Grandioser Flop: Die „zweite Welle“ beweist die Nutzlosigkeit der Corona-Warn-App

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Überteuerter Unsinn: Corona-App (Foto:Imago/MedienServiceMüller)

Erinnert sich eigentlich noch irgendwer an das vielgelobte, als eierlegende Wollmilchsau der Pandemieeindämmung gelobte Projekt „Corona Warn-App“, für das die Regierung im Frühsommer – inklusive Werbeausgaben – eine ungeheuerliche Summe von über 100 Millionen Euro aufwandte? Vermutlich nur vage – denn in dem, was diese App eigentlich sollte, hat sie fulminant versagt.

Bisher war es vor allem das monströse Preis-Leistungs-Missverhältnis, das die Kritik an der App befeuerte: Während, wie der „Spiegel“ diese Woche berichtete, die irische Corona-Warn-App, die technisch ausgereifter und leistungsfähiger ist, gerade einmal schlappe 850.000 Euro kostete, zahlte die Regierung alleine für die Entwicklung und Programmierung rund 70 Millionen Euro. Die Bundestagsabgeordnete und digitalpolitische Sprecherin der AfD, Joana Cotar, kommentierte diese Groteske wie folgt: „Es mache sich jeder seine Gedanken um den Digitalstandort Deutschland und diese Regierung!“.

Doch nun wird auch die praktische Funktionalität zum Ärgernis. Hätte diese App nämlich irgendetwas getaugt und auch nur teilweise von dem gehalten, was ihren Nutzern versprochen wurde, dann wäre nämlich jetzt wohl kaum die – zumindest den ermittelten „Neuinfektionen“ nach – sogenannte zweite Welle losgerollt. Immerhin haben bislang 19 Millionen deutsche Nutzer die App heruntergeladen – hier hätte sich definitiv eine Wirkung abzeichnen müssen, wenn es sie denn gäbe. Eindrucksvoller lässt sich dieser Flop nicht unter Beweis stellen als durch das inzwischen großflächige Auftreten von Positiv-Getesteten; in diesem Fall sind die Massentests durchaus aufschlussreich.

Von den „Neuinzidenzen“ sind bis auf einen kleinen Rest der „aktiven Fälle“ so gut wie alle symptomfrei, doch dies spielt für die Beurteilung der Appleistung keine Rolle – denn diese springt ja nur auf Kontakte zu den erfassten „Infizierten“ an. Dass Kanzlerin Angela Merkel jetzt erneut appelliert, die Corona-Warn-App angesichts der „zweiten Welle“, ist deshalb ein schlechter Witz: Selbst Kritiker monieren, so die „Welt„, dass die App „große Schwächen“ habe nicht genügend weiterentwickelt worden sei. Unverdrossen jedoch kündigt das Gesundheitsministerium ein Update in wenigen Tagen an.

Merkels Appell pro App ein schlechter Witz

Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen – und damit kommt es zum Stresstest für die Corona-Warn-App. Nach einem ziemlichen Kommunikationschaos und mit reichlich Verspätung startete die App Mitte Juni. Sei alles gar nicht schlimm, hieß es damals von der Bundesregierung. Dafür sei sie immerhin die bestmögliche App auf dem Markt und die niedrigen Infektionszahlen im Sommer böten die Möglichkeit, sie für die Zeit zu testen, in der sie am nötigsten gebraucht würde – nämlich für die zweite Welle.

Als „auch noch einmal ein Hilfsmittel“ pries Merkel – wenn auch deutlich verhaltener als zum Starttermin im Juni – die App; grundsätzlich lasse sich festhalten, so das Gesundheitsministerium, sagen, dass die App trotz aller anfänglichen technischen Probleme ihre Funktion erfülle: Sie warnt Nutzer, wenn sie Kontakt zu anderen App-Nutzern hatten, die positiv auf Corona getestet wurden.

Genau dies tut sie anscheinend nicht: Denn gerade jetzt, wo die Zahlen ja angeblich überall geradezu „explodieren“, müßte sich diese App doch bemerkbar machen – wenn sie diese Explosion  zuvor schon nicht verhindert hat. Erinnern wir uns: Eigentlich sollte sie doch genau das leisten – zur Vermeidung eines erneuten Lockdown eine frühzeitige Kontaktnachverfolgung ermöglichen und Nutzer warnen. Angesichts der mehr als mageren Resultate und des evidenten Scheiterns ist es eine Ungeheuerlichkeit, dass dieselbe Regierung, die dafür achtstellige Steuergelder rausgeschmissen hat, die Bevölkerung jetzt wegen ihres „fahrlässigen Verhaltens“ verantwortlich macht für die neuen Einschränkungen allerorten. (DM)

 

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