Söders Freiluft-Maskenwahn: Nicht nur Kubicki hat die Nase voll

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Söder mit Zeckenmaske; Foto: © jouwatch Collage
Söder mit Zeckenmaske; Foto: © jouwatch Collage

Markus Söder ist nicht mehr zu bremsen: Heute forderte er die Absenkung des Schwellenwertes für die Einführung der Maskenpflicht in der Öffentlichkeit von 50 auf 35 pro 100.000 Einwohner / 7-Tages-Inzidenz – und versucht damit im zweiten Anlauf nochmals das durchzusetzen, bei dem ihm beim Bund-Länder-Krisengipfel letzte Woche einige Ministerpräsidentenkollegen einen Strich durch die Rechnung gemacht hatten. Und: Er will mehr Zentralismus. Nicht nur FDP-Kubicki wird es nun zu bunt. 

Der FDP-Politiker und Bundestagsvizepräsident attackierte den bayerischen Ministerpräsidenten heftig und nannte ihn „eine traurige Figur„. Weil Söder die schlechtesten Corona-Zahlen zu verantworten hat, versuche er jetzt „auf andere einzuprügeln, damit er von seinem miserablen Management ablenken kann„, so Kubicki gegenüber der „Saarbrücker Zeitung„. Damit bezog sich Kubicki auf Söders Breitseite gegen die FDP, sie „relativiere“ die Corona-Maßnahmen ähnlich wie die AfD. Schon gestern war Söders Parteifreund und Skandal-Verkehrsminister Andreas Scheuer Kubicki wegen dessen Kritik an Angela Merkel scharf angegangen.

Anders als sein opportunistischer Umfaller-Parteichef Christian Lindner hatte Kubicki immerhin den Mumm und das Rückgrat aufgebracht, die Bundesregierung zu kritisieren und vor allem Merkels neuerlichen Panikkurs anzuprangern – in durchaus ehrenwerter Rückbesinnung auf das, was echte Aufgabe der Opposition sein sollte. „Wer immer nur Angst macht, ohne eine langfristige Perspektive aufzuzeigen, der verliert irgendwann seine Autorität“, hatte Kubicki Merkel vorgeworfen, und sie daran erinnert, dass „nicht der Podcast, sondern das Parlament“ der richtige Ort sei für die Regierungschefin, sich an die Öffentlichkeit zu wenden.

„Angst ohne Perspektive“

Was sich Söder mit seinen heutigen Forderungen inzwischen erlaubt, kann durchaus als hektischer Aktionismus, ebenso gut aber auch als kalter Putsch und regelrechtes Betteln um Gleichschaltung verstanden werden. Seine Kanzler-Chancen sieht er offenbar schwinden, also versucht er es über die Corona-Diktatur. Nicht nur, dass er weiterhin eine wissenschaftlich überhaupt nicht belegte Schutzfunktion der Maske als entscheidend für die „Eindämmung von Corona“ bezeichnet (und das, obwohl wir alle seit einem halben Jahr Maske tragen und es jetzt plötzlich dennoch zum gemessenen Anstieg kam!); auch die Kriterien, ab wann diese nun auch im Freien getragen werden müssen, und zwar am liebsten gleich einheitlich-bundesweit, sind völlig unsinnig, weil die Zahl „neuer Fälle“ nur von den durchgeführten Labortests abhängt und beliebig steuerbar ist.

Doch auch die psychologische Schadwirkung der Politik, für die Söder hier inzwischen steht, ist nicht zu unterschätzen. Die wiederum völlig schwammige Definition, was „öffentliche Plätze“ sind – zumal wenn, wie fast überall, gar keine klare Beschilderung existiert – führt dazu, dass die Menschen im Zweifel in der Fussgängerzone dann generell Maske tragen. So setzt ein sozialer Druck, ein Gruppenzwang ein – der dann prinzipiell jeden, der im öffentlichen Raum (auch ohne starke Frequenz) keine Maske  trägt, denselben Diskriminierungs- und Ausgrenzungserlebnissen aussetzt, wie sie „Maskenverweigerer“ (darunter auch und vor allem Menschen mit Attest zur Maskenbefreiung) bisher nur im ÖPNV oder in Geschäften befürchten müssen, wie etwa in diesem Fall einer Verkäuferin, die verzweifelt dieses Bild postete und dazu von erschütternden Anfeindungen durch Kunden berichtete:

(Screenshot:Facebook)

Die Verbreitung der diffusen Angst davor, „oben ohne“ oder „gesichtsnackt“ und somit ebenso „ungeschützt“ wie „rücksichts- und verantwortungslos“ unterwegs zu sein, wird bald dazu führen, dass sich bald keiner mehr ohne Stoff vorm Mund aus dem Haus traut. Damit wird dann das Selbstverständlichste, Natürlichste und Gesündeste, das es für Menschen gibt – nämlich an der frischen Luft frei atmen zu können – endgültig zum sozial unerwünschten Ärgernis, zum Tabu oder gar zum Verbrechen wird – mit allen sozialen und kommunikativen Folgeschäden, von gesundheitlichen Risiken durch die Maske (CO2-Anteil der Atemluft und extreme Keimbelastung) ganz abgesehen.

Nicht nur vollindoktrinierte Jüngere, die unkritisch und ohne nachzudenken die ihnen von der Politik über supportive Medien eingetrichterte, scheinbar einleuchtende „simple“ Erklärung schlucken, nichtmedizinische Masken hätten auch nur die geringste Schutzwirkung gegen Viren, zumal wenn sich Menschen ohnehin nicht anhusten, anniesen oder anspucken (wofür die Maske als einziges einen hypothetischen Schutz böte). Vor allem ist es schockierend mit anzusehen, wie vor allem alte Menschen nur noch mit Maske das Haus verlassen – des Gefühls einer trügerischen Sicherheit wegen, das ihnen ein symbolischer Stoff- oder Papierfetzen vorm Gesicht vermitteln soll, dessen gänzliche Nutzlosigkeit noch Anfang des Jahres von den identischen Experten bestätigt wurde, die jetzt für seine kompromisslose Tragepflicht trommeln. All das ist nicht mehr nur unverhältnismäßig – sondern allmählich verbrecherisch. (DM)

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