Drohen uns grausame Weihnachten?

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Foto: Von Halfpoint/Shutterstock

Es sieht nicht gut aus für das Fest der Liebe dieses Jahr. Bereits die Adventszeit könnte wegen der Pandemie ins Wasser fallen. Die meisten Weihnachtsmärkte wurden bereits abgesagt und dort, wo sie stattfinden, ist von ihnen auch kaum noch etwas übrig geblieben.

In Leipzig wurde Bratwurst und Glühwein verboten, als ob der Verzicht auf den Verzehr das Virus aufhalten könnte.

Angesichts steigender Zahlen von so genannten Neuinfektionen in Berlin sagte jetzt auch der Veranstalter den traditionellen „WeihnachtsZauber“ am Gendarmenmarkt zum ersten Mal nach 17 Jahren ab. „Die Durchführung des Weihnachtsmarktes ist wegen der Covid-19-Entwicklung mit einem unkalkulierbaren gesundheitlichen und wirtschaftlichen Risiko verbunden“, sagte Helmut Russ, Geschäftsführer von „WeihnachtsZauber“ Gendarmenmarkt, der „Welt“ (Donnerstagausgabe). Trotz intensiver Gespräche mit Vertretern des Bezirksamtes von Berlin-Mitte und dem Gesundheitsamt, um verschiedenste Szenarien und Hygienekonzepte durchzuspielen, sei es letztlich „zu diesem traurigen Entschluss“ gekommen, sagte Russ.

Man wolle nicht das Risiko eingehen, den Markt sofort nach Eröffnung wieder schließen zu müssen. Den wirtschaftlichen Schaden schätzt der Geschäftsführer auf 22 bis 25 Millionen Euro. 2019 besuchten rund 900.000 Besucher den Markt, darunter viele Touristen.

Zahlreichen ausstellenden Händler droht laut Russ nun der Bankrott. Als Notlösung wolle man deshalb eine Halle anmieten, damit diese ihre Produkte doch noch verkaufen könnten.

Doch viel trauriger ist der Umstand,  dass Kinder und Enkelkinder nicht mal zu Weihnachten pflegebedürftige Verwandte besuchen dürfen.

Der Pflegeschutzbund Biva befürchtet jetzt schon neue Besuchsverbote in Alten- und Pflegeheimen. „Uns erreichen bereits jetzt Nachrichten unserer Mitglieder, dass einzelne Einrichtungen wieder zugemacht haben, etwa in Hessen oder Bayern“, sagte der Vorstandsvorsitzende Manfred Stegger der „Welt“ (Donnerstagausgabe). In Chemnitz etwa gilt bereits seit Dienstag ein Besuchsverbot in Krankenhäusern und Pflegeheimen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte Ende August noch gesagt: „Wir werden nicht noch einmal Besuchsverbote in den Pflegeeinrichtungen brauchen.“ Stegger kritisierte zudem: „Viele Einrichtungen erlassen aus ihrer Angst heraus unverhältnismäßige Besuchs- und Ausgangsregeln, die in ihrem Bundesland gar nicht vorgesehen sind.“ Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, will Besuchsverbote unbedingt vermeiden.

Es müsse „alles dafür getan werden“, dass es auch künftig zu keiner Isolation der Älteren komme, sagte er. „Derzeit sehe ich keinen Grund für vollständige Besuchsverbote. Es sei denn, es gab einen Infektionsausbruch in der Einrichtung.“

Zudem kritisiert er die uneinheitlichen Besuchskonzepte der Einrichtungen. „Es kann mir keiner erklären, warum in einem Heim täglich Besuch für eine Stunde möglich ist und 20 Kilometer weiter in einem vergleichbaren anderen nur einmal in der Woche für 30 Minuten“, sagte Westerfellhaus. Es brauche dringend eine einheitlichere Richtschnur für Besuchskonzepte.

Er selbst arbeite derzeit „mit Hochdruck“ an einer übergreifenden Handreichung für die Einrichtungen.

Singen wir alle „Stille Nacht“, denn in diesem Jahr passt es ganz besonders gut. (Mit Material von dts)

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