Glatte Freiheitsberaubung: Kerngesunder Schüler muss trotz Negativtest in Quarantäne bleiben

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Der deutsche Rechtsstaat und Corona (Symbolbild:Imago/Limbach)

Wenn der durchgeknallte Corona-Staat in Gestalt übereifrig wiehernder Amtsschimmel einmal in Fahrt gekommen ist, dann gibt es kein Halten mehr: Im Ruhrgebiet muss nun ein Schüler trotz nega­tiven Tests in Qua­ran­täne bleiben, weil es das zuständige Gesundheitsamt in einer Amtsverfügung so bestimmt hat. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf wies einen Eilantrag der Eltern des betroffenen Jungen zurück.

Was in diesem Land im Namen des Gesundheitsschutzes und der „Unterbrechung von Infektionsketten“ mittlerweile passiert, ist in etlichen Fällen nicht nur blanke Behördenwillkür, sondern lupenreine Freiheitsberaubung: Nicht nur müssen Getestete, die ohne eigenes Verschulden in Einzelfällen weitaus länger auf ihre Resultate warten müssen als die üblicherweise angegebenen „maximalen“ 24 Stunden, für die Dauer der Verzögerung selbstverständlich zuhause bleiben (nicht selten sogar in explizit angeordneter Isolation). Sondern es wird in manchen Fällen von den Gesundheitsämtern eine Absolvierung der vollen Qurantänefrist von 14 Tagen verlangt und durchgesetzt, selbst wenn sich der Corona-Verdacht durch schon vor deren Ablauf erhaltene negative Testergebnisse zerstreut hat.

Im vorliegenden Fall hatte der betreffende Schüler Kontakt mit einem Corona-infiziertem Mitschüler gehabt. Die Behörde verlangte stur das volle Absitzen der häuslichen Quarantäne – obwohl schon nach drei Tagen per Testergebnis eindeutig feststand, dass er überhaupt kein Corona hat. Wie das juristische Portal „Legal Tribune Online“ (LTO) sowie die „Ruhrnachrichten“ schreiben, entschied das Verwaltungsgericht, die Quarantäneanordnung auf Grundlage von Erkenntnissen und Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) „dennoch zu Recht erfolgt„, weil der betreffende Schüler „unabhängig von der individuellen Risikoermittlung als Kontaktperson der Kategorie I“ gelte.

Manierismen deutscher Bürokratie

An solchen Ausführungen in Form, Stil und Inhalt manifestiert sich wieder einmal: Die deutsche Bürokratie passt sich jedem Wahnsinn an und funktioniert wie ein Uhrwerk, auch wenn die Uhr gar kein Ziffernblatt hat, auch wenn die Resultate der reibungslosen Abläufe jeden Sinns entbehren und die Konsequenzen nur Schaden, keinen Nutzen bewirken. Die Geschichte ist voll mit Beispielen dieser nihilistischen Hingabe.

Ob es um perfekte Generalmobilmachungen ging, um die Deportation und Vernichtung rassisch minderwertigen Lebens, um die Rationierung von Lebensmitteln, um die Bespitzelung eines gesamten Volkes im Namen der „Staatssicherheit“ – oder heute eben um Kontaktnachverfolgung und Dekontaminierung im Dienste des „Infektionsschutzgesetzes“. Es läuft am Ende immer wieder auf das legendäre Richard-Wagner-Zitat hinaus: Deutsch sein heißt, eine Sache um ihrer selbst Willen zu tun. (DM)

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