Gemeinheit & Preisverleihung: Die fieseste Schlagzeile der Woche

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Donald Trump (Bild: shutterstock.com/Von Evan El-Amin)

Das merkelbrave Medienestablishment spielt ein so teuflisches Spiel mit der Sprache wie andere Leute eines mit der Nukleinsäure und dem PCR-Test. Das hat inzwischen System. Anhand eines Beispiels verallgemeinernd erklärt …

von Max Erdinger

Die Prämie für die fieseste Schlagzeile der Woche geht an das „Handelsblatt„. Die Gewinner dürfen sich einen ganzen Zentner Hühnerkacke aus der Massentierhaltung ihrer Wahl in einen Kartoffelsack abfüllen. Nicht in der Prämie enthalten ist der Kartoffelsack.

Die prämierte Schlagzeile lautet: „Die große Entfremdung: Wie Trump das deutsch-amerikanische Verhältnis nachhaltig schädigt„.

Begründung der Jury

Vorbildlich zeigte der Meisterframer unter den Schlagzeilenerfindern in einem einzigen Satz auf, wer die Schuld hat – und wer genau erklären kann, warum das so ist: Das Handelsblatt. In Zeiten der Informationsflut, wo es vor Schlagzeilen nur so wimmelt, zeigte der Meisterframer in beeindruckender Manier, was er perfektioniert hatte im Wissen darum, daß häufiger als je zuvor nur die Schlagzeilen überflogen werden: Sofort eine unbelegte, redaktionelle Behauptung zu transportieren und dem bildungskatastrophal verzagten Leser zugleich reinzudrücken, wer ihm die erlösende Befreiung aus den Fängen des transatlantischen Mysteriums zuteil werden läßt: Das Handelsblatt. Indoktrination und Werbung perfekt konzentriert in einem einzigen Satz – der Schlagzeile.

Ja, bitte da hinten? – Sie erhöhen auf zwei Zentner Hühnerkacke? Jetzt haben wir aber eine richtig prächtige Prämie für den Preisträger.

„Wir“, „Wie“ und das Fragezeichen

Spaß beiseite. Das Handelsblatt zeigte wieder einmal, was die wahre Seuche unserer Zeit ist: Ein total versagendes Medien-Establishment. Hemmungslose Meinungsmache statt Information. Es geht nicht um das deutsch-amerikanische Verhältnis. Es geht um das Verhältnis gewisser deutscher Ideologen in Politik und Medien zur gegenwärtigen US-Regierung unter Donald Trump. Das ist nicht dasselbe wie das deutsch-amerikanische Verhältnis. Wenn ein politkorrekter Medienbüttel & Schlagzeilenerfinder daherkommt mit „Wir müssen …“ und „Wir brauchen …“, dann schleimt er sich beim Leser schon ein als „Ich als einer von uns sage euch, wir müssen.“ Meinereiner wartet schon lange darauf, daß die vertraute Anrede bei der Tagesschau von „Guten Abend, meine verehrten Damen und Herren“ abgeändert wird zu „Hallo Leute“. Nein, ich befinde mich nicht mit dem meisterlich framenden Schlagzeilenerfinder zusammen in einer „gesellschaftlichen Gruppe“. Pfui Teufel. Der ist in einer ganz anderen Gruppe.

„Wie beliebt ist Angela Merkel?“ – Botschaft: Angela Merkel ist beliebt. Das „Wie“ soll nur von der eigentlichen Botschaft ablenken. „Wie gefährlich ist die AfD?“ – Botschaft: Die AfD ist gefährlich – usw.usf. Das ist Indoktrination pur und hat mit „vierte Gewalt“ nicht das geringste mehr zu tun. Das ist schleimig-katzbuckelnde Meinungsmache zur Erschleichung höfischen Wohlgefallens. Es ist widerlich.

Der verschwundene Fluß

Wegen Klimawandel? Fluß in Bayern ausgetrocknet und verschwunden„, titelte der „Focus“ am 20. Januar 2020. Sein Pech, daß ich an genau diesem Fluß lebe. Nichts war ausgetrocknet und verschwunden. Folglich auch nicht „wegen Klimawandel“ – Fragezeichen. In einer Gipsgrube war aus Versehen einer von unzähligen unterirdischen Zuflüssen zur Aisch angebaggert worden, woraufhin sich die Gipsgrube mit Wasser füllte. Die ersten 200 Meter eines einzigen von vielen Aischzuläufen waren für ein paar Tage trocken, so lange, bis das Malheurchen wieder behoben war. Bereits einen knappen Kilometer flußabwärts dieses einen, trockengefallenen Zulaufs, führte die Aisch zu jeder Zeit so viel Wasser wie immer. Zu keinem Zeitpunkt war die Aisch „ausgetrocknet und verschwunden“ – und schon gar nicht „wegen Klimawandel“ – Fragezeichen. Aber die Schlagzeile wurde bundesweit gelesen: „Wegen Klimawandel? Fluß in Bayern ausgetrocknet und verschwunden“. Die Botschaft saß: „Wegen Klimawandel …“.

Im Artikel selbst wurde der Sachverhalt zwar einigermaßen zutreffend geschildert, aber das ändert am hinterhältigen Kalkulieren mit der Wirkung der Schlagzeile gar nichts. Ein Ostfriese, der sich nicht sonderlich für ausgetrocknete Flüße in Bayern interessiert, hat ihn vermutlich gar nicht gelesen. Aber die Schlagzeile hat er mitbekommen. „Wegen Klimawandel …“.

Daß „wir“ es bei den marodierenden, unintegrierbaren Migranten- & Antifantenbanden, die prügelnd und brandschatzend durch die Innenstädte ziehen, auf einmal mit „problematischen Personen“ zu tun haben, anstatt mit marodierenden, unintegrierbaren Migranten- & Antifantenbanden – das macht den dritten Zentner Hühnerkacke gar voll. Meinereiner wüßte nur zu gern, woher diese Meisterframer unter den Schlagzeilenerfindern die Sicherheit hernehmen, daß sie auf alle Zeiten ungeschoren davonkommen werden. Oder sind die einfach nur dumm?

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