Absichtliches Chaos bei den innerdeutschen Reisewarnungen?

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Ein Bild aus früheren Tagen, als man noch reisen durfte (Symbolfoto: Von KIRAYONAK YULIYA/Shutterstock)

Was muss man machen, um den Bürgern das Reisen – auch innerhalb Deutschlands – zu vermiesen? Genau, man verunsichert sie mit unterschiedlichen Regelungen, sodass sich keiner mehr traut, sein Bundesland zu verlassen.

Vor einigen Monaten nannte man das noch „Lockdown“. Aber weil dieser Begriff zu viele negative Assoziationen hervorruft, nennt man das jetzt Reiseregelungen. Und hier herrscht mittlerweile absolutes Chaos:

Die Berliner Landesregierung zum Beispiel will jetzt die Quarantäneregelung für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten abschaffen. Das berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe in ihren Samstagausgaben. Für Einreisende, die sich zuvor in einem innerdeutschen Gebiet mit erhöhtem Infektionsrisiko aufgehalten haben, besteht in Berlin von diesem Samstag an keine Quarantänepflicht mehr.

Die entsprechende Regelung in der Infektionsschutzverordnung des Landes werde mit Wirkung zum 3. Oktober aufgehoben, bestätigte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit den Funke-Zeitungen. Bislang galt laut Verordnung die Regelung „für Personen, die aus dem Inland in das Land Berlin einreisen und sich zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb von 14 Tagen vor Einreise in einer Risikoregion innerhalb der Bundesrepublik Deutschland aufgehalten“ haben. Wie bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten im Ausland hatten auch inländische Reisende die Möglichkeit, die Quarantäne durch ein negatives Testergebnis zu verkürzen.

Etliche Bundesländer dagegen halten an ihren Quarantäne-Regelungen für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten fest: So gelten in Mecklenburg-Vorpommern aktuell mehrere innerdeutsche Gebiete als Risikogebiete – etwa die Städte Hamm und Remscheid. In Schleswig-Holstein sind aktuell vier Gebiete als Risikogebiete ausgewiesen, darunter auch der Bezirk Berlin-Mitte. Bund und Länder hatten sich Anfang Mai darauf verständigt, Beschränkungen nicht erforderlicher Mobilität in besonders betroffene Gebiete hinein und aus ihnen heraus zu verhängen, wenn die Infektionszahlen über eine Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen steigen.

Viele Länder hatte daraufhin eigene Regeln, etwa Beherbergungsverbote für Einreisende aus Risikogebieten erlassen.

Interessant, dass jetzt kurz vor Beginn der Herbstferien wieder die „Ostsee-Staaten“ ausgesiebt werden sollen und Menschen, die in bestimmten Gebieten wohnen, unter Generalverdacht stellen.

Derweil radiert das neue Reise-Ministerium, das RKI, ein Land nach dem anderen – touristisch – aus:

Es hat jetzt auch noch Teile der Niederlande und von Großbritannien zu Corona-Risikogebieten erklärt. Das geht aus der Auflistung der Ausweisungen internationaler Risikogebiete des RKI hervor, die am Freitagabend aktualisiert wurde. Demnach ist nun die gesamte Niederlande mit Ausnahme der Provinzen bzw. autonomen Länder Zeeland und Limburg auf der Liste zu finden, ebenso ganz Schottland und die Regionen England North West, North East, Yorkshire and the Humbers in England.

Für die Gemeinden Mittelberg / Kleinwalsertal (Vorarlberg) und Jungholz (Tirol) in Österreich wurde immerhin die Einstufung als Risikogebiet zurückgenommen. Für Einreisende in die Bundesrepublik Deutschland, die sich innerhalb der letzten 14 Tage vor Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, kann gemäß den jeweiligen Quarantäneverordnungen der zuständigen Bundesländer eine Pflicht zur Absonderung bestehen.

Kein Mensch wird es irgendwann noch wagen, irgendwo hin zu fahren, weil das RKI ständig auf der Lauer ist und man immer eine „Absonderung“ riskiert.

Nicht nur der Tourismusbranche wird so das Genick gebrochen, dem Bürger an sich wird das Reisen vergrault – mit allen negativen Folgen für die Gesundheit und Seele. So werden bestimmt bald auch die psychiatrischen Kliniken überfüllt sein. (Mit Material von dts)

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