PCR-Test springt auch auf frühere und unbemerkte Infektionen an: Ist die „zweite Welle“ ein Riesen-Irrtum?

0
PCR-Test "in action" (Foto:Imago/AgenciaEFE)

Immer mehr Ungereimtheiten beschäftigen kritische Zeitgenossen im Zusammenhang mit den steigenden Infektionszahlen. Nicht nur dass die neuen Zahlen sich in keiner Weise mit den Ergebnissen vom April vergleichen lassen, weil erstens viel mehr Personen und zweitens Gruppen mit ganz anderer Prävalenz getestet werden: waren es damals Rückkehrer aus Risiko-Hotspots im Ausland sowie Symptomträger, sind es heute überwiegend Kerngesunde und Jüngere, Angestellte von Firmen, Behörden und Gesundheitswesen. Und die Fehlerbehaftung ist gigantisch.

Damit ist nicht alleine die genuine Testunzuverlässigkeit des PCR-Verfahrens gemeint, das bei optimistischer Rechnung rund 1,5 – 2 Prozent falschpositive Ergebnisse liefert (und exakt dies ist der Anteil positiv Getesteter an allen Tests derzeit), sondern noch ein ganz anderer Aspekt: Zu den Nachteilen des PCR-Tests gehört auch, dass er neben Auswertungsdauer, notwendiger Laborinfrastruktur und vergleichsweise hohen Kosten vor allem auf Viruserbgut anspringt, das die Testperson nach einer (womöglich unbemerkten) Infektion noch immer in sich trägt – vor allem in Rachen und Nase, wo sich Virenreste sammeln.

Konkret bedeutet dies, dass folglich ein unbekannter, aber potentiell enormer Anteil der jetzt ermittelten angeblichen „Neuinfizierten“ entgegen dem Testresultat aktuell überhaupt kein Corona hat, sondern womöglich irgendwann einmal damit infiziert war – und unbemerkt längst wieder geheilt ist. Dieser Hinweis ist insofern entscheidend, als die Pandemie-Modelle verschiedener Forschergruppen in aktuellen Studien unisono darauf hindeuten, dass sich die tatsächlichen Neuinfektionen der „ersten Welle“ im Frühjahr (März und April) nur zu einem geringen ein Teil in den offiziellen Statistiken wiederspiegelten – auch und gerade in Deutschland.

Folge der damaligen großen Dunkenziffer

Je nach Modell„, schreibt „n-tv“ unter Berufung auf die Ergebnisse, „könnte die tatsächliche Zahl Mitte März bis Anfang April um ein Vielfaches höher liegen„. Das plausibelste Modell geht von bis zu 60.000 Infektionen pro Tag damals aus, als  offiziell nur zwischen 8.000 und in der Spitze 10.000 gemeldet wurden. Das wäre die damals jedermann bewusste, in Ermangelung repräsentativer Testreihen jedoch nie ermittelte Dunkelziffer.

Wenn dies zutrifft, so bedeutet es, dass sich damals binnen zwei Monaten potentiell drei bis vier Millionen Deutsche damit ansteckten – und die Infektion später dann, nach Beendigung des Lockdowns, zumindest außerhalb der stärker geschützten Risikogruppen unbemerkt weiter durchs Volk gelaufen ist, wo sie so etwas wie eine „stille Feiung“ und zumindest eine teilweise temporäre Herdenimmunität bewirkte. Und es sind demnach die Folgen dieser Teilimmunisierung, die jetzt, bei auf über 1,1 Millionen pro Woche aufgeblasenen PCR-Testen, durch steigende Neuinfektionen sichtbar werden – entsprechend dem Anteil derer, bei denen Virustrümmer einer längst überstandenen Infektion für die positiven Testresultate sorgen. Dies wäre dann auch eine plausible Erklärung dafür, wieso die Zahlen der Erkrankten diesmal in einem weitaus niedrigeren Maß steigen und eine viel geringere Quote an den Gesamtinfizierten aufweisen als im Frühjahr.

Dass wir in Deutschland bereits eine Corona-Infektionswelle überstanden haben, deren Ausmaß uns gar nicht bewusst ist, ist übrigens völlig konsistent mit den Aussagen ausgerechnet des WHO-Experten Mike Ryan, der vor zwei Wochen zum globalen Pandemiegeschehen erklärt hatte: „Unsere derzeit besten Schätzungen ergeben, dass etwa zehn Prozent der Weltbevölkerung bereits mit diesem Virus infiziert gewesen sein könnten“ –  was einer weltweiten Dunkelziffer von mehr als 700 Millionen unerkannten Infektionen entsprechen würde, entgegen den bislang nachgewiesenen rund 40 Millionen „Fällen“.

Keiner spricht von den Genesenen

Apropos Fälle: Wie bereits im Frühjahr versuchen uns die schon wieder im hektischen Panikmodus surfende Bundesregierung und  Länder-Corona-Chaoten wie Markus Söder, mit tatkräftiger Schützenhilfe der Katastrophenmedien weiszumachen, die Zahl der Infizierten steige täglich immer weiter und schraube sich in schwindelerregende Höhen. Wieder einmal wird die Zahl der Genesenen nur am Rande genannt – obwohl sie zur Beurteilung der „Kurve“ und ihrer Gefährlichkeit eine zentrale Zahl ist. Und Tatsache ist, dass die Geheilten (und die nach meist gänzlich beschwerdefreier Quarantänezeit wieder Entlassenen) in demselben Verhältnis zunehmen wie die Infizierten, womit der „aktive Rest“ der jeweils gerade akuten Infektionen (von denen wohlgemerkt wiederum nur ein Bruchteil Symptomträger oder gar erkrankt ist) deutlich unter den gemeldeten Zahlen liegt.

Und selbst bei einem „exponentiellen“ Anstieg der Infektionen würde dem Gesundheitswesen keinerlei Überlastungsgefahr drohen, solange das Verhältnis der Zahl der Intensivbettenbelegung zu den „Neuinfizierten“ so bleibt wie bisher oder sich sogar verdoppeln würde: Derzeit sind etwas über 2,2 Prozent der Kapazitäten belegt. Selbst wenn sich bei gleichbleibender Relation der Anteil neuer Inzidenzen verzehnfachen würde, könnte noch lange von keinem Systemzusammenbruch die Rede sein. (DM)

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram