Qualitätsjournalismus am Abgrund: Böser Föderalismus blockiert Merkel und die Maske macht frei

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Merkels 5. Corona-Kolonne: Slomka, Akyün (Fotos:Imago)

Man denkt ja eigentlich, inzwischen hätte man alle Abgründe des deutschen Gesinnungs- und Indoktrinationsjournalismus kennengelernt, samt dessen Staatsnähe und Regierungsergebenheit – und dann kommen immer wieder solche neuerlichen unfasslichen Perlen zum Vorschein, die einen schier verzweifeln lässt und die Frage aufwirft, wo kritischer journalistischer Geist und Restneutralität geblieben sind.

Im „Tagesspiegel“ war es Kommentatorin Hatice Akyün, die gestern der deutschen Gottkanzlerin versuchte, servil aus der Seele zu sprechen, indem sie sich als „Artikulation“ für den mutmaßlich von der Kanzlerin empfundenen Frusts ob des Widerstands einzelner Länder betätigte. Weil diese Merkel die Gefolgschaft aufgekündigt hatten, als sie nach noch strikteren Maßnahmen, nach Ausweitung und Durchsetzung des Beherbungsverbots und am liebsten gleich Abriegelung von Risikogebieten rief, sieht Akyün eine Krise des föderalen Systems und schreibt: „Am liebsten möchte man den Föderalismus auf den Mond schießen.“

Aus ihrer Sicht sind die Länderrechte nichts als störende und zu beseitigende Hindernisse bei der bundeseinheitlichen autoritären Durchsetzung eines immer unverhältnismäßigeren Corona-Regiments. Natürlich muss allein Merkels Weg der richtige sein – doch die bösen Ministerpräsidenten halten sie von ihrem segensreichen Treiben ab. „Langsam kann man verstehen, warum Merkel keine Lust mehr hat“, jammert Akyün. Und zitiert aus gewitterten Gewaltphantasien jener, denen die Gleichschaltung gar nicht schnell kommen kann: „Merkel sollte Backpfeifen verteilen, mit den Eskalationsstufen Kochlöffel, Nudelholz, gusseiserne Pfanne, bis es auch der Letzte kapiert.“ Sie sei zwar „gegen Gewalt, aber so ein Nudelholz hat schon viele Männer zur Vernunft gebracht„. Weil das Problem hier natürlich auch wieder an der toxischen Männlichkeit liegt (man stelle sich diesen Satz einmal umgekehrt von einem männlichen Journalisten über Frauen vor). Was Akyün schmerzlich zu missen scheint: Mit weiblichen Ministerpräsidenten wäre das Land schon im Lockdown.

Die in Anatolien geborene Akyün geilt sich also am Zentralismus, an einem autokratischen Regime auf, wie es im Land ihrer Väter derzeit gerade zu bestaunen ist. Das hat schon eine gewisse Ironie. Doch es muss ja gar nicht die Türkei sein: Hätte diese Journalistin ihre unterkomplexe Sichtweise durch den Blick auf andere Länder erweitert, in denen es keine störenden Bundesstaaten gibt, insbesondere Frankreich: Dann hätte sie feststellen können, dass dort die Infektionszahlen sogar deutlich über denen Deutschlands liegen – trotz beglückender Zentralgewalt.

Beglückende Zentralgewalt

Oder wie wäre es mit den Staaten des Orients, in denen ebenfalls keine Bundesländer der uneingeschränkten Regierungsmacht im Wege stehen? Ein Blick auf die von der Johns Hopkins University für alle Staaten regelmäßig aktualisierte Fallzahlenentwicklung, hier am Beispiel des Irans, ist äußerst aufschlussreich:

Quelle: JHU

Oder auch die Entwicklung im Irak:

Quelle: JHU

So steht hier eher der Verdacht im Raum, dass Akyün den Föderalismus am liebsten abgeräumt sähe – zusammen mit der Widerborstigkeit der Länderchefs in Sachen lästiger Grund- und Freiheitsrechte – um auch gleich weitere gemeine Verweigerungen gegenüber Merkels segensreicher Politik zu überwinden: Etwa bei der Aufnahme von noch mehr Flüchtlingen und bei der weiteren Islamisierung. Merkel ist nicht umsonst die Kanzlerin der Herzen aller „Flüchtenden“ in und noch außerhalb Deutschlands, ebenso wie der muslimischen Parallelgesellschaften hierzulande. So bleibt der Eindruck bei der Lektüre dieses Tagesspiegel-Kommentars, dass es hier eher um die Einführung eines schleichenden Islamfaschismus geht, ganz ohne störende innenpolitische Teilautonomien von Ländern, mit Merkel als großer Führern.

Corona ist da nur die Blaupause. Kein Wunder, dass man dann in Akyüns Kommentar Sätze liest wie diese: „Seit Monaten versucht die Kanzlerin mit Souveränität, Fakten, Appellen und Einfühlungsvermögen, die Lage auf die sachliche Ebene zurückzuholen“, oder: „Spätestens Weihnachten 2021 werden wir Merkel schmerzlich vermissen.“ Das ist gleich doppelt falsch: Aller Voraussicht nach wird uns diese Kanzlerin weitere vier Jahre in den Abgrund führen – doch ob sie Ende 2021 noch jemand vermisst, darf bezweifelt werden.

Durchhalte- und Waschlappenjournalismus

Und noch ein weiteres Beispiel für Durchhalte- und Waschlappen-Journalismus war vorgestern zu beklagen: In einem Kurzunterview, das „ZDF heute„-Anchorfrau „Marionetta“ Slomka mit dem Helmholtz-Systemimmunologen Michael Meyer-Hermann führte, stellte sie die wirklich üble Frage: „Was ist ein kleiner Lappen im Gesicht gegen die Existenzen, die wir vernichten, wenn wir ihn nicht tragen?“ Das ist nicht mehr nur Framing, das ist schon böswillige Verdrehung der Realität. Nicht nur in Gastronomie und Einzelhandel vernichtet die Maske Existenzen, aber nicht durch ihr Weglassen.

Hatice Akyün und Marietta Slomka: Zwei besonders abschreckende Beispiele für einen Journalismus, der uns zunehmende Unfreiheit als Freiheit verkaufen will. Auf den Gedanken übrigens, sie deshalb als Beispiel für weiße toxische Weiblichkeit zu bezeichnen, käme trotzdem keiner. (DM)

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