ARD holt abgeschmacktes „Browser Ballett“ ins Fernsehen

0
Schlecky Silberstein (Bild: Heike Huslage-Koch ; siehe Link; CC BY-SA 4.0)
Schlecky Silberstein (Bild: Heike Huslage-Koch ; siehe Link; CC BY-SA 4.0

Der Zwangsbeitragszahler bekommt für sein Geld wirklich etwas geboten. Bislang konnte er menschenverachtende Geschmacklosigkeiten wie „Corona rafft die Alten dahin“, dargebracht vom öffentlich-rechtlichen Angebot „Browser Ballett“, nur online genießen. Ab Dezember darf sich der Gebührenzahler dann im Ersten von den „Browser Ballett“-Spaßvögeln beschimpfen und verarschen lassen. Und das in der ersten Reihe!

Seit vier Jahren werden die Beitragszahlungen unter anderem auch für das Format „Bohemian Browser Ballett“ – kurz auch „BrowserBallett“ oder auch BBB – verpulvert. Das angebliche Satireformat der ARD-Jugendwelle „funk“ verbreitet seit Mitte 2016 auf Facebook und YouTube seine mit Zwangsgebühren finanzierten Sketche, Kurzfilme, Aktionen, Spiele und Bildwitze.

„Bekannt“ wurde das Spaßformat im Corona-Frühjahr, als der Erfinder des Formats, Autor und Darsteller in Personalunion, der linksaffine „Satiriker“ Schlecky Silberstein alias Christian Maria Brandes, unter dem Titel „Corona rettet die Welt“ über die vermeintlichen Chancen, die das Corona-Virus mit sich bringen könnte, referierte. Kurz zur Erinnerung:

Im rund zweiminütigen Videoclip wird das Corona-Virus vom vortragenden „Schlecky Silberstein“ als „schöner und sinnvoller Reflex der Natur“ bezeichnet. „Wir vom BrowserBallett sagen Ja zu Corona, denn mit diesem Virus heilt sich der Planet praktisch selbst“, heißt es gleich zu Beginn. Dass vor allem ältere Menschen daran sterben, sei „nur gerecht“. Die Begründung wörtlich: „Interessant dabei, wie fair dieses Virus ist. Es rafft die Alten dahin, aber die Jungen überstehen diese Infektion nahezu mühelos. Das ist nur gerecht, immerhin hat die Generation 65+ diesen Planeten in den letzten fünfzig Jahren voll gegen die Wand gefahren“. Im Hintergrund des Beitrags sind ein paar Kreuzfahrtschiffe zu sehen.

Die zweite Risikogruppe – jene Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen – seien vor allem in jenen Nationen zu finden, wo Wohlstand und der böse Kapitalismus herrscht – „beziehungsweise dort, wo die Menschen einfach ein bisschen fetter sind“. Welche Nation trifft das am meisten? so die Nachfrage des „Satirikers“, der sodann mit der wenig überraschenden Antwort aufwartet: „Die USA“. Diese hätten den Planeten „mit ihrer „Wachstum-um-jeden-Preis“-Manier-Politik schon immer in die Bredouille gebracht. „Vielleicht ist ja auch das Corona-Virus nur eine Antwort auf den Turbo-Kapitalismus. Das funktioniert. Der Flugverkehr ist eingebrochen, die Produktion wird zurückgefahren, der Konsum geht zurück, eine bessere Nachricht gibt es doch gar nicht für den Planeten…wenn das so weitergeht, erleben wir vielleicht ein neues grünes Paradies…und überhaupt – ist das Problem nicht, dass es von uns nicht viel zu viele gibt? Weniger Menschen, das bedeutet weniger Krieg, weniger Hunger, weniger Fluchtursachen….wahrscheinlich ist das Corona-Virus nur ein schöner und sinnvoller Reflex der Natur“. Unter dem ganzen Machwerk der Hinweis „funk ist Teil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“.

In der ersten Corona-Hochphase – wir wissen: die zweite Welle kommt! – präsentierte das „BrowserBallett“ dann noch ein geschmackloses Computerspiele, in welchem coronakranke Kinder von einer Krankenschwester abgeknallt werden.

Das angebliche Ausnahmetalent, der 39-jährige Brandes, versuchte es vor seiner fulminanten Karriere beim Öffentlich-Rechtlichen mit einem Studium der Volkswirtschaftslehre, das er jedoch nach dem Vordiplom abbrach. Nachdem er als Texter bei unterschiedlichen Werbeagenturen seine Dienste angeboten hatte, kam für Brandes die Chance als Comedy-Autor für das ZDF-Format „Neo Magazin Royale“ die Späße für Jan Böhmermann zu Papier zu bringen. Seit rund vier Jahren bespielt Brandes nun sein eigenes, auf junge Menschen zugeschnittenes Format beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk und kann dort „bekannte Arbeiten“ wie „Lauf, dicke Sau, oder „Das Arier-Reservat“ sein eigen nennen. Die Show verstehe sich laut Brandes als „linksgrünversiffter Stachel im Arsch der Revolutionäre“.

Insofern dürfte die Freude riesig darüber sein, dass Brandes zusammen mit seiner Kollegin Christina Schlag – nach Eigendarstellung als Autorin in den favorisierten Themenfelder Gleichberechtigung, Klimawandel und Schamgefühle tätig – ab 3. Dezember um 23:35 Uhr im Ersten über den Bildschirm tobt. „Inhalte, Gastauftritte, Beiträge und musikalische Darbietungen sollen unvorhersehbar „in typischer Browser-Ballett-Manier bewusst gebrochen“ werden, heißt es laut dem DWDL. Und: „Alles natürlich unter strengster Einhaltung und grenzüberschreitender Umsetzung der geltenden Satireregeln.“

Da hüpft das Herz des Beitragszahlers, dass sein sauer verdientes Geld für Gestalten wie „BrowserBallett“- Macher Brandes und seine, als Witze verpackte Geschmacklosigkeiten in den öffentlich-rechtlichen Orbit geblasen werden. Die Info, dass im Windschatten von Corona der Rundfunkbeitrag drastisch erhöht höht wurde, ist indes kein Witz. Aber nicht minder geschmacklos.  (SB)

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram