Lauterbach kann den nächsten Lockdown gar nicht erwarten

0
Foto: Karl Lauterbach (über dts Nachrichtenagentur)

Er kann es nicht lassen, seine pathologische Neigung zur Weltuntergangsstimmung täglich aufs neue unter Beweis zu stellen – und jetzt ist Karl Lauterbach endlich der ersehnten Erfüllung seiner eigenen Prophezeiung ganz nahe: Dem zweiten Lockdown. Schon den ersten hätte man, wäre es nach ihm gegangen, ja nie aufheben dürfen. Dann kam ein milder Sommer, das Virus wurde zum Phantom. „Katastrophen-Kalle“ schien blamiert und widerlegt. Doch jetzt wittert er endlich wieder Morgenluft.

So sehr, dass er vorgestern eitel damit kokettierte, er hasse es ja, Recht zu behalten; lieber sei ihm, wenn er sich geirrt hätte, doch die Zahlen explodierten nun einmal wieder. Eigentlich kann Lauterbach da ganz beruhigt sein: Er hat nicht Recht behalten, er hat sich geirrt – denn die Zahlen besagen nichts über die (schwer und leicht) Erkrankten und korrelieren, anders als im Frühjahr, auch nicht mit deren gleichbleibend niedrigem Auftreten. Und was die Risikoeinschätzung durch Lauterbach & Konsorten eines Virus betrifft, das wohl niemals irgendwem überhaupt als globale Bedrohung aufgefallen wäre und sich nicht einmal statistisch oder im Sterbegeschehen niedergeschlagen hätte, hätte man es nie entdeckt oder wäre nie über darüber berichtet worden: Geschenkt. Allenfalls würde man dann von einem relativ heftigen Grippejahr sprechen.

Doch weil in Deutschland nunmal alles nur auf bezugs- und aussagelose Massentestergebnisse setzte, passen jetzt endlich auch die ermittelten Fallzahlenanstiege zu Lauterbachs Dauer-Geunke. Er hat damit ebenso „Recht“ behalten wie ein Nihilist, der zwingen mit der Feststellung Recht hat, dass wir alle irgendwann sterben werden. Eine formidable Leistung für einen sogenannten SPD-„Gesundheitsexperten“!

Faule Wetten auf die Zukunft

Jetzt kann Lauterbach endlich wieder das treiben, was er am besten kann: Von jedem Talkshow- und Interviewsessel aus, auf dem man ihn Platz nehmen lässt, faktische Ultimaten und düstere Warnungen ausspucken. „Nur die Bevölkerung kann jetzt noch einen erneuten Lockdown abwenden„, droht er laut „dts Nachrichtenagentur“ vielsagend. Wichtiger als „einzelne Maßnahmen“ sei, wie sich jetzt die Bevölkerung verhält. Wenn es nicht gelinge, das exponentielle Wachstum zu bremsen, dann „steigen die täglichen Fallzahlen innerhalb kürzester Zeit so stark an, dass die Kliniken und Gesundheitsämter überlaufen werden“. Spätestens dann kommen „lokale Shutdowns“, warnte Lauterbach.

Wenn man sich die Zunahme von vor sechs Wochen 700 Infektionen am Tag bei damals 250 belegten Intensivbetten auf jetzt 8.000 Infektionen am Tag (fast nur infolge gestiegener Testungen) bei 950 belegten Intensivbetten betrachtet, dann fällt auf, dass die symptomatischen oder gar krankenhausreifen Fälle deutlich langsamer steigen als die ermittelten „Inzidenzen“, von denen die meisten kerngesund und symptomfrei sind – trotz geringfügig gestiegenen Durchschnittsalters der positiv Getesteten. Wo hier das exponentielle Wachstum im einzig für das Gesundheitssystem relevanten Bereich der therapiebedürftigen Fälle (insbesondere der schweren Verläufe) bleibt, ist wohl das Geheimnis von Lauterbach.

Doch er scheint es auch diesmal wieder nicht abwarten zu können, dass endlich das eintritt, was er auch schon im Frühjahr prognostiziert hatte, damals jedoch bezeichnenderweise ausgeblieben war (soviel zu Lauterbachs Kompetenz): Der Zusammenbruch des Klinikwesens durch einen schweren Covid-Massenansturm. Dann, so Lauterbach, würde in den betroffenen Regionen nach einigen Wochen nichts anderes möglich sein: „Das exponentielle Wachstum hat eine solche Kraft – da würde jedem einleuchten, dass nichts mehr stattfinden kann.“ Und dann würde auch die Wirtschaft einbrechen, und es werde einschneidende Maßnahmen geben müssen, „die dann von allen Ministerpräsidenten getragen werden„. Es klingt so, als wolle er den eigenen Triumph vorwegnehmen. (DM)

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram