Test-Manie geht in die nächste Runde: 15-Minuten-Schnelltests sollen „Fallzahlen“ pushen

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Schnelltest in mobilem Labor in Hamburg (Foto:Imago/ANE)

Um künftig noch mehr und auf Teufel komm raus zu testen, bis buchstäblich der Arzt kommt, sollen in Kürze zur Ergänzung der PCR-Tests die neuen, schnellwirksamen Antigen-Tests zur Verfügung stehen. Die neue „Teststrategie“ des Gesundheitsministerium setzt auf diese – wobei unter „Strategie“ hier das unbeirrte Festhalten an Massentests verstanden wird. Experten warnen vor noch deutlich höheren falschpositiven Ergebnissen als bei den herkömmlichen PCR-Labortests. Der Politik geht es ohnehin nur um eines: möglichst mehr „Neuinfizierte“ zu bestimmen und zu vermelden.

Diese Pandemie „ernährt“ sich gewissermaßen selbst. Die Politik, die nicht mehr zurück kann und die Flucht nach vorne in die zweite Welle antritt; die Pharma- und Impflobby, die alles daransetzt, die Bedrohungslage und damit die künftige Nachfrage aufrechtzuerhalten Zweck; und die Mediziner und Experten, die ihre eigenen Prognosen um jeden Preis bestätigt sehen wollen. Ihnen allen ist daran gelegen, möglichst viele und ständig neue „Inzidenzen“ zu produzieren – unabhängig davon, wieviele Menschen überhaupt an Covid erkrankt (geschweige denn schwer erkrankt) sind und ungeachtet des Alters.

Sozusagen für den „Hausgebrauch“ sollen da die neuen Antigen-Schnelltests, die per IgG/IgM-Messung etwaige Covid-19-Antikörper nachweisen sollen, den Durchbruch bringen. Jens Spahn neue „nationale Teststrategie“ legt den Fokus auf Massentests in Alten- und Pflegeheimen sowie ähnlichen Einrichtungen. Auch das „Durchtesten von Gesundheitspersonal auf Sars-CoV-2“ soll so erleichtert und beschleunigt werden, wie der „Tagesspiegel“ (TS) schreibt.

Durchtesten ohne Wenn und Aber

Das genau dies, bei der überzogenen und kompromisslosen Quarantänepflicht für alle Angehörigen etwaiger Kontaktketten, bei Bediensteten des Gesundheitsbetriebs fatal ist und dann erst recht die Versorgungsengpässe bedingen könnte, vor denen man sich ja sonst so fürchtet in dieser Krise, scheint hier billigend in Kauf genommen zu werden – obwohl die Antigentests sogar noch unpräziser sind als die PCR-Tests. Dennoch will Spahn sie – auf Kosten der Krankenkassen – im großen Stil in Umlauf bringen; übrigens auch „an die Veranstaltungsbranche“ oder an Schulen. Sie alle sollen massenhaft Abstriche durchführen lassen und quasi jeden testen, der nicht bei Drei auf dem nächsten Baum ist.

Das Ergebnis liegt dann schon nach 15 Minuten vor und wenn alles glatt geht, ist der Betreffende nebst seinen „Kontaktpersonen“ schon eine Stunde später in Quarantäne, und die Gesundheitsämter können ihre Fallzahlen in Echtzeit nach Berlin melden, wo das RKI dann noch schneller als bisher die „Risikogebiete“ ausrufen kann und sich so die Landkarte allmählich knallrot färben wird. Das ist die grandiose „Teststrategie“ in dieser „Pandemie“.

Masse statt Klasse

Zwar gilt, wie der TS berichtet, aus Virologensicht weiterhin der herkömmliche PCR-Test als Goldstandard, doch die Ausweitung der Teststrategie auf Schnelltests sei „auf jeden Fall sinnvoll“. Aufgrund deren Ungenauigkeit jedoch muss jeder positive Antigen-Test eigentlich nochmals durch einen PCR-Test validiert werden – doch da als Hauptvorteil der neuen Schnelltests ja gerade die durch diese bewirkte Entlastung der Labore genannt wird, dürfte dies die Ausnahme bleiben – andernfalls würde sich an der Laborauslastung ja nichts ändern, wenn künftig jeder positiv angeschlagenen Schnelltests durch die bisherige Methode nachgeprüft werden muss – weil die Antigen-Tests das gesamte Aufkommen nochmals deutlich steigern werden, auf womöglich mehrere Millionen Tests pro Tag.

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Das eigentliche Problem ist, dass es in Wahrheit gerade keine nachvollziehbare Teststrategie gibt. Schon lange plädiert etwa der  Epidemiologe Gérard Krause im Interview mit dem „Deutschlandfunk“ dafür, endlich nur – oder zumindest bevorzugt – Personen mit Symptomen auf das Coronavirus zu testen. Die Massen in den Blick zu nehmen, sei weniger wichtig, so Krause – denn selbst wenn gesunde Infizierte potentiell infektiös seien, so sei prinzipiell davon auszugehen, dass Erkrankte weitaus maßgeblicher zur Virusausbreitung Übertragung beitragen. Auch diese Expertenmeinung wird in der Regierung und beim RKI vermutlich wie Schall und Rauch ignoriert. (DM)

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