Aufschlussreicher Blick ins Archiv: Drosten war 2014 selbst noch „Covidiot“

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Drosten sonnt sich im Glanz der Medien (Foto:Imago/xim.gs)

Dass das Internet nichts vergisst, hat durchaus auch seine guten Seiten, denn es erlaubt den gelegentlichen Blick in digitale Archive und auf frühere Aussagen jener, die heute als unfehlbare Autoritäten ihres Fachs wahrgenommen werden. Da das Langzeitgedächtnis des Menschen kein besonders ausgeprägtes ist, seine Fähigkeit zum Vergessen und Verdrängen hingegen überaus gut entwickelt, wird es gewiss den einen oder anderen überraschen, was vor gerade einmal sechs Jahren „der talentierte Dr. Drosten“, Hof-Virologe des derzeitigen Coronastaats, zum Thema Testzuverlässigkeit, Medienhysterie und Risikobewertung des damals im Mittleren Osten zirkulierenden Mers-Erregers (ebenfalls aus der Gruppe der Coronaviren) zu sagen hatte.

Soviel vorab: Entweder erinnert sich Drosten selbst nicht mehr an seine damaligen Beschwichtigungen und sachlichen Einwände – oder er hat seine Ansichten seither fundamental gewandelt; letzteres scheint bei bei ihm ja häufiger vorzukommen (man denke nur an seinen Rückwärtssalto bei der plötzlichen Bejahung von Masken als wirksamen Schutzutensilien, deren Nutzen er zuvor vehement bestritten hatte, oder an seine Ausführungen zur Infektiosität von Schulkindern).

Denn alles, was Drosten in einem Interview mit der „Wirtschafts-Woche“ (WiWo) vom Mai 2014 gegen damals aufkommende Panik und Beunruhigung aufgrund des Mers-Erregers vortrug, spielt heute plötzlich keine Rolle mehr – und wird in der gegenwärtigen Pandemie nur von den Medizinern, Experten und Skeptikern geäußert, die eben deswegen als „Covidioten“, „Corona-Leugner“, „Pseudowissenschaftler“, „Verschwörungstheoretiker“ oder „Verharmlosen“ zu Außenseitern gemacht und ins gesellschaftliche Abseits gerückt werden.

Obwohl der damalige Mers-Erreger 2013/2014, anders als die aktuelle Corona-Variante Sars-Cov2, ungleich gefährlicher war (Mortalitätsraten von bis zu 30 Prozent wurden angenommen), lautete Drosten damalige Empfehlung: Keep cool, alles halb so wild, keine Panik. Den Medien warf er damals vor, „die Sache unglaublich hochgekocht“ zu haben (obwohl die Berichterstattung seinerzeit nur ein harmloser Abklatsch dessen war, was heute global jeden Tag an Horrornachrichten zur Pandemie verbreitet wird). „Die Medien sind nicht frei von Modewellen„, so damals Drosten, der sich auch entrüstete, in den Regionen, wo Mers auftrat – damals vor allem Saudi-Arabien – gäbe es „kaum noch ein anders Thema in den TV-Nachrichten oder Tageszeitungen“.

Klarer Fall von „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?“

Mit weitreichenden Folgen: „Auch Ärzte in Krankenhäusern sind Konsumenten dieser Nachrichten. Die überlegen sich dann ebenfalls, dass sie mal ein Auge auf diese sehr seltene Erkrankung werfen müssten„. Es kommt noch besser; O-Ton Drosten 2014: „Berichten ‚Bild‘ oder die Abendnachrichten über einen Ausbruch eines bestimmten Virus, steigt die Zahl der Laboruntersuchungen deutlich an. Einfach, weil auch Ärzte dann sensibilisiert sind und gezielt Ausschau halten nach den Erregern, über die berichtet wird.

Es ist die exakte Vorwegnahme dessen, was seit nunmehr sieben Monaten in Deutschland geschieht – diesmal allerdings mit demselben Professor Drosten als unermüdlichem Motor der Medienmaschine, der unter dem Siegel der „wissenschaftlichen Aufklärung“ mit seinem NDR-Dauerpodcast, durch permanente Tweets und zahllosen Interviews ganz maßgeblichen Anteil daran hatte, dass Corona zum alles dominierenden Thema werden konnte und vor allem das gesamte Gesundheitswesen zu Lasten der ungleich wichtigeren Regelversorgung obsessiv auf dieses eine Virus kaprizierte – ein Virus, das statistisch praktisch nur vernachlässigbare Todeszahlen, tief innerhalb der Normalsterblichkeit, verursacht hat.

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Derweil fristen Onkologen, Herzspezialisten, innere Mediziner oder Chirurgen  – Fachärzte also, die für all die tatsächlich volksgesundheitlich relevanten Erkrankungen und Gebrechen zuständig sind, an denen jährlich das Vielhundertfache, wenn nicht Tausendfache an Menschen sterben – ein mediales Waisenknabendasein, weil ihre medizinische Fachgebiete, die von ihnen betreuten Schicksale und auch Toten neben der Corona-Manie völlig in Vergessenheit geraten sind. Die absolute Randdisziplin Virologie hingegen überstrahlt alles. Ihre Vertreter sind die neuen, die einzigen (Halb-)Götter in Weiß, und die Nation hängt seit Monaten bang an ihren Lippen.

Hinweis auf die Relation Tests – Inzidenz damals im Vordergrund 

2014 aber, als ihm sein Ruhm noch nicht zu Kopf gestiegen wurde und er noch nicht vom Mantel der Pandemiegeschichte gestreift wurde, präsentierte Drosten sich noch auf wohltuende Weise als bescheidener Anwalt der Verhältnismäßigkeit und Besonnenheit. Zu dem – heute von der Politik ganz gezielt verwässerten – direkten Zusammenhang zwischen auftretenden Fallzahlen („Neuinfektionen“)  und durchgeführten Tests erklärte er in der „WiWo“ einschränkend: „Man muss ganz klar feststellen: In dieser Region und vor allem in Saudi-Arabien wird momentan am intensivsten getestet.“ Heißt also: Der Eindruck von „Ausbrüchen“ war die unmittelbare Folge intensiver Tests. Kommt bekannt vor? Tja. Was damals falsch war, ist heute offenbar plötzlich richtig. Oder umgekehrt.

Noch aufschlussreicher allerdings sind die Ausführungen zur angewandten Testmethode, der hochempfindlichen Polymerase-Kettenreaktion oder PCR-Test genannt, auf die Drosten in dem Interview ebenfalls einging. Es handelt sich dabei um genau das Verfahren, das auch heute bei den in Deutschland großflächig durchgeführten Corona-Tests Anwendung findet (Drosten selbst gehörte dann später zu den Entwicklern des ersten auf dieser Basis wirksamen Tests zum heutigen Virus).

Was nun aber erzählte Dr. Drosten 2014 zur PCR-Testmethode? „Die Methode ist so empfindlich, dass sie ein einzelnes Erbmolekül dieses Virus nachweisen kann. Wenn ein solcher Erreger zum Beispiel bei einer Krankenschwester mal eben einen Tag lang über die Nasenschleimhaut huscht, ohne dass sie erkrankt oder sonst irgend etwas davon bemerkt, dann ist sie plötzlich ein Mers-Fall. Wo zuvor Todkranke gemeldet wurden, sind nun plötzlich milde Fälle und Menschen, die eigentlich kerngesund sind, in der Meldestatistik enthalten. Auch so ließe sich die Explosion der Fallzahlen in Saudi-Arabien erklären.“

180-Grad-Kehrtwende des Ratgebers Drosten

Vor allem lässt sich so die heutige Explosion der Fallzahlen erklären, die uns je nach Wunsch der Corona-Politiker aufgetischt wird, wenn diese ihre eigenen heraufbeschworenen „Wellen“ bedarfsgerecht generieren; denn dass auch 2020 lediglich Virentrümmer oder selbst Bruchstücke harmloserer Coronavirenstämme zu falsch-positiven Testergebnissen führen, ist mittlerweile leidlich bekannt.

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Drosten wartete damals übrigens noch mit einem guten Rat an die Politik auf für den Umgang mit Mers: „Es wäre sehr hilfreich, wenn die Behörden in Saudi-Arabien wieder dazu übergehen würde, die bisherige Definitionen der Krankheit einzuhalten. Denn was zunächst interessiert, sind die echten Fälle. Ob symptomlose oder mild infizierte Krankenhausmitarbeiter wirklich Virusträger sind, halte ich für fraglich. Noch fraglicher ist, ob sie das Virus an andere weitergeben können. Das Beraterteam des neuen Gesundheitsministers sollte stärker zwischen medizinisch notwendiger Diagnostik und wissenschaftlichem Interesse unterscheiden.“

Hätte der Ratgeber Drosten doch in der laufenden Pandemie diese Weisheiten beherzigt und zum Gegenstand seiner Empfehlungen an die Regierung gemacht! Dann würde es diesem Land vermutlich besser gehen. Wirtschaftlich, gesundheitlich und vor allem mental. (DM)

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