerorten (Foto:Imago/IndependentPhotoAgency)

Probleme aus gleich zwei Richtungen nähren die mittlerweile massiven Zweifel an den Corona-Testresultaten, und da die Testmethodik weltweit ähnlichen Regeln folgt, sind auch die Ergebnisse aus dem Ausland mit großer Vorsicht zu genießen: Die eine Richtung betrifft die Aussagekraft und Verlässlichkeit des PCR-Testverfahrens selbst, die andere die statistische Erfassung und Zählweise.

Problembereich 1: Mangelnde Verlässlichkeit der Tests

Die Zuverlässigkeit des PCR-Tests ist zunächst generell mehr als fragwürdig. Die Unsicherheitsbehaftung in einer Größenordnung von (konservativ geschätzt) zwei Prozent falsch-positiver Testresultate wäre dann vernachlässigbar, wenn ein erheblicher Anteil der Tests positiv ausfiele; wäre etwa ein Viertel positiv, dann fallen 2 Prozent Varianz nicht ins Gewicht. Wenn jedoch der Positivenanteil im unteren einstelligen Prozentbereich liegt, dann wirkt sich die Fehlerquote gravierend aus. So ist zwar eine Zunahme des Anteils positiv Getesteter an den Gesamttests zu verzeichnen, von zuletzt 2,49 Prozent auf jetzt 3,42 Prozent – doch weil ausgehend von den aktuell durchgeführten 1,195 Millionen Tests pro Woche mit rund 24.000 falsch-positiven Testresultaten entsprechend rund 3.500 Fällen pro Tag zu rechnen ist, könnte also alleine hierdurch die Hälfte der Fälle gar nicht erkrankt sein. Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang, was Gesundheitsminister Jens Spahn am 14. Juni im ARD-„Nachbericht aus Berlin“ wörtlich sagte:

„Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir nicht durch zu umfangreiches Testen zu viele Falsch-Positive haben. Weil die Tests ja nicht hundertprozentig genau sind, sondern auch eine kleine, aber eben Fehlerquote haben. Und wenn insgesamt gesehen das Infektionsgeschehen immer weiter runtergeht und Sie gleichzeitig das Testen auf Millionen ausweiten, dann haben Sie auf einmal viel mehr Falsch-Positive als tatsächlich Positive!“

Wir wissen, was seitdem geschah: Die Tests wurden auf Millionen ausgeweitet, und wir haben viel mehr Positive – doch plötzlich sollen es alles tatsächlich Positive sein, schlimmer noch: Es sind in der medialen Rezeption sogar alles quasi „Erkrankte“. Wie so oft in dieser Pandemie – Stichwort Masken – soll also plötzlich nicht mehr gelten, was uns die verantwortlich Handelnden gestern noch erzählten und was scheinbar doch Standard – und zwar gerade nicht aufgrund veränderter medizinisch-wissenschaftlicher Erkenntnisse, sondern offenkundig veränderter politischer Prioritäten. Unweigerlich fällt einem hier der Witz ein: „Herr Doktor, wann ist diese Pandemie denn zu Ende?“ – „Da dürfen Sie mich nicht fragen, ich bin Arzt und kein Politiker.“

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Doch selbst wenn es sich bei den positiven Fällen um keine Testfehler handelt, so ist damit noch lange nicht gesagt, dass es wirklich eine aktuelle Infektion vorliegt – oder ob der Test nicht zwar auf Sars-CoV2 ansprang, dabei jedoch nur auf Virustrümmer und Relikte einer (womöglich gar unbemerkten) früheren, längst überstandenen Infektion reagiert hat. Dazu passt, dass ein zweiter durchgeführter Test häufig ein genau gegenteiliges Ergebnis liefert (aktuelles Beispiel ist der Fall Serge Gnabry bei Bayern München).

Aufschluss geben hier nur Blutserumtests – ein enormer Aufwand, der von den Laboren nicht annähernd bei allen Tests zu leisten wäre, doch diese erbringen dann nicht selten (und in einer potentiell erheblichen Zahl der Fälle) den Nachweis, dass überhaupt keine aktive Infektion und somit auch keine Infektiosität vorliegt. Wiederum prominentes Beispiel hierfür ist der Fall des Liverpool-Stürmers Xherdan Shaqiri, der zunächst positiv getestet wird, im anschließend Bluttest jedoch negativ – weil Fragmente einer alten Infektion anschlugen. Solche Befunde werden dann als „negativ-positiv“ bezeichnet – und niemand erfährt bezeichnenderweise (da ja auch hier in Deutschland wiederum keinerlei repräsentative Stichproben unter den positiv Getesteten durchgeführt werden!), welcher Anteil der uns überall als „explodierende Zahlen von Neuinfektionen“ gemeldeten Fälle wirklich auf virulente, aktive Infektionen zurückgehen.

Problembereich 2: Dubiose Zählmethoden

Noch verstörender sind allerdings Details zu den Methoden, aufgrund derer die uns vermeldeten täglichen „Neuinfektionen“ zustandekommen – und damit sind hier nicht die fehlende Teststrategie (weiterhin keinerlei repräsentativen Stichprobentests der Gesamtbevölkerung!) gemeint oder uns vorenthaltene Informationen, welche Gruppen eigentlich die Haupttreiber lokaler Ausbrüche sind (migrantische Familienzusammenkünfte). Sondern alleine die statistischen Taschenspielertricks, die Gesundheitsbehörden und RKI hier weiterhin dreist betreiben, um das von der Politik gewünschte Schreckensbild zu liefern.

Wird jemand positiv getestet und begibt sich in Quarantäne, so wird er – bei wichtigen oder „systemrelevanten“ Positionen wie Politikern, Managern oder Leistungssportlern sogar mehrfach wöchentlich oder täglich – während deren Dauer wiederholt folgegetestet, um festzustellen, ab wann er wieder negativ ist. Jeder weitere positive Test derselben Person jedoch wird von den Laboren wieder als neuer Positiv-Fall ans RKI gemeldet. Zahlen dazu, wieviele der täglich gemeldeten neuen Fallzahlen faktische Wiederholungsresultate sind, werden bezeichnenderweise nicht veröffentlicht.

Doch das ist nicht alles: Wird eine einzelne Person eines Hausstandes, eines Arbeitsteams oder einer Gruppe, die engen Kontakt untereinander hatte, positiv getestet, so werden alle übrigen Kontaktpersonen gewohnheitsmäßig in vielen Fällen gar nicht mehr getestet, sondern gleich mit in Quarantäne gesteckt und – das ist entscheidend – als „positive Fälle“ geführt. Auf diese Weise wird die Inzidenzzahl künstlich hochgejagt, ohne dass überhaupt Tests in allen betreffenden Einzelfällen durchgeführt wurden.

Ein ähnliches, wissenschaftlich absolut unseriöses „Hochrechnungsphänomen“ wurde Anfang der Woche am Beispiel „wundersam“ hoher Zahlenwerte aus Baesweiler in NRW bekannt – wo es mehr Neuinfizierte als Einwohner gab: Tatsächlich wird die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohnern nicht zusammengefasst pro Stadt, Kreis oder vergleichbare Gebietskörperschaft, sondern bezogen auf einzelne Gemeinden errechnet – und daraus später dann der Schnitt für den jeweiligen (Stadt-)Kreis ermittelt. Konkret bedeutet dies, dass der Anteil der Positivtests einfach auf 100.000 Einwohner hochgerechnet wird – was zu teilweise bizarr hohen Inzidenzen führt. Hat eine Gemeinde etwa 1000 Einwohner und weist 20 Infizierte auf entsprechend 2 Prozent, so wird in diesem Fall für diese Gemeinde eine 7-Tages-Inzidenz von 2000 auf 100.000 Einwohner gemeldet. Auf diese Weise ist zuverlässig gewährleistet, dass immer mehr Kreise auf der Landkarte zu tiefroten Risikogebieten mutieren.

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Abgerundet werden all diese fragwürdigen – von den Medien wie Attribuierungen à la „trauriger Rekord„, „Corona wütet“ usw. bedachten –  Zahlenangaben dann noch mit den üblichen Tricks, bei Vermeidung der kumulierten Gesamtinfektionen auf die eigentlich hier zwingend mitzuerwähnende Masse der bereits wieder Genesenen zu verweisen. Zwar werden diese gemeldet, aber eben separat; der unbedarfte, vor-hysterisierte Angstbürger muss sie selbst subtrahieren. Diese seit Beginn von Corona beanstandete Praxis korrespondiert mit dem Ärgernis der anhaltenden Unterschlagung jeglicher Zahlen darüber, wieviele der positiv Getesteten („aktive Fälle“) denn eigentlich über Erkrankungssymptome oder gar Beschwerden klagen.

Das einzige Ziel ist die Produktion und theatralische Vermeidung möglichst dramatischer Neuinfektionszahlen, um den Pandemiestatus aufrechtzuerhalten und die Maßnahmen EU-weit zu rechtfertigen – an die mittlerweile erhebliche politische Großprojekte und Transformationsentscheidungen von Klima- und Energiewende über wirtschaftliche Haftungsunion bis hin zum EU-Migrationspakt geknüpft wurden, zu deren Durchsetzung der Ausnahmezustand unerlässlich ist.  Deshalb wurde hier, zum ersten Mal in der Geschichte, nicht mehr das Befinden der Patienten, die objektive Zahl tatsächlich Erkrankter und vor allem der Verstorbenen in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt, sondern die indirekt via Labortests nachgewiesenen, überwiegend symptomfreien Fälle. Letztlich wäre die einzige wirklich entscheidende Zahl die Übersterblichkeit und Mortalität, doch diese ist trotz aller Tricks zu ihrer Aufbauschung noch immer viel zu unspektakulär; in diesem Zusammenhang sei noch einmal an das Anfang April geleakte „interne Strategiepapier des Bundes zur Corona-Bekämpfung“ erinnert, das das Bundesinnenministerium am 18. März – kurz nach Beginn des Lockdowns – für den internen Gebrauch ausarbeiten ließ. Ganz offen wird darin auf Seite 13 unter Punkt 4a folgendes bekannt:

„Wir müssen wegkommen von einer Kommunikation, die auf die Fallsterblichkeitsrate zentriert ist. Bei einer prozentual unerheblich klingenden Fallsterblichkeitsrate, die vor allem die Älteren betrifft, denken sich viele dann unbewusst und uneingestanden: ‚Naja, so werden wir die Alten los, die unsere Wirtschaft nach unten ziehen, wir sind sowieso schon zu viele auf der Erde, und mit ein bisschen Glück erbe ich so schon ein bisschen früher‘. Diese Mechanismen haben in der Vergangenheit sicher zur Verharmlosung der Epidemie beigetragen. Um die gewünschte Schockwirkung zu erzielen, müssen die konkreten Auswirkungen einer Durchseuchung auf die menschliche Gesellschaft verdeutlicht werden.“
Wichtige Randbemerkung:
Um Missverständnissen vorzubeugen: Dass es derzeit eine neue „Welle“ zu geben scheint, dass trotz der vorgenannten Fehler, Manipulationen und Verzerrungen durchaus ein Anstieg der Infektionen zu verzeichnen ist, wird gar nicht bestritten. Die Frage ist nur, inwieweit es sich hierbei nicht um einen Unterfalls des jahreszeittypischen Erkältungsgeschehens handelt, an dem eben auch Sars-CoV2 so wie andere Coronaviren in der Vergangenheit einen Anteil hat. Es ist schade, dass uns keine ehrlichen, nüchternen und unvoreingenommenen Daten hierzu geliefert werden und schon gar keine maßvolle, am Grundsatz der Verhältnismäßigkeit orientierte Medienberichterstattung.
Temperatur- und Wetterumschwung schwächen im Herbst seit Menschengedenken unser Immunsystem und dies führt dann eben auch zur verstärkten Verbreitung auch dieses Virus. Die alles entscheidende Frage ist doch die: Ist Corona wirklich bedrohlicher und vor allem tödlicher als andere Krankheiten, mit denen wir schon immer leben mussten – und geht von diesem Virus wirklich eine größere Gefahr für die Volksgesundheit aus, so sehr, dass dies eine sichere soziale und ökonomische Selbstzerstörung rechtfertigt? Und hier muss eben, jenseits aller fabrizierten und geschönten (präziser: verschlimmerten) Zahlen, ein dickes Fragezeichen gesetzt werden. NUR darum geht es, nicht um Verharmlosung und Leugnung. (DM)
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