Wegen Corona: 500 Millionen Euro zusätzlich Entschädigung für Holocaust-Opfer

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Foto: Von diy13/Shutterstock

Die Bundesregierung zeigt sich weiter spendabel und denkt bei ihrer Corona-Geldverteilung wirklich an jeden: Jetzt sagte sie den Überlebenden des Holocausts eine halbe Milliarde Euro zusätzlich zu.

240 000 Überlebende des NS-Regimes soll es 75 Jahre nach Kriegsende weltweit noch geben. Ihnen sagte die Bundesregierung weitere Zahlungen zu. Eine entsprechende Vereinbarung habe das Finanzministerium mit der Claims Conference, einem Zusammenschluss jüdischer Organisationen, getroffen, berichtet die Mitteldeutsche Zeitung.

„Deutschland steht damit in Zeiten der Covid-19-Pandemie in besonderer Weise zu seiner historischen Verantwortung für die durch das NS-Unrechtsregime verfolgten Menschen“, begründet das Ministerium den erneuten Geldsegen.

Die geschätzt 85 bis 95 Jahre alten noch lebenden Opfer des Nationalsozialismus würden wegen ihres Alters zur Risikogruppe gehören und und hätten wegen ihres Lageraufenthalts häufig mit daraus resultierenden gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, erklärt man seitens des Finanzministeriums. Deswegen seien sie von der Corona-Pandemie besonders betroffen.

Erst im August vergangenen Jahres hatte die deutsche Bundesregierung höhere Zahlungen an Holocaust-Überlebende beschlossen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zeigte sich erfreut über den Schritt, bei dem Überlebende mit weiteren Hunderten Euro pro Monat für ihr Leiden entschädigt werden. „Das ist wichtig, das haben die Überlebenden verdient“, teilte Netanjahu mit. Betroffen seien mehr als 5000 Menschen, die jeden Monat zusätzliche Leistungen erhalten sollen. Die Summe hing davon ab, wie viel Entschädigungsrente sie derzeit aus Deutschland beziehen, berichtete die Deutsche Welle im August 2019.

Die Gesamtsumme aller Entschädigungsleistungen, die erstmalig 1952 durch Konrad Adenauer zugesichert wurden, belief sich bis Ende 2016 auf 74,513 Milliarden Euro

Nach Angaben des israelischen Finanzministeriums lebten Anfang 2020 in Israel rund 192.000 Menschen, die als Holocaust-Opfer registriert sind. Im vergangenen Jahr sollen 14.800 Zeitzeugen verstorben sein. Rund zwei Drittel der Holocaust Überlebenden erhalten vom Staat ein monatliches Pensum von mehreren hundert Schekel, das jedoch nicht annähernd ausreichend sei, um davon zu leben, so Fokus Jerusalem.

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Zu den 192.000 Überlebenden zählen nicht nur diejenigen, die Ghettos und Konzentrationslager Europas überlebten, sondern auch marokkanische, algerische sowie irakische Juden. Marokko und Algerien waren zum Zeitpunkt des zweiten Weltkrieges französische Kolonien. Die dort lebenden Juden seien laut Fokus Jerusalem im Laufe der 1940er Jahre ihrer Rechte beraubt worden. Als irakische Holocaust-Überlebende gelten Juden, welche das Farhud-Pogrom in Bagdad im Juni 1941 überlebten. (MS)

 

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