Corona-Hohepriester Drosten: Die Wahrheit bin ich, Ihr sollt keine anderen Zahlen neben meinen haben

0
Dr. Drosten beim Verkünden der "Wahrheit" (Foto:Imago/xim.gs)

Nicht nur die Corona-Maßnahmen sollen zunehmend zentralisiert und gleichgeschaltet werden – auch das Wissen darüber, welches zu Corona bekannt ist (und noch wird), welche Daten die „richtigen“ sind und auf welcher Informationsgrundlage die Politik ihre Willkür künftig begründen will. Deshalb fordert Ober-Charité-Virologe Christian Drosten nun eine „Qualitätskontrolle“ für die Berichterstattung.

Da werden die Zensur- und Meinungsblockwarte der „Faktenfinder“ von Correctiv, dpa oder Tagesschau sicher schon gar feucht im Schritt – denn wenn sich Drosten mit der Forderung nach verbindlich-einheitlicher Definition dessen, was als „wahr“ oder „richtig“ in dieser Pandemie gilt, durchsetzt, dürften sie noch mehr zu tun bekommen: „Da sind viele Irrlichter momentan in der Öffentlichkeit unterwegs„, so Drosten diese Woche, der die Journalisten auffordert, „genauer nach Belegen“ zu fragen.

Überflüssig zu erwähnen, dass es natürlich nur die „offiziellen“ Quellen sind, die hier die zu(ver)lässigen Belege liefern sollen, und somit letztlich der Staat, der das Wahrheitsmonopol innehaben soll -vertreten durch Bundesregierung, RKI und handverlesene Spitzenvirologen der Berliner Geheimkabinette. In diesem Zusammenhang ist die diese Woche von Bildungsministerin Anja Karliczek vorgestellte neue „Factory WissKomm“ zu sehen: Eine Denkfabrik, die sich der Optimierung der „Wissenschaftskommunikation“ verschreibt – eine Art Wahrheitsministerium oder auch „Reichswissenschaftskammer“, die den Korridor der erlaubten, unfehlbaren Forschungsergebnisse eng an den Bedürfnissen der Politik entlangführt und die staatliche Deutungshoheit in Fragen zum Virus ebenso wie zum Klimawandel gegen „Leugner“ und „Skeptiker“ behaupten soll. Überflüssig zu erwähnen, dass neben ÖRR-Framer Ranga Yogeshwar auch Christian in dieser „hochkarätig besetzten Denkfabrik“ (Karliczek) vertreten sind. In diesem Kontext sind denn auch seine Ansprüche nach „belegten“ Fakten zu verstehen.

Ironie: Kaum einer irrte sich mehr als Drosten

Wie wäre es denn, wenn Drosten einmal die Belege vorlegt, nach denen die Minderheit kritischer Journalisten in diesem Land seit langem fragt – etwa, womit er eignetlich wissenschaftlich seinen binnen weniger Wochen im Frühjahr vollzogenen Sinneswandel begründete, die zuvor von ihm für nutzlos erklärten Masken plötzlich für unverzichtbar zu halten? Kaum ein Wissenschaftler hat sich so oft geirrt in dieser Krise wie Drosten – und deshalb ist es unabdingbar, dass stärker noch als bisher gezweifelt und hinterfragt wird. Die Arroganz, mit der Drosten durch diese Forderung ein weiteres Mal alle „dissenting votes“ abkanzelt und ausgrenzt, alle andersdenkenden und skeptischen Ärzte und Experten in diesem Land, deren Zahl täglich wächst und die zumindest verdient hätten ebenso gehört zu werden.

Michael Grandt - Kommt die Klima Diktatur - Eine faktenriche Analyse des grünen Klimawahns - Kopp Verlag - 22,99 Euro
Michael Grandt – Kommt die Klima Diktatur – Eine faktenriche Analyse des grünen Klimawahns – Kopp Verlag – 22,99 Euro

Es müsse deutlich werden, so Drosten laut „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ), ob „emotional oder auf der Grundlage wissenschaftlicher Fakten“ argumentiert werde. Entscheidend sei stets, dass „die Bevölkerung gut informiert“ sei, um die „richtigen Entscheidungen“ zu treffen. Als Beispiel nennt Drosten ausgerechnet „klare Zahlen zur Infektionssterblichkeit“ gebe: Wenn man alle Infizierten betrachte, und nicht nur die registrierten Fälle, können man in Deutschland von einer Sterblichkeit „im Bereich von einem Prozent oder sogar etwas mehr“ ausgehen, wenn das Virus die Bevölkerung durchlaufe – was, so die FAZ, einer etwa 20 Mal höheren Sterblichkeit als bei der Grippe.

Dies ist wieder so ein typischer Drosten: Hier wird die Gefährlichkeit hypothetisch hochgeschraubt anhand von völlig spekulativen und unseriösen Zahlen. „Alle Infizierten, nicht nur die registrierten“ sind ja überhaupt nicht bekannt, sonst wären sie ja registriert, und repräsentative Tests werden bis heute ja aus gutem Grund nicht durchgeführt – weil die Regierung an alarmistisch-kumulierten absoluten Zahlen festhält. Deren Dramatik interpretiert Drosten ebenfalls exklusiv-eigenwillig: Es sei richtig, dass „die Testkapazität auf 1,1 Millionen erweitert“ worden wäre. Doch wenn man das Screening – also das Testen ohne jedes Symptom – von den Reiserückkehrern herausgerechne, dann hätten sich „die positiven Tests in den vergangenen drei Wochen verdreifacht.“

Wahrheitsklitterung zu Sterbezahlen

Allerdings verschweigt der Herr Professor wie jeder der Katastrophenpolitiker in diesem Land, dass die Genesenen ebenso schnell zunehmen wie die „Neuinfizierten“ (sprich: positiv Getesteten) – und dass das Krankheitsgeschehen von dem „Anstieg“, anders als im Frühjahr, völlig entkoppelt ist, weshalb auch eine statistisch herbeigeschönte Verdreifachung überhaupt keinen Aussagewert besitzt. Dies und die Tatsache, dass sowohl Intensivbettenbelegung als auch Sterbezahlen wieder rückläufig sind, führen zwangsläufig zu der realistischen Einschätzung, dass die nach wie vor Sterblichkeit grotesk überbewertet ist.

Auf dieser Basis also sollen uns dann künftig ausschließlich Drosten’sche Zahlenspiele und RKI-Zahlenspiele beglücken. Die Corona-Mortalität dennoch auf Basis von hochgerechneten Gesamtinfizierten-Zahlen aufzublähen – obwohl diese bezeichnenderweise aktuell ja gerade sinken, anders als die leicht steigenden Inzidenzen – ist ein Trick, den nicht einmal Lauterbach in die Debatte einführen würde. Wenn das die bestechende Logik, die Qualität der „Belege“ repräsentieren soll, die Drosten künftig von Journalisten fordert – dann gute Nacht. (DM)

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram