Globalisierungsseuche profitabel für Superreiche

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Bill Gates - Foto:Von Frederic Legrand - COMEO/shutterstock

Das Vermögen der Ultrareichen dieser Welt ist bis Ende Juli 2020 auf unvorstellbare 10,2 Billionen Dollar gestiegen. Ende 2017 waren das noch 8,9 Billionen Dollar. Seitdem ist die Zahl der Milliardäre um 31 auf 2189 gestiegen.

Von Wolfgang Hübner

Gleichwohl haben in den vergangenen zwei Jahren bedauernswerte 70 Milliardäre diesen Status des Superreichen verloren. In Deutschland leben derzeit immerhin 119 Milliardäre, angeführt von zwei Aldi-Erben mit 41 Milliarden Dollar. Das alles und noch viel mehr geht aus der Veröffentlichung einer Studie der Schweizer Großbank UBS und der Beratungsgesellschaft PWC hervor.

Die ganz großen Gewinner der Globalisierungsseuche Covid-19 sind jene Superreichen aus der Technologie- und Gesundheitsbranche. Denn deren Vermögen, so die Studie, stieg von Anfang April bis Ende Juli 2020 um 41 und 36 Prozent. Die vielbeschworene „zweite Welle“ wird in diesem Herbst und kommenden Winter für weitere exorbitante Steigerungen bei Jeff Bezos und Bill Gates sorgen, den beiden reichsten Menschen der Welt. Gegen sie ist Donald Trump ein armer Schlucker, der auch von beiden entsprechend verachtet wird.

Es ist etwas lächerlich, wenn in der Studie lobend erwähnt wird, dass zwischen März und Juni 2020 mehr als 200 Milliardäre insgesamt 7,2 Milliarden Dollar als Hilfe gegen die Globalisierungsseuche gespendet haben sollen. Das sind bei den meisten Spendern steuersparende Beträge aus der Portokasse. Über die Höhe der Spenden deutscher Milliardäre ist nichts bekannt. Deutsche Superreiche investieren fleißig in Geschäftsmodelle mit digitaler Perspektive. Damit sorgen sie dafür, in Zukunft noch reicher zu werden. Denn Maximilian Kunkel, UBS-Chefstratege für Deutschland, ist sicher: „Der technologische Fortschritt wird dazu führen, dass die Vermögen der Milliardäre weiter wachsen.“

Was in der UBS-Studie natürlich nicht thematisiert wird: Wer dafür sorgt und arbeitet, dass diese Vermögen wachsen, und welche politischen und gesellschaftlichen Folgen diese Entwicklung schon hat und künftig haben wird. Faktisch gibt es bereits starke plutokratische Tendenzen in der westlichen Welt, also ein zumindest großer und wachsender Einfluss der Superreichen auf die politische und wirtschaftliche Gestaltung der Gesellschaften. Am 3. November entscheidet sich in den USA, ob es den dortigen Plutokraten mit ihrer demokratischen Marionette Joe Biden gelingt, den Kleinmilliardär Donald Trump aus dem Amt zu jagen.

Der Ausgang der Wahl wird wegweisend sein für das Potential der Macht der Superreichen. Jedenfalls muss keiner von ihnen Covid-19 fürchten: Auf ihren Privatinseln und Luxusanwesen ist die Infektionsgefahr minimal. Und an der Impfung von Milliarden Nichtmilliardären werden sie allesamt noch einmal gewaltig verdienen. Oder ist das schon wieder so eine bösartige Verschwörungstheorie?

Dieser Beitrag erschien zuerst hier

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