Der Billionen-Fehlalarm: Corona teurer als die Deutsche Einheit

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Foto: Durch zimmytws/Shutterstock

Als die Einheit vor 30 Jahren vollendet wurde, war einer der Haupteinwände ihrer Kritiker, das noch nie in der Geschichte eine solche volkswirtschaftliche Mammutaufgabe der Integration zweier komplett verschiedener Staats- und Wirtschaftssyteme gelungen sei und die Kosten nicht mehr darstellbar seien. Inzwischen kennt man sie, eine ganze Generation hat mit dem Soli und sonstigen Steuern dafür gezahlt: Für die Gesamtkosten der deutschen Einheit einschließlich des Sozialtransfers liegen die Schätzungen zwischen 1,6 und 2,0 Billionen Euro.

Ungefähr dieselbe Summe wird alleine die öffentlichen Kassen in Deutschen schon jetzt die Corona-Krise kosten. Tatsächlich rechnet der Bund, wie die Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion ergab, nämlich mit über 1,446 Billionen Euro – inklusive, wie das „Redaktionsnetzwerk Deuschland“ (RND) schreibt, der Kosten für das Gesundheitssystem sowie die Beschaffung von medizinischem Material, die Stützungs- und Konjunkturprogramme für die Wirtschaft, internationale Hilfszahlungen, wegbrechende Einnahmen und höhere Ausgaben der Sozialkassen sowie staatliche Garantien in Form von Bürgschaften, Schnellkrediten und der Beteiligung des Bundes am europäischen Wiederaufbauprogramm.

Die Zahl dürfte noch geschönt sein: Alleine im laufenden Jahr kalkuliert das Finanzministerium – RND zufolge-  bereits mit 400,4 Milliarden Euro Krisenkosten allein für den Bund. Die Haushalte von Ländern und Gemeinden werden mit zusätzlichen 89 Milliarden Euro belastet. Die Mehrausgaben und Einnahmeausfälle bei den Sozialkassen prognostiziert das Finanzministerium mit 26,5 Milliarden Euro. Zu dieser halben Milliarde kommen noch gesteigerte Beitragskosten für die EU, Rückstellungen und Zinsen für die Neuverschuldung – von „versteckten“ Kosten wie erhöhte Sozialausgaben, Zuschüsse für Arbeitsagentur durch Kurzarbeit und gestiegene Personalkosten für immer mehr Behördenpersonal und neue Planstellen.

80 Millionen Euro Steuergeld pro „Corona-Toter“ in Deutschland

Experten rechnen demnach mit realen Kosten von 700-800 Milliarden alleine 2020. Nur zur Verdeutlichung der Relation: Dies entspricht der unglaublichen Summe von durchschnittlich rund 80 Millionen Euro für JEDEN EINZELNEN der „an und mit“ Corona Verstorbenen; eine solche Fehlsteuerung gab es noch nie.

Diese schier „gigantische Zahl“ von 1,5 Billionen – die ja eigentlich von nur rund zwei Jahren bis zur vollständigen Erholung der Wirtschaft ausgeht, was unrealistisch ist – ist dabei noch längst nicht alles: Hinzu kommen noch die Lasten, die die privaten Haushalte und Unternehmen zu tragen haben. Am Ende wird hier bis Ende 2022 eine Größenordnung von zwei bis drei Jahres-Bruttosozialprodukten vernichtet worden sein.

Und wenn die Deutschen aufwachen und feststellen, dass ihr Wohlstand endgültig verfrühstückt ist: Spätestens dann wird der eine oder andere, der jetzt noch leidenschaftlich und mit verantwortungsgeschwellter Brust masketragend durch die Gegend stolziert (und triumphierend erklärt, die Bundesregierung habe in der Pandemie einen „tollen Job“ gemacht), wach werden – und die Frage stellen: War es das wert? Wofür eigentlich haben wir uns ruiniert? Und wenn dann die groteske Unverhältnismäßigkeit ans Licht kommt, wird es eng, sehr eng für die Politiker, die sich heute noch als Krisenmanager aufspielen. (DM)

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