Wie anno ’33: Hochkonjunktur für Coronazis und Hobbydenunzianten

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Die Stunde der Denunzianten (Symbolbild: Lightspring/Shutterstock)

Die Fratze der Bevormundung, Ausgrenzung, Diskiminierung Andersdenkender und „Regelbrecher“ erhebt wieder ihr hässliches Haupt in Deutschland – dank einer nur noch perversen, besessenen Virus-Politik, die das gesamte Freizeit-, Sozial- und Wirtschaftsleben beckmesserischen, kleinkarierten und gänzlich unverhältnismäßigen Auflagen und Verboten unterordnet. Und wie immer, wenn staatliche Autorität zum Selbstzweck wird, gibt es Menschen, die sich mit diesen Verhältnissen nicht nur bereitwillig arrangieren, sondern sogar pudelwohl fühlen – gibt der Kontrollwahn, der Eifer und das Sendungsbewusstsein, der „Ordnung“ zu dienen, ihrem dürftigen Leben doch Sinn.  

Besonders im sozialismusaffinen Deutschland, wo Freigeistigkeit und Individualismus – allen materiellen Egoismen zum Trotz – bis heute beargwöhnt und kritisch gesehen werden, ist dieser Menschenschlag, dieser Charaktertypus bis heute weitverbreitet. Er war auch nie eine Frage des herrschenden Systems – ob rot, braun oder bunt, die Blockwartmentalität gedeiht unter allen Fahnen.

Im Netz machte gerade das Video des Inhaber eines mittelständischen Bäckerbetriebs aus Hannover die Runde, Thomas F. Göing, der mit einer nur scheinbar für den „internen Gebrauch“ gefilmten, in Wahrheit öffentlich auf Facebook geteilten Ansprache an seine Belegschaft von rund 300 Mitarbeitern einen unverhohlenen Psychoterror zelebrierte, der frösteln lässt. Stramm auf Regierungslinie, unkritisch und fest entschlossen, was die Schutzmaßnahmen betrifft, verlangte der Inhaber, der wie das Abziehbild eines Gutmenschen wirkt, die Teilnahme an einer Grippeimpfung, für die er eigens Ärzte in die Firma kommen lasse – inklusive der subtilen Drohung, er „schaue“ genau „hin, wer sich impfen lässt und der Empfehlung folgt“; und wer dies nicht tut, der „wird die Quittung erhalten“.

Auf den sich anschließenden öffentlichen Shitstorm hin ließ Göing zynisch erklären, damit sei keine Kündigungsdrohung verbunden gewesen; die Grippeschutzimpfung bleibe „selbstverständlich freiwillig„. Allerdings verbinde er damit die Erwartung, dass „Infektionsketten schneller nachvollzogen werden können“. So machen sich ausgerechnet Unternehmer aus Branchen, die (noch) nicht zu den Leidtragenden der Krise gehören, zu Hobby-Gesundheitsamtsbütteln. Um was für einen erleuchteten, fürsorglichen Menschen es sich bei diesem Großbäcker handelt, der nicht ganz unnachvollziehbar in den sozialen Medien als „Coronazi“ bezeichnet wird, zeigt diese selbstbeweihräuchernde Passage der Göing-Unternehmensbotschaft: „Herr Göing ist bekannt dafür, den Mitarbeitenden gesundheitsfördernde Maßnahmen anzubieten, u.a. in den wöchentlichen Yoga-Kursen, die er selbst als Lehrer leitet… Das Thema Gesundheitsvorsorge hat im Familienunternehmen einen besonders hohen Stellenwert, weswegen seit Tag 1 der Pandemie die Aufklärung, der Schutz und die Vorkehrungen (Einhaltung des Mindestabstands, Maskenpflicht, Einhaltung der AHA Regeln und darüber hinaus noch viele weitere) getroffen wurden.“ Motto: „Gut“ ist, was die Obrigkeit für gut befindet, drum tue du „Gutes“ und rede darüber. Und Mitarbeiter, die nicht mitziehen, werden so subtil auf Kurs gebracht oder rausgemobbt.

Doch auch im Privatbereich sind Einmischungen ins Privatleben anderer, als „Augen und Ohren“ des neuen Corona-Regimes, wieder en vogue. Wie im Dritten Reich werden – zum Teil aus exogen eingetrichterter Angst, zum Teil aus vorauseilendem Gehorsam – anonym Menschen „gemeldet“ und verpetzt. Bekannt wurde am Wochenende der Fall aus Neuruppin, wo ein „anonymer Hinweisgeber“ eine Familie aus Berlin der Polizei meldete, die verbotenerweise, da aus einem „Risikogebiet“ kommend, im Ort geurlaubt hatte.

(Screenshot:Twitter)

Mit üblem Beispiel ging Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Innenminister Lorenz Caffier hier voran – und ließ Hotels nach Berlin-Urlaubern durchsuchen. Erinnerungen werden wach an die Zeit des Lockdowns, wo schon einmal Deutsche mit Zweitwohnsitz in MV „Ausreiseverfügungen“ erhielten, und die Bundesländer Deutsche im eigenen Land nicht reisen ließen. Wie dann auch später beim Kreis-Lockdown von Gütersloh kam es damals bereits zur „Meldung“ und zur Sachbeschädigung von Autos mit „infektiösen“ Kennzeichen, Auswärtige wurden gemobbt, beleidigt und angefeindet.

Noch weiter ging im „Bild„-Talk von Sonntagabend, berichtete Baden-Württembergs Grünen-Gesundheitsminister Manne Lucha, der arrogant erklärte: „Das Reisen in den Herbstferien ist überbewertet.“ So wie uns die Grünen das Fliegen und Autofahren wegrationieren oder verbieten wollen, so maßen sie sich jetzt im Namen eines obsessiven Pseudo-Gesundheitsschutzes also schon an, das Freizeit- und Urlaubsverhalten der Bürger zu reglementieren und Empfehlungen abzugeben, was die Menschen in ihren Ferien tun sollen oder nicht. Der Ungeist der Intoleranz und Unfreiheit kündet von der heraufziehenden Diktatur.

Der Ungeist der Diktatur

Am schlimmsten an der Gesamtentwicklung aber ist die Spaltung der Gesellschaft, das Ausspielen derer, die sich „vermeintlich“ verantwortlich verhalten und die gleichzeitige Kriminalisierung und Marginalisierung derer, die Freiheitsrechte hochhalten und dafür verspottet oder als „rücksichtslos“ angeschissen werden. Schon dass man sich rechtfertigen muss, weshalb man es nicht für zumutbar, akzeptabel oder gewöhnungsfähig hält, fortan und auf unbestimmte Zeit, womöglich für immer Masken tragen zu müssen, und sich gegen die provozierende Frage verteidigen soll, was „an dem bisschen Maske tragen eigentlich so schlimm“ ist, zeigt die politische Abrichtung der neuen Untertanen. Wozu das Einstehen für etwas, das eigentlich selbstverständlich sein müsste und schon immer war – nämlich ohne Gesichtslappen frei atmen und sichtbar sein zu dürfen – inzwischen führen kann, das musste ein Busfahrer im Kreis Kreis Sömmerda erfahren, der Schüler aufgefordert hatte, während seiner Fahrt im Bus ruhig ihren Mund-Nasen-Schutz abzulegen. Jetzt laufen gegen den 38-jährigen Mann Ermittlungen wegen Nötigung, seinen Job ist er vermutlich los.

Überall ist die erwähnte Spaltung in vollem Gange, und der Staat befördert sie aktiv. Um das Verpetzen und Melden leichter zu machen, sollen Polizisten, Schaffner oder demnächst auch private Sicherungsunternehmen dafür sensibilisiert werden, wenn sie diskrete „Hinweise“ von Passanten, Fahrgästen oder Kunden erhalten, wer sich wo nicht an die Maskenregeln hält. Dasselbe gilt auch für Abstandsregeln, gerade wieder mit Blick auf die Beherbungsverbote: Viele deutsche Städte bieten bereits „Meldeformular“ zum leichteren Denunzieren auf den Webseiten ihrer Ordnungsämter an; in der Stadt Essen etwa sieht dies dann so aus:

Screenshot:Essen.de

Was ist aus der Weisheit geworden „Der größte Lump im ganzen Land / das ist und bleibt der Denunziant“? Heute wird er wieder zum Helden – schließlich geht es doch um die Volksgesundheit. Dass die Argumente für Spitzelwesen und Verfolgungseifer in JEDEM Regime mit positiv konnotierten, wohlklingenden und vermeintlich unabdingbaren Absichten und Zwecken legitimiert wurde, wird schlicht nicht reflektiert. Und so ist es wohl auch nur noch eine Frage der Zeit, bis die Polizei wieder zu Deutschen geschickt wird, die jemanden „bei sich daheim verstecken“ – heute sind es dann keine Juden, sondern Urlauber aus Risikogebieten… oder „kriminelle Maskenverweigerer“. (DM)

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