Medien schreiben Terror-Syrer zum „Lüdenscheider“ und „Sauerländer“ um

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(Symbolfoto: Von Fuss Sergey/Shutterstock)

Seit der Islam zu Deutschland gehört, sind Anschläge von Muslimen – ob nun islamistisch motiviert oder als Folge traumatischer Fluchterfahrungen – so etwas wie die banalste Nebensache der Welt im sonnigen Merkeldeutschland. So sehr gehört er dazu, dass die entsprechenden Vertreter der „Religion des Friedens“ von deutschen Medien gleich zu nativen Deutschen umgedichtet werden.

Dies ließ sich gestern mustergültig einmal mehr im Fall des versuchten Terroranschlags am Bahnhof Köln-Deutz von vorvergangenem Samstag bestaunen: Die Kölner Polizei nahm in der Angelegenheit einen 21-jährigen Tatverdächtigen fest. Es gibt in der Berichterstattung zu solchen Fällen nun nur zwei Möglichkeiten: Entweder es folgt die gern verwendete Phrase „Ein Mann“, unter gänzlicher Anonymisierung der Täterethnie und -herkunft.

Oder – es handelt sich um einen Kartoffel- bzw. Biodeutschen, dann ist die Nennung der Nationalität nicht nur unproblematisch, sondern Pflicht zur Präventiventschärfung „rassistischer“ Vorurteile. Umso erstaunlicher, was regionale Medien aus Nordrhein-Westfalen aus der Polizeimeldung machten: Sie informierten, dass es sich bei dem Täter um einen „jungen Lüdenscheider“ handelte; nicht nur beim WDR und in verschiedenen Kölner Tageszeitungen, sondern auch auf  „DerWesten“ wurde diese bemerkenswerte Formlierung gebraucht.

Bereits in der Überschrift war hier die Rede von dem „Sauerländer“, der mittlerweile gestanden habe, den Sprengsatz in der Toilette einer Regionalbahn abgelegt zu haben. „Sein Motiv macht betroffen“ und sei „bitter“, so das Portal: Er habe nämlich „aus Unzufriedenheit mit seiner prekären sozialen Lage“ gehandelt, so die Polizei; mit seiner Tat habe er „öffentliche Aufmerksamkeit erregen“ wollen. Also alles ganz harmlos – hätte sich da nicht Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen zu Wort gemeldet und das schöne Idyll vom deutschen Bombenleger mit ein wenig Hintergrundinformationen gespoilert:

(Screenshot:Twitter)

Aber hey! Welcher Sauerländer kennt das nicht: Man hat den Blues, ist mit seinem Leben unzufrieden, dann packt man eben eine Nagelbombe mit etwas Sprengstoff zusammen und legt ihn auf dem Bahnhofsklo ab. Kann passieren! Vermutlich deswegen, und weil das Motiv so dermaßen „betroffen“ machte, setzte die Polizei Köln den 21-Jährigen nach seinem Geständnis wieder auf freien Fuß – auf höchste  Anordnung der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf. So ist Deutschland… Loriot, Schöpfer des legendären Herrn Müller-Lüdenscheid, wäre vermutlich sprachlos. (DM)

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