Retter oder Schlepper? Das dubiose Wirken von NGOs auf Lesbos

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Dürfte demnächst massiv zunehmen: Bootsverkehr nach Lesbos, hier im Sommer 2019 (Foto:JouWatch)

Laut griechischen Medien hat die griechische Polizei kürzlich 33 Mitarbeiter von deutschen NGOs wegen des Verdachts auf „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ und „Schlepperei“ verhaftet. Es handelt sich den Angaben zufolge u. a. um die NGOs Watch the Med /AlarmPhoneMare LiberumSea Watch und die Forschungsgesellschaft Flucht & Migration e.V. . Alle diese Organisationen haben ihren Sitz im „Mehringhof“ in Berlin-Kreuzberg.

Von Vera Lengsfeld

Unter den 33 Verhafteten sind laut Sto Nisi sieben Vorstandsmitglieder der vier deutschen NGOs sowie 24 Mitarbeiter, davon 19 Deutsche, zwei Schweizer, ein Franzose, ein Bulgare und ein Spanier, sowie ein illegaler Iraner und ein illegaler Afghane. Sie alle waren auf der Insel Lesbos in einem  Netzwerk aktiv, das zum Ziel hat, illegale Migration zu fördern“, so Vima Press. Es heißt, die Schlepper-NGOs hätten ihre Aktivitäten über die Kreuzberger NGO „Watch the Med/AlarmPhone“ koordiniert. Die Kreuzberger koordinieren außerdem  die  die Zusammenarbeit mit „Sea Watch“ und dem Aufklärungs-Flugzeug „MoonBird“ vor der Libyschen Küste. Die NGO soll mit  Kirchensteuern der EKD finanziert werden. Allerdings achten die NGOs mittels einer „Migrations-App“, die zwischengeschaltet wird darauf, dass deutsche NGOs nicht direkt mit den illegalen Schleppern auf der anderen Seite kommunizieren müssen. Das heißt, ihnen ist wohl bewusst, wie dubios ihr Treiben ist. Wie viele Noch-Kirchenmitglieder sind eigentlich mit einer solchen Verwendung ihrer Kirchensteuern einverstanden und was fühlen die Gläubigen, wenn sie erfahren, dass sich ihre Kirche immer mehr wie eine NGO geriert?

Am 5. September hatten griechische Polizisten das Boot „Mare Liberum“ gestürmt, das in Skala Loutron (Lesbos) geankert hatte. Dabei wurden das Bordbuch, Karten und Notizen sowie weitere Gegenstände beschlagnahmt. Das Bordbuch soll Angaben zum Ablege-Ort der illegalen Boote an der türkischen Küste, zur Reisezeit, zum Alter, zum Geschlecht und zum Herkunftsland der Passagiere auf dem Boot enthalten.

Für die Menschenrechtsaktivistin Rebecca Sommer, die seit Wochen auf Lesbos die Vorgänge aus der Nähe beobachtet, ist die jüngste Verhaftung nur die Spitze des Eisbergs. Laut Sommer genießen die NGOs bei ihrer Tätigkeit die Unterstützung der deutschen Botschaft in Griechenland. Auch wird Booten der NGOs, die mutmaßlich für Schlepperdienste benutzt werden, gestattet, unter deutscher Flagge zu fahren. Außerdem sollen NGOs Pässe von Bürgern aus Balkanstaaten besitzen, mit denen sie ausgewählte Flüchtlinge ausstatten, um ihnen die illegale Einreise nach Deutschland zu ermöglichen.

Sommer hat Tichys Einblick dazu ein ausführliches Interview gegeben, das man unbedingt lesen sollte.

Dieser Beitrag erschien zuerst hier

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